VVN/BdA Kreisvereinigung Gelsenkirchen

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Gedenken an die gegen jüdische Menschen gerichteten Pogrome in der sogenannten "Reichskristallnacht" am 9. November 1938

Die ausgebrannte Synagoge in der Gelsenkirchener Altstadt am Morgen des 10. November 1938

Sonntag, 9. November 2014
15 Uhr in Gelsenkirchen-Horst, Nordsternplatz/vor dem ehem. Spinnrad.

Die Veranstaltung der 'Demokratischen Initiative' beginnt am Nordsternplatz mit einem Schweigezug, der über die Straßen Am Bugapark, Kranefeld-straße, An der Rennbahn, Gelsenbergstraße, Am Schleusengraben bis zur Trauerhalle des Friedhofs Horst-Süd verläuft. Anschließend führt der Schweigezug zum "Kapp-Putsch-Denkmal", wo die Erinnerungsorte-Tafel zum "Kapp-Putsch-Denkmal" durch Schülerinnen und Schüler des Weiterbil-dungskollegs Emscher-Lippe vorgestellt wird. Von dort geht es weiter zur Grabstätte für sowjetische Zwangsarbeiter. Hier wird die Erinnerungsorte-Tafel zur Grabstätte für sowjetische Zwangsarbeiter durch das Institut für Stadtgeschichte vorgestellt. Traditionell endet die Veranstaltung mit dem Moorsoldatenlied. Beziehen Sie mit Ihrer Teilnahme an der Demonstration und der Kundgebung Stellung für Respekt, Toleranz und Zivilcourage - gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit.

Die Novemberpogrome 1938 in Gelsenkirchen


Vortrag u. Diskussion: Warum hat Deutschland Faschisten in der Ukraine an die Macht gebracht?

Gegen den Terror der IS - Solidarität mit Kobanê und Şengal

Vor einem Jahr ging es los; Proteste in Kiev, Straßenschlachten, dann der Putsch gegen den Präsidenten. Während der ehemalige Außenminister (Westerwelle, FDP) in Kiev selbst für einen Regierungswechsel kreischt, mobilisieren die Faschisten in der Ukraine ihre Schläger; plötzlich ist die Ukraine geteilt, Faschisten erobern Regierungssitze, es herrscht Bürgerkrieg, Russland „erobert“ die Krim, wir stehen kurz vor einem dritten Weltkrieg.

Die VVN Gelsenkirchen lädt zu einem Referat mit gemeinsamer Diskussion ein; wir wollen beleuchten, warum die Ukraine in den Focus westlicher Erweiterungspolitik geraten ist.

Ist Deutschland hier nur „Erfüllungsgehilfe“ der USA, oder verfolgt es gar eigene Interessen? Ist es Zufall, dass gleichzeitig so viele Kriege stattfinden, und....ist die Gefahr eines Weltkrieges gebannt?

Der Referent hat die Ukraine und Russland mehrfach in „Friedenszeiten“ besucht, hat Slavistik studiert und arbeitet aktiv als Russischlehrer. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass der Bildungsabend keine „Expertenrunde“ ist, sondern dass er gerade Menschen ohne große politische Vorbildung in die Diskussion einbeziehen möchte.

Wo: Werner Goldschmidt-Salon, Wildenbruchstr. 15-17
Wann: Freitag, 7. November 2014, 18 bis 21.00 Uhr
Wer: VVN Gelsenkirchen, Hans-Georg Pokropp


Gegen den Terror der IS - Solidarität mit Kobanê und Şengal

Gegen den Terror der IS - Solidarität mit Kobanê und Şengal

Lautstark trugen die Menschen ihren Protest gegen den Terror der Mörderbanden des sogenannten “Islamischen Staats” (IS) auf die Straße und solidarisierten sich mit der umkämpften syrisch-kurdischen Stadt Kobanê. Es war die zweite Soli-Demo mit dem Widerstand in Kobanê und Şengal innerhalb einer Woche in der Gelsenkirchener Innenstadt.

Mehrere hundert Menschen waren dem Aufruf des Bündnis für ein freies Kurdistan (DIE LINKE Gelsenkirchen, Kurdische Initiative GE, VVN-BdA GE, SJD - Die Falken GE, SJD - Die Falken Bezirk Westliches Westfalen und der Alternative e.V.) gefolgt. Vom Bahnhofsvorplatz bewegte sich der Demonstrationzug am späten Freitag Nachmittag über die Bahnhofstraße zur Abschlusskundgebung auf dem Neumarkt.


Heiner Karuscheit im Rosa-Luxemburg-Club Gelsenkirchen

Heiner Karuscheit im Rosa-Luxemburg-Club Gelsenkirchen

Buchvorstellung und Diskussion. Donnerstag, 30.10.2014, um 19.30 Uhr im Alfred-Zingler-Haus, Margaretenhof 10 in 45888 Gelsenkirchen.

“Deutschland 1914 – vom Klassenkompromiss zum Krieg”. – Unter diesem Titel stellt der Gelsenkirchener Autor Heiner Karuscheit sein gleichnamiges Buch, das Anfang des Jahres im Hamburger VSA-Verlag erschienen ist, im Rosa-Luxemburg-Club Gelsenkirchen vor. Gegen die Behauptung vom “schlafwandlerischen” Hineinstolpern der europäischen Mächte in den Krieg vertritt er, dass der deutsche Weg in den Krieg innergesellschaftliche Ursachen hatte und stellt die zentralen Aussagen des Buchs in drei Punkten zur Diskussion:

Erstens: die Gesellschaftspolitik im Kaiserreich war durch ein “Dreiecksverhältnis” zwischen Militäradel, Bürgertum und Arbeiterbewegung bestimmt. Die vielfach behauptete “Verschmelzung” von Junkertum und Bourgeoisie zu einer einzigen herrschenden (bürgerlichen) Klasse ist eine Chimäre; die Arbeiterbewegung stand einem adelig-bürgerlichen Klassenbündnis gegenüber, in dem der preußische Gutsadel durch das Kommando über die Armee den Kern der Macht in der Hand hielt.

(...) Weiterlesen auf: Antifaschistisches Gelsenkirchen


Solidarität mit Kobanê – IS Terror stoppen

Solidarität mit dem Widerstand in Kobanê

Aufruf zur Solidemo am Freitag, 24.10 um 17 Uhr Gelsenkirchen, Bahnhofsvorplatz

Seit nun Wochen ist die Stadt Kobanê bedrängt von der Terrororganisation IS (Islamischer Staat). Nurdurch den Widerstand der kurdischen Einheiten der PYK und PYJ konnte ein Fallen der Stadt bisher verhindert werden. Die Region Rojava in Nordsyrien wird seit knapp 3 Jahren durch die Kurd*innen basisdemokratisch mit anderen Volks- und Religionsgemeinschaften selbst verwaltet.

Die Menschen in Rojava gestalten gemeinsam ein demokratisches undfriedliches Zusammenleben. So sind in jedem Ministerium derAutonomen Region Arabische, Christliche und Kurdische Menschen vertreten. Männer und Frauen arbeiten gleichberechtigt und es gib eine Frauenquote in der Verwaltung von 40%. Diese Form des solidarischen und gleichberechtigten Zusammenlebens steht der Ideologie des IS fundamental entgegen. Auch deshalb versuchen die Einheiten der IS die Kurdischen Gebiete zuerobern. Kobanê ist ein Symbol geworden für den Kampf für eine bessere Welt und gegen Terror und Unterdrückung!

Wir solidarisieren uns mit den Kämpfer*innen der PYK und PYJ. Wir unterstützen ihren Kampf für Freiheit, ein selbstbestimmtes Leben und eine friedliche Welt!

Es gibt in der Region nur wenig Verbündete der Kurd*innen in Kobanê. Saudi Arabien und Katar unterstützen den IS offen mit Geld und Waffen. Die Türkei verschärft die Lage der kurdischen Verteidiger*innen in Kobanê dramatisch. Sie verhindert die notwendige Versorgung der Menschen in Kobanê auch mit Lebensmitteln und Medikamenten durch die Schließung der syrischen Grenze zur Türkei. Statt die Kurd*innen zu unterstützen trägt sie auch innerhalb der Türkei zur Eskalationder Lage bei.

Wir fordern die deutsche Regierung auf, sofort Waffenlieferung an Saudi-Arabien, Katar und die Türkei zu stoppen. Die Bundesregierung darf nicht tatenlos zu sehen. Sie muss Druck auf die Türkei ausüben und so und mit Hilfelieferungen die Versorgung von Kobanê sicherstellen.

Auch hier in Deutschland wird die Solidarität erschwert, denn die Kämpfer*innen die das Massaker an den Jesiden verhinderten, gelten hier zu Lande als Terrororganisation.

Wir fordern eine Entkriminalisierung der Kurd*innen in Deutschland und eine bedingungslose Aufnahme und Versorgung von Flüchtenden aus Syrien.

Wir dürfen nicht mehr wegschauen bei dem Kampf um Kobanê! Wir zeigen unsere Solidarität und rufen zu einer Demonstration am Freitag 24.10 um 17 Uhr Gelsenkirchener Hauptbahnhof (Bahnhofsvorplatz) auf.

Biji Kobanê – Heute sind wir alle Kobanê - Der Widerstand ist überall!

Unterstützer*innen: DIE LINKE Gelsenkirchen, SJD - Die Falken Gelsenkirchen, SJD - Die Falken Bezirk Westliches Westfalen, VVN-BdA Gelsenkirchen, Alternative e.V.
Redner*innen: Niema Movassat, MdB DIE LINKE


Antikriegstag 2014: Stoppt die Kriegsgefahr in Europa und die Kriege weltweit!

Die Gelsenkirchener Friedensbewegung lädt Sie herzlich ein, am 1. September 2014 gemeinsam mit uns zu diskutieren und zu demonstrieren:
17.00 Uhr Informationen Preuteplatz/Bahnhofstraße,
17.30 Uhr Kundgebung Preuteplatz,
18.30 Uhr Demonstration zum Kriegerdenkmal am Grillo-Gymnasium. Seiner kriegsverherrlichenden Grundtendenz und der grassierenden Geschichtsvergessenheit werden die Teilnehmer eine Ehrung der wirklichen „Friedenshelden“, der Deserteure, Widerstandskämpfer und Kriegsgegner, entgegenstellen.

Aufruf Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger

Aufruf Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger

Liebe Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener, im Gedenken an den 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkrieges am 1. August 1914 und an den 75. Jahrestag des Überfalls Hitlerdeutschlands auf Polen am 1. September 1939, dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, warnt das Gelsenkirchener Antikriegstagsbündnis vor der wachsenden allgemeinen Kriegsgefahr in Europa und weltweit. Wir rufen dazu auf, am Antikriegstag gegen Faschismus und Krieg auf die Straße zu gehen.

Kriege „brechen“ nicht „aus“. Sie werden geführt, weil handfeste Interessen dahinter stecken. Sie werden oft jahrelang vorbereitet und gleichzeitig durch gezielt gestreute Halbwahrheiten und Lügen propagandistisch eingefädelt. Das war 1914 beim Beginn des Ersten Weltkrieges so. Mit der Regierungspropaganda vom „Verteidigungskrieg“ kaschierten deutsches Großkapital, Militär und Monarchie nur ihr Streben nach der Vorherrschaft in Europa. Das war 1939 beim Beginn des Zweiten Weltkrieges so, auf den das faschistische Deutschland seit 1933 systematisch hingearbeitet hatte. Mehr als 7.500 Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener bezahlten im Ersten und mehr als 20.000 im Zweiten Krieg den deutschen Größenwahn mit ihrem Leben. Als Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt fühlen wir uns deshalb verpflichtet, aktiv für Frieden und Abrüstung einzutreten. Heute wollen wir insbesondere darauf hinweisen, dass in den letzten Monaten in der Ukraine infolge gezielter Destabilisierung und Desinformation ein gefährlicher Brandherd entstanden ist, der sich schnell zu einem Krieg ausweiten und auf andere Länder übergreifen kann. Damit nehmen die Verantwortlichen bewusst die Gefahr eines heißen Krieges mitten in Europa in Kauf.

Wie konnte es dazu kommen? Um dieses fruchtbare und hochindustrialisierte Land hat sich ein gefährlicher Machtpoker entwickelt, bei dem zurzeit die EU die Nase vorn hat, die ihm ihre neoliberalen Bedingungen aufzwingt. Den berechtigten Protest von Teilen der Bevölkerung dagegen bekämpft die ukrainische Regierung gegenwärtig gewaltsam mit Rückendeckung auch der Bundesregierung. Dabei wird verschwiegen, dass ultrareaktionäre bis faschistische Kräfte Mitglieder der ukrainischen Regierung sind. Russland will sich seinerseits seinen Einfluss sichern.(...) Aufruf weiterlesen

Diesen Aufruf unterstützen:
Anna Bartholomé (Freidenkerverein Gelsenkirchen), Rolf Brauckmann (Kaufmann), Bernfried und Marlies David, Mechthild Dullau-Lüning, Günter Finke (Arbeiterverein Rotthausen), Dirk Galinski (DIE LINKE, Mitglied Bezirksvertretung Mitte), Monika Gärtner-Engel (Stadtverordnete AUF Gelsenkirchen), Martin Gatzemeier (DIE LINKE, Stadtverordneter), Tomas Grohé (DIE LINKE. Bezirksverordneter GE-West, Mitglied des Ruhrparlamentes), Jordanis Georgiou (Betriebsrat Thyssen-Krupp), Rolf Jüngermann (DKP), Gerlinde Gerber (Hausfrau), Jürgen Hansen (Stadtverordneter Piratenpartei, Maurer und Betonbaumeister), Mandy Hansen (Bilanzbuchhalter), Noman Hansen (Hochbautechniker), Sabine Hansen (Sekretärin), Dr. Rolf Heinrich (Pfarrer i.R.), Hartmut Hering, Alexander Hill (Busfahrer), Hans-Günter Iwannek (Rotthauser Aktivist), Andreas Jordan (GELSENZENTRUM e.V., Historiker), Heike Jordan (Aktive Antifaschistin), Robert und Marianne Konze (DKP), Sonja Konze-Ehms, Angela Kunik (Rentnerin), Gert Labatzki (Betriebsrat Küppersbusch, IGM), Christiane Link (Kreisvorsitzende der MLPD), Christian Link (IGBCE, Kumpel für AUF), Knut Maßmann (Antifaschistisches Gelsenkirchen), Dr. Willi Mast (AUF-Vorstand), Renate Mast, Rainer Matuczak (Hundetrainer), Hans Metzlaff (Rentner), Petra Müller (ver.di Bezirksfrauenrat), Ursula Möllenberg (DKP), Monika und Karl-Heinz Pawlitzki (DKP), Bettina Angela Peipe (DIE LINKE, Stadtverordnete), Paul Przawa, Gabi Reiter (Verkäuferin), Hans Rüther (Umweltgewerkschaft), Else Schäfer (Rentnerin), Beate Stall (Hausfrau), Doris Stöcker, Margret Taefler (DKP), Frank Tucci, Günter Wagner (Arzt für Allgemeinmedizin, ver.di), Susanne Wagner (ver.di), Eva Wannneck (Lehrerin), Lothar Wickermann, Petra Wickermann (DKP), Gabi Wieczorek (DKP), Bernd Wiehle-Krieger (IGM), Mark Zorko (IGM), Zarah Zorko (Umweltgewerkschaft)


Vortrag: "Am Tag der Befreiung bin ich wiedergeboren worden"

Selektion ungarischer Jüdinnen in Auschwitz

Die heute in den USA lebende Judith Altmann besucht Ende August die ehemaligen Standorte von NS-Unrechtsstätten u.a. in Gelsenkirchen-Horst und Essen, in denen sie vor 70 Jahren als Zwangsarbeiterin eingesperrt war. "Am Tag der Befreiung bin ich wieder-geboren worden" sagt Judith Altmann, "Ich freue mich darauf, diese Orte im Frieden wiederzusehen."

Am Sonntag, 31. August wird sie ab 17 Uhr in der Bleckkirche in Gelsenkirchen-Bismark über ihre Erfahrungen, ihr Überleben und ihre Lehren aus den Verbrechen des Nazi-Systems berichten.

Sie überlebte das KZ Auschwitz, die Außenkommandos des KZ Buchenwald in Gelsenkirchen, Essen und das KZ Bergen-Belsen. Judith Altmann, 1924 in Jasina in der damaligen Tschechoslowakei geboren, wurde im April 1944 zusammen mit ihrer Familie zunächst in ein Ghetto in Ungarn verschleppt. Dann wurde die Familie weiter in das KZ Auschwitz deportiert. Ihre Eltern, Geschwister und die meisten Verwandten überlebten das Vernichtungslager Auschwitz nicht. Von dort wurde das junge Mädchen zusammen mit 2000 jüdischen Mädchen und Frauen im Sommer 1944 zur Verrichtung von Zwangsarbeit weiter in das KZ-Außenlager von Buchenwald in Gelsenkirchen-Horst (Gelsenberg Benzin AG), dann in das KZ an der Essener Humboldstraße (Krupp) verschleppt. In den Lagern mussten die Frauen und Mädchen Zwangsarbeit für die deutsche Kriegswirtschaft leisten. "Wenn du nicht mehr arbeiten konntest, kamst du zurück nach Auschwitz" sagt Judith Altmann. Mit einem der berüchtigten Todesmärsche gelangte Judith Altmann schließlich über das KZ Buchenwald in das KZ Bergen-Belsen, wo sie im April 1945 von britischen Soldaten befreit wurde.

Eine Veranstaltung des gemeinnützigen Vereins Gelsenzentrum e.V. in Kooperation mit der Bleckkirche – Kirche der Kulturen, Gelsenkirchen, Bleckstraße (an der ZOOM Erlebniswelt). Der Eintritt ist frei. Reservierungen per Email an: sekretariat@gelsenzentrum.de oder Telefon: 0209-9994676


Gedenkfeier für den antifaschistischen Widerstandskämpfer Fritz Rahkob

Fritz Rahkob und seiner Frau Emma.

In diesem Jahr jährt sich nicht nur der Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren und der Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren, sondern auch die Ermordung des antifaschistischen Widerstandskämpfers Fritz Rahkob durch die Nazi-Justiz vor 70 Jahren. Und es ist fast 30 Jahre her, dass der Rat der Stadt Gelsenkirchen drei Plätze in der Gelsenkirchener Innenstadt nach örtlichen WiderstandskämpferInnen gegen den Faschismus benannt hat: den Heinrich-König-Platz, den Margarethe-Zingler-Platz und den Fritz-Rahkob-Platz.

In einer Stadt, die stark von Bergbau und Industrie geprägt war, war es nur logisch, dass der Widerstand gegen den Faschismus aus der Arbeiterschaft kam. Und diese Arbeiterschaft war politisch durch Sozialdemokratie, Kommunisten und Katholizismus vertreten. Heinrich König, Margarethe Zingler und Fritz Rahkob repräsentieren die Breite des Widerstands in Gelsenkirchen, der vor allem Arbeiterwiderstand war. Die Erinnerung an diese antifaschistischen Widerstandskämpfer hat in Gelsenkirchen zu Recht einen hohen Stellenwert.

Das Auftreten alter und neuer Nazis in Gelsenkirchen, auch im Rat der Stadt Gelsenkirchen, zeigt die bleibende Notwendigkeit sowohl zur Auseinandersetzung mit aktuellen rechten Positionen, als auch zu Gegenaktivitäten von Antifaschisten. Wir erachten aber auch die Auseinandersetzung mit den historischen Verbrechen des Faschismus für weiterhin notwendig, um einer Wiederholung dessen entgegen zu wirken.

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Gelsenkirchen lädt anlässlich des 70. Jahrestages der Ermordung von Fritz Rahkob am Sonntag, 24. August 2014, 18 Uhr zu einer kleinen Gedenkfeier auf dem Fritz-Rahkob-Platz an der Gedenktafel zwischen Hans-Sachs-Haus und Bildungszentrum ein.

Stolperstein erinnert in der Liebfrauenstrasse an Fritz Rahkob

Stolperstein für Fritz Rahkob

In der festen Überzeugung, man müsse den Krieg und den Faschismus aktiv bekämpfen, schloß sich Fritz Rahkob der Widerstandsgruppe um Franz Zielasko an, die in den frühen 1940er Jahren in Gladbeck, Oberhausen, Essen und Gelsenkirchen aktiv war. Die Gruppe um Franz Zielasko wurde verraten, im August 1943 verhaftete die Gestapo fast 50 Antifaschisten, darunter auch Fritz Rahkob. Franz Zielasko wurde bei den anschließenden Verhören zu Tode gefoltert. Fritz Rahkob und andere Kameraden wurden wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" vom "Volksgerichtshof" zum Tode verurteilt.

Am 24. August 1944 erfolgte Fritz Rahkobs Hinrichtung in Stuttgart durch Enthauptung. An dem Tag, an dem das Todesurteil vollstreckt wurde, verhaftete das NS-Regime auch seine Frau Emma. Kurz vor der Deportation in ein Konzentrationslager für Frauen wurde sie von den alliierten Truppen aus dem Münchener Polizeigefängnis befreit.

Schluss mit dem Krieg - Frieden für Palästinenser und Israelis!

Logo des Gush Shalom

Die Waffen nieder! Verhandeln statt schießen!
Antisemitischer Hetze entgegentreten!

Wir können nicht akzeptieren, dass die berechtigte Kritik an der Politik der israelischen Regierung mit antisemitischen Hetzparolen verbunden wird. Viele unserer Kamerad_innen sind Überlebende des Holocaust und erleben derartige Angriffe als persönliche Bedrohung. Wir versichern allen Jüdinnen und Juden in Deutschland unsere uneingeschränkte Solidarität. Die VVN-BdA verurteilt die erneute Eskalation der Gewalt im Nahen Osten. Einmal mehr wird jede Chance auf eine friedliche Lösung für die Menschen in Israel und Palästina der militärischen Logik geopfert.

Wir verurteilen die Politik der Regierung Netanjahu, in jeder Konfliktsituation sofort massive Militärgewalt anzuwenden. Durch Luftangriffe und Bodentruppen sind bereits hunderte Zivilisten bei israelischen Angriffen auf Gaza gestorben. Das Ergebnis ist erneut eine humanitäre Katastrophe, die die einfache Bevölkerung trifft. Gleichermaßen verurteilen wir, dass die Hamas mit ihrem ständigen Beschuss israelischer Siedlungen aus dicht bewohntem Gebiet Bewohner Israels bedroht und die eigene Bevölkerung zur Zielscheibe macht. Wir haben kein Verständnis für die Zurückweisung der Feuerpause.

Wir haben in unserer Organisation niemals Zweifel am Existenzrecht des Staates Israel gelassen. Gleichzeitig stehen wir – gemäß der UNO – Resolutionen – zur Forderung der Räumung der besetzten Gebiete und zum Recht des palästinensischen Volkes auf einen eigenen Staat. Beides setzt aber Verhandlungen und Friedenswillen voraus, nicht Krieg. Beide Seiten müssen sich aufeinander zu bewegen. Der fortgesetzte Bau israelischer Siedlungen in den besetzten Gebieten ist eine dauernde Anheizung des Konfliktes.

Die VVN-BdA unterstützt demgegenüber die Friedenskräfte in der Region, wie z.B. Gush Shalom, die mit einem Friedensbus von Jerusalem nach Gaza gefahren sind, von dem aus sie Botschaften des Friedens und der Verständigung senden.

Mit ihnen gemeinsam fordern wir einen sofortigen Stopp aller militärischen Aktivitäten.

Dies betrifft das Bombardement und die Bodenangriffe der israelischen Truppen in Gaza ebenso wie die Raketenangriffe der Hamas auf israelische Siedlungen.

Wir trauern um die Opfer dieses Krieges. Wir erwarten, dass die Bundesregierung und die internationale Staatengemeinschaft sich endlich energisch dafür einsetzen, dass Verhandlungen über einen Friedensprozess in Gang kommen, wie sie von arabischen Staaten mehrfach versucht wurden – und zwar unter Einschluss der Hamas. Von der Hamas erwarten wir endlich die eindeutige Anerkennung des Existenzrechts des Staates Israel.

Wir werden auch weiterhin jeder Art von Rassismus und Antisemitismus energisch entgegentreten.

Der Bundessprecherkreis der VVN-BdA, 25. Juli 2014

Vortrag: Wie rechts ist die "Alternative für Deutschland"?

Vortrag: Wie rechts ist die 'Alternative für Deutschland'?

Die "Alternative für Deutschland" (AfD) verfehlte im vergangenen Jahr mit 4,7 % knapp den Einzug in den Bundestag. Ins Europäische Parlament zog sie mit 7,0 % ein, ins Gelsenkirchener Rathaus als viertstärkste Partei mit 5,0 %. Diese rechtspopulistische Partei ist ein Retortenkind der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und der Unternehmerverbände der Metall- und Elektroindustrie. Klaus Stein, VVN-BdA Köln, wird über die Ziele der AfD sprechen und Kennzeichnendes vom Führungspersonal berichten.

Die VVN-BdA Gelsenkirchen lädt hierzu am Montag, 16. Juni 2014 um 19 Uhr in das Alfred-Zingler-Haus im Margaretenhof 10-12, 45888 Gelsenkirchen-Bulmke (Nähe „Stern“) ein. Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisa-tionen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemi-tische oder andere menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.


Antifaschistischer Stadtspaziergang: Nächster Halt - Stolperstein!

Antifaschistischer Stadtspaziergang: Nächster Halt - Stolperstein!

Am damaligen Standort des so genannten "Judensammellagers" am Wildenbruchplatz beginnt der begleitete Spaziergang entlang von Stolpersteinen im Bereich Neu- bzw. Altstadt und endet nach etwa 2,5 Stunden am alten Jüdischen Betsaal, Von-Der-Recke-Straße.

Treffpunkt: 7. Juni 2014, 14 Uhr am Wildenbruchplatz 2 (Polizeiwache), 45888 Gelsenkirchen. Teilnahme kostenlos, Anmeldung erbeten unter (0209) 9994676. Leitung: Andreas Jordan, Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen.

Veranstalter: Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Kreisvereinigung Gelsenkirchen in Kooperation mit der Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen.


Die Waffen nieder in der Ukraine! Stoppt die NATO!

Die Waffen nieder in der Ukraine! Stoppt die NATO!

Die Friedensbewegung teilt mit vielen Menschen hierzulande die Sorge um den Frieden in Europa. Nichts ist gut in der Ukraine. Die Lage ist zum Zerreißen gespannt, eine weitere Eskalation ist zu befürchten. Es ist 5 vor 12. Demonstrationen, Kundgebungen und andere Aktionen werden am 31. Mai überall im Land stattfinden. Bündnis gegen Rechts Gelsenkirchen, DIE LINKE, DKP und VVN BdA Gelsenkirchen rufen zur Teilnahme an einer Mahnwache auf:

Samstag, 31. Mai 2014 von 11 -13 Uhr, in Gelsenkirchen, Neumarkt Höhe Sparkasse)

Gemeinsames Signal an die Ukraine: DIE WAFFEN NIEDER! (AUFRUF als PDF-Datei)


Den Rechten die Rote Karte zeigen

Am 25. Mai 2014 bei der Kommunal- und Europawahl keine Stimme den faschistischen und rechtspopulistischen Parteien! Für eine solidarische, weltoffene und gerechte Gesellschaft!

Die rechtsextreme Splitterpartei “PRO NRW” will im Rahmen ihrer Wahlkampftour auch in Gelsenkirchen Station und Stimmung machen, und zwar am Samstag, 10. Mai um 13.00 Uhr auf dem Goldbergplatz in Gelsenkirchen-Buer. Die VVN-BdA Gelsenkirchen, das Gelsenkirchener Bündnis gegen Rechts und die LINKE rufen zur Gegenkundgebung auf: Kein Fußbreit für Faschisten und andere Rechtsausleger. Am Samstag gegen Nationalismus, Rassismus und Antiromaismus auf die Straße!


Filmvorführung:

Verboten - Verfolgt - Vergessen.
Die Unterdrückung und Verfolgung Andersdenkender in der Adenauerzeit

Dokumentarfilm von Daniel Burkholz. Länge: 42 Minuten, D 2012. FSK: o. A.

Foto: Wikimedia.org, Arnoldius. Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

Wir zeigen den Film am Montag, den 12. Mai 2014 im Kulturraum “flora”, in Gelsenkirchen, Florastraße 26. Beginn 19.30 Uhr. Das Zeitzeugenehepaar Ingrid und Herbert Wils wird anwesend sein und im Anschluss an den Film Fragen beantworten. Der Eintritt ist frei.

Es geht in dem Film um ein politisch verschwiegenes Thema: Die Verfolgung der politischen Opposition in der Adenauerzeit. Um Unrechtsurteile, gefällt in den 50er und 60er Jahren. Unzählige Frauen und Männer landeten damals im Gefängnis, sie wurden mit hohen Geldstrafen, Berufsverboten und der Aberkennung ihrer Bürgerrechte belegt.

Ingrid und Herbert Wils zum Beispiel. Das Ehepaar, heute hoch betagt, erinnert sich vor der Kamera an die Verhaftung, an die Prozesse, an die Entwürdigungen im Gefängnis. Ingrid Wils wird zu neun Monaten Haft verurteilt, Herbert, ihr Mann, ein erstes Mal zu 18 Monaten, später noch einmal zu fünfeinhalb Jahren Haft. Da hatten die beiden schon zwei kleine Kinder. Die Anklage: Staatsgefährdung, Geheimbündelei, Rädelsführerschaft.

Ihre sogenannten Verbrechen: Die Wils zählten zu den Linken, gehörten der KPD und der FDJ an. Und sie gingen – wie Tausende andere Menschen auch – nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf die Straße und demonstrierten gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands. Gewaltfrei. Das taten viele: Linke, Bürgerliche, Intellektuelle, Arbeiter, Angestellte, Menschen ohne jegliche Parteizugehörigkeit. Sie waren sich einig in ihrer pazifistischen Haltung "Nie wieder Krieg". Rosemarie Stiffel, eine weitere Zeitzeugin im Film, sagt: "Ich saß im Krieg öfter im Bunker als auf der Schulbank." Mit so einer Erfahrung muss man sich wehren gegen jede Art von Remilitarisierung. Bestraft wurde diese Haltung jedoch fast ausschließlich bei linksoppositionellen Menschen.

Die CDU-Regierung unter Konrad Adenauer hatte 1951 das Strafänderungsgesetz, auch »Blitzgesetz« genannt, erlassen. Bis 1968 gab es insgesamt rund 200.000 Ermittlungsverfahren, jede zwanzigste polizeiliche Untersuchung und Verfolgung führte zu einer Verurteilung. Das heißt, etwa 10.000 Frauen und Männer verschwanden manchmal für Jahre hinter Gittern. Für ein Urteil reichten Kontakte zur DDR, die Mitarbeit in Ersatzorganisationen der im Jahr 1956 verbotenen KPD oder auch sogenannte Beweise nur vom Hörensagen.

Der Film "Verboten – Verfolgt – Vergessen" macht ganz still. Ohne Heldenpathos sprechen die Betroffenen über ihre gestohlene Jugend, ihre Kriminalisierung, darüber, wie sie kaum Jobs nach der Haftentlassung fanden, in die Illegalität gingen und als Menschen zweiter Klasse abgestempelt wurden. Alle verloren den Pass, durften nicht wählen, blieben ohne bürgerliche Ehrenrechte, manchmal über Jahre hinweg. Bis heute gab es keine einzige Rehabilitierung durch die deutsche Justiz. "Verboten – Verfolgt – Vergessen" eröffnet die Chance, öffentlich über dieses dunkle Kapitel westdeutscher Geschichte zu diskutieren.

Rosa Luxemburg Stiftung NRW



Veranstalter: Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), Kreisvereinigung Gelsenkirchen in Kooperation mit der RLS-NRW. Info: (0209) 9994676.


Ostermarsch Rhein-Ruhr 2014

Ostermarsch Rhein-Ruhr, 19.-21. April 2014

Auch in diesem Jahr gehen Friedensbewegte zu Ostern wieder auf die Straße, um gegen Krieg, Rüstung und Militär, für Abrüstung und die zivile Bearbeitung von Konflikten zu demonstrieren. Unter dem Motto "NATO- und EU-Kriege stoppen, Atom[kraft]/waffen abschaffen - Für eine zivile EU!" findet von Ostersamstag (19. April) bis Ostermontag (21. April) die Aktionen des Ostermarsch Rhein-Ruhr statt.

Der Fahrradkorso macht am 20. April im Gelsenkirchen Station. Ab 11.30 Uhr findet am Mahnmal im Stadtgarten eine Kundgebung mit Kranzniederlegung statt. Gemeinsam gedenken Friedensbewegte den Opfern von Krieg und Faschismus, es spricht Rolf Heinrich, Pfarrer a.D.

Den Aufruf zum diesjährigen Ostermarsch und weitere Infos zu einzelnen Aktionen findet ihr auf der Ostermarsch-Homepage


Umbenennung: Wagenfeld verschwindet schon bald aus dem öffentlichen Raum

VVN-BdA Gelsenkirchen unterstützt Anregung: Karl-Wagenfeld-Weg umbenennen

Beschlossene Sache: Der Karl-Wagenfeld-Weg in Gelsenkirchen-Buer wird umbenannt. Als neuer Namensgeber ist der Gelsenkirchener Widerstandskämpfer Werner Goldschmidt vorgeschlagen, dieser Vorschlag wird auch von der VVN-BdA Gelsenkirchen unterstützt.

Wie zu erfahren war, wird im Kreis der Anwohner dagegen der in Buer geborene Heimat-forscher Hugo Vöge (1918-2011) als neuer Namensgeber für den Weg favorisiert. Vöge, ehemalige Ehrenmitglied des Vereins für Orts- und Heimatkunde Buer und Träger des Bundesverdienstkreuzes wird grade auf eine mögliche NS-Belastung hin überprüft. Wie die Entscheidung letztlich ausfallen wird, bleibt abzuwarten.

Weiterlesen: Karl-Wagenfeld-Weg ist bald Geschichte


Solidarität statt Rassismus

Solidarität statt Rassismus

Aus Anlass des fremdenfeindlichen Überfalls am Schalker Markt 6 am Abend des 9. Februar organisierte Andreas Jordan eine Antirassismuskundgebung am heutigen Samstag, 15. Februar 2014 an der Ecke Gewerkenstraße/Schalker Markt/Schalker Straße. Schätzungsweise 80 bis 100 Personen waren gekommen, schwenkten die Fahnen und zeigten die Transparente ihrer Organisationen, darunter die IG Metall, Die Linke, die DKP, AUF/MLPD, die VVN-BdA und last but not least die Schalker Fan-Initiative.

Weiterlesen: Antifaschistisches Gelsenkirchen


Antirassismus-Kundgebung in Schalke: Solidarität statt Rassismus!

Rassismus schadet bereits in geringsten Mengen

Antirassistische Kundgebung

Samstag, 15. Februar ab 13 Uhr
Gelsenkirchen
Gewerkenstraße/Schalker Markt/Schalker Straße

Der fremdenfeindliche Angriff am 9. Februar 2014 auf die Bewohner eines Hauses am Schalker Markt 6 in Gelsenkirchen darf nicht ohne zeitnahen Protest bleiben und womöglich Schule machen!

Rassismus ist nicht nur ein Problem am rechten Rand der Gesellschaft, sondern findet sich jeden Tag im alltäglichem Leben, unterstützt auch durch Politik aus der Mitte der Gesellschaft, bei vielen Menschen wieder. Daher ist es wichtig, sich konsequent gegen jede Form von Ausgrenzung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu stellen. Rassismus darf nicht salonfähig werden. Die VVN-BdA Kreisvereinigung ruft zur Teilnahme an der Kundgebung des Bündnis gegen Rechts auf.


Landesdelegiertenkonferenz am 08.02.2014 in Düsseldorf

Landesdelegiertenkonferenz am 08.02.2014 in Düsseldorf

Das antifaschistische Erbe ganz konkret auf die Zukunftsaufgaben und die Lage in Nordrhein-Westfalen anzuwenden, mit diesem geglückten Versuch befaßte sich die Landesdelegiertenkonferenz der Vereinigung der Verfolgten den Naziregimes - Bund der Antifaschisten von Nordrhein-Westfalen am Samstag in den Räumen des gastgebenden Verdi-Landesbezirks in Düsseldorf. Unter den 76 Delegierten aus 22 Kreisorganisationen befanden sich auch 2 Gelsenkirchener Delegierte. In den einstimmig angenommenen "Programmatischen Eckpunkten" wurde ein Bogen gespannt von den antifaschistischen Elementen der Landesverfassung von 1950 hin zur heutigen Aufgabenstellung.

Landesdelegiertenkonferenz am 08.02.2014 in Düsseldorf

Neben der inhaltlichen Beschäftigung mit der rechtspopulistischen "Alternative für Deutschland", über die der Sozialwissenschaftler Alexander Häusler von der Arbeitsstelle Neonazismus an der Fachhochschule Düsseldorf referierte, wurden u.a. auch die Berichte über die neuen Zeitzeugengruppen der "Kinder des Widerstandes" stark beachtet.

Mehr auf der Landesseite

Fotos: Knut Maßmann


Filmvorführung: Briefe aus der Deportation - Französischer Widerstand und der Weg nach Auschwitz

Filmvorführung: Briefe aus der Deportation - Französischer Widerstand und der Weg nach Auschwitz

Wir zeigen den Film am Donnerstag, den 20. Februar 2014 im Kulturraum “flora”, in Gelsenkirchen, Florastraße 26. Vorführung für Schulklassen: 10.00 Uhr, Voranmeldung erforderlich, Info: (0209) 9994676. Abendvorführung 19.30 Uhr. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.

Der Film von Pierre Dietz zeichnet den Weg des französischen Arbeiters William Letourneur nach, der 1943 von einem Nachbar denunziert von der Gestapo in Maromme, einem Vorort von Rouen, verhaftet und über Compiègne nach Buchenwald deportiert wurde. Weitere Stationen waren Konzentrationslager in Lublin und Auschwitz. Während dieser Zeit hielt er über heimliche und offizielle Briefe Kontakt zu seiner Frau, die ihm alles schickte, was sie entbehren konnte. In Auschwitz wurde William Letourneur stumm. Nur Krankenblätter sind Zeugnisse aus dieser Zeit. "Briefe aus der Deportation" ist auch als Buch erschienen.

Trailer "Briefe aus der Deportation"

Foto: © Contrabasta Filmstudio/Pierre Dietz. "Briefe aus der Deportation", Dokumentarfilm © 2012, Länge 60 Mimuten. Der Film wird von der Landesmedienanstalt Baden-Württemberg für den Unterricht empfohlen. (LEHR-Programm gem. §14 JuSchG)
Veranstalter: Gelsenzentrum e.V. in Kooperation mit der VVN-BdA, Kreisvereinigung Gelsenkirchen.


Gelsenkirchen: Weitere Stolpersteine zum Gedenken an Opfer des Faschismus

Stolperstein erinnert an den kommunistischen Widerstandskämpfer Fritz Rahkob

11.12.2013. Mit Kindertransporten konnten die drei Kinder der Familie Back nach Schweden gerettet werden, die Mutter wurde in Auschwitz ermordet, der Vater starb in Theresienstadt. Das Ehepaar Hirsch wurde in der Gaskammer von Treblinka erstickt, Lieselotte Elikan starb in Stutthof. Werner de Vries überlebte Riga und Stutthof und kehrte nach seiner Befreiung zunächst nach Gelsenkirchen zurück. Zur Erinnerung an die Lebens- und Leidenswege dieser Menschen verlegt Gunter Demnig am 17. Dezember in Gelsenkirchen neun weitere Stolpersteine. Zur Teilnahme an den Verlegungen sind alle Mitbürgerinnen und Mitbürger herzlich eingeladen.

14:30 Uhr, Lieselotte Elikan & Werner de Vries, Arminstraße, Höhe Kurt-Neuwald-Platz 15:00 Uhr, Adolf & Johanna Hirsch, Von-Der-Recke-Straße 9
15:30 Uhr, Moritz, Paula, Hilde, Ernst und Klaus Back, Ebertstraße 1


„Bundeswehrfreie Zonen" auch in Gelsenkirchen

Schule ohne Bundeswehr

5.12.2013. Auch in 2014 wird sich die VVN-BdA Kreisvereinigung Gelsenkirchen im Rahmen ihrer Arbeit für den Frieden aktiv gegen die Werbung der Bundeswehr an Gelsen-kirchener Schulen und in deren Umfeld einsetzen. Darauf hat sich die Mitgliederver-sammlung in ihrer letzen Sitzung in diesem Jahr verständigt.

"Der Bundeswehr geht es vor allem darum, den Soldatenberuf unter den zukünftigen Schulabgängerinnen und -abgängern schmackhaft darzustellen. Nachdem (...) die Wehrpflicht "ausgesetzt" wurde, ist diese Zielsetzung von noch größerer Bedeutung geworden. Diejenigen, die meinen Jugendoffiziere und Wehrdienstberater müssten in die Schulen kommen wie andere Berufsberater auch, der verkennt jedoch: Die Bundeswehr ist eine Armee. Ihr Sinn besteht in erster Linie darin, Kriege zu führen und junge Menschen an Waffen auszubilden. Dabei wird billigend der Tod von Menschen in Kauf genommen. Auch wer in der Bundeswehr nicht aktiv an der Waffe dient, ist doch Teil dieser Maschinerie. Nicht zuletzt nutzt die Bundeswehr gezielt den Mangel an Ausbildungsplätzen für ihre Werbung aus, bietet interessante Karrieren innerhalb der Bundeswehr an, nicht nur an Schulen. Auch die Arbeitsagenturen stellen der Bundeswehr Büros zur Verfügung und suggerieren somit, dass es sich bei dem Soldatenberuf um eine normale Perspektive für junge Menschen handelt." (Quelle: Auszug aus dem Antrag 7 der LDK der VVN/BdA NRW an den Bundeskongress, 26.02.2011)

Jüngst hat die LehrerInnenkonferenz der Willy-Brand-Gesamtschule in der Nachbarstadt Bochum ihre nach einem Friedensnobelpreis-träger benannte Schule zur „bundeswehrfreien Zone“ erklärt. "Das Lösen von Konflikten mit militärischer Gewalt sei mit den Erziehungs-zielen der Schule unvereinbar. Mit dem Beschluss soll ganz konkret Bundeswehrwerbung in der Schule unterbunden werden. Dieser Beschluss erhält gerade dadurch Bedeutung, dass CDU und SPD sich in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigt haben, die Werbung an Schulen zu intensivieren. Wörtlich heißt es im Koalitionsvertrag: 'Die Jugendoffiziere leisten eine wichtige Arbeit bei der Information über den Auftrag der Bundeswehr. Wir begrüßen es, wenn möglichst viele Bildungsinstitutionen von diesem Angebot Gebrauch machen. Der Zugang der Bundeswehr zu Schulen, Hochschulen, Ausbildungsmessen und ähnlichen Foren ist für uns selbstverständlich.'" (Quelle: Bochumer Friedensplenum, Michael Schulze von Glaßer)


Einladung zur Landesdelegiertenkonferenz

VVN-BdA Kreisvereinigung Gelsenkirchen

26.11.2013. Demokratie verwirklichen! Frieden schaffen! – Für einen starken antifaschistischen Bund – Nazis, Militaristen und Rassisten stoppen! Das ist das Motto der Landesdelegiertenkonferenz und des Entwurfs ihres Leitantrages, der mit den Worten beginnt: „Im Sommer 2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal und der des Zweiten Weltkrieges zum 75. Mal. Die Kriegsschuld lag bei Deutschland. Wir sind aufgerufen, die Verantwortung zu erkennen und nie wieder derartige Jahrtausendverbrechen zuzulassen. Es gilt, eine breite Friedensbewegung und umfassende antifaschistische Bewegung zu schaffen. Die Stärkung unserer Kampfgemeinschaft, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten ist eine vordringliche Aufgabe.“

Diesen Entwurf des Leitantrages hat der Landesausschuß zur Diskussion innerhalb, aber auch außerhalb der Landesvereinigung veröffentlicht. Es wurden darin u.a. neu behandelt: die Themen 100 Jahre Erster und 75 Jahre Zweiter Weltkrieg, die Veränderrungen seit dem VS-Skandal um den NSU, das Versagen der Landespolitik in den Bereichen Antifaschismus und Friedenspolitik sowie die politischen Herausforderungen für den Antifaschismus und Antirassismus in NRW und für die Schaffung demokratischer Krisenauswegsszenarien. Diskussionsbeiträge, Änderungsvorschläge, Kritik bitte an: nrw[at]vvn-bda[dot]de.

Unter www.nrw.vvn-bda.de ist der Wortlaut des Leitantrags-Entwurfes zu erhalten. Es können sich dort auch Gäste anmelden. Auf der Homepage der VVN-BdA NRW sind ständig neue Meldungen zu den Themen unserer Arbeit zu finden.

Landesdelegiertenkonferenz der VVN-BdA NRW am Samstag, 8. Februar 2014 im ver.di-Haus, Karlstraße 123-124, 40210 Düsseldorf


75 Jahre nach den Novemberpogromen von 1938

VVN-BdA Gelsenkirchen, 9. November 2013

10.11.2013. 75 Jahre nach der Pogromnacht vom 9. November 1938 fand auch in Gelsen-kirchen eine Gedenkveranstaltung statt. Zur Teilnahme aufgerufen hatte die "Demokra-tische Initiative" unter der Schirmherrschaft des Gelsenkirchener Oberbürgermeisters Frank Baranowski (SPD).

Die örtliche Vereinigung der VVN-BdA nahm an der Veranstaltung teil und verteilte Flug- blätter, auf denen auf Gunter Demnigs Projekt Stolpersteine hingewiesen wurde. Seit 2009 werden die kleinen Denkmale, die an Menschen erinnern, die der mörderischen Willkür des Naziregimes zum Opfer fielen, auch in Gelsenkirchen verlegt. Dabei erinnern rund zwei Drittel der mittlerweile 78 in unserer Stadt verlegten Stolpersteine an jüdische Bürgerinnen und Bürger Gelsenkirchens, die in der Pogromnacht 1938 persönlich von der Gewalt der Nazis und ihren HelferInnen betroffen waren. Auch in diesem Jahr wurden die Stolpersteine weder in die Gedenkfeierlichkeiten der "Demokratische Initiative" einbezogen noch vom Oberbürgermeister in seiner Rede zum 9. November erwähnt.

Der Rote Emscherbote schreibt: Eindrücke vom 9. November 2013


VVN-BdA Gelsenkirchen unterstützt Anregung: Karl-Wagenfeld-Weg umbenennen

VVN-BdA Gelsenkirchen unterstützt Anregung: Karl-Wagenfeld-Weg umbenennen

19.10.2013. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, VVN-BdA Gelsenkirchen, unterstützt die Anregung von Andreas Jordan nach § 24 der Gemeindeordnung vom 2. Juni 2013, in der er die Umbenennung des jetzigen Karl- Wagenfeld-Weges in Gelsenkirchen-Buer in Werner-Goldschmidt-Weg anregt. Der Karl-Wagenfeld-Weg in Gelsenkirchen-Buer erinnert an den Lehrer, Mundartdichter und Schriftsteller, Redakteur und Organisator des Westfälischen Heimatbundes.

Karl Wagenfeld, am 05.04.1869 in Lüdinghausen geboren und am 19.12.1939 in Münster gestorben, war seit dem 27.04.1933 Mitglied der NSDAP und nachweislich kein Mitläufer oder Opportunist. Die für die Stadt Münster tätige Kommission Straßennamen (dort gibt es eine nach ihm benannte Wagenfeldstraße) kam 2011 zu dem Schluss, dass sich Wagenfeld "aus voller Überzeugung (...) dem NS-Regime angedient hat." Die Kommission belegt dies mit Zitaten von Karl Wagenfeld und empfiehlt daher die Umbenennung der Wagenfeldstraße in Münster.

Zum gleichen Ergebnis sollte auch die Stadt Gelsenkirchen kommen und daher die Umbenennung des Karl-Wagenfeld-Weges in die Wege leiten. Die in Münster verwendeten Unterlagen sind dem Institut für Stadtgeschichte sicherlich bekannt. Unseres Erachtens wäre es mehr als nur gerecht, wenn nach der langjährigen Ehrung eines Nazis im öffentlichen Raum nun ein Widerstandskämpfer oder ein Opfer des Nationalsozialismus durch eine öffentliche Benennung geehrt wird. Andreas Jordan schlägt in seiner Anregung eine Ehrung des Gelsenkirchener Widerstandskämpfers und Überlebenden des Holocausts, Werner Goldschmidt, vor.

Werner Goldschmidt, 1909 geboren, konfessionsloser Jude, engagierte sich in der Arbeiterbewegung und beteiligte sich aus politischer Überzeugung am Widerstand gegen die Nazis. Er wurde 1935 verhaftet und 1936 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. 1941 wurde er in das Gelsenkirchener Polizeigefängnis überstellt und am 27. Januar 1942 mit seinen Eltern und zahlreichen anderen Gelsenkirchener Juden in das Ghetto Riga deportiert. Er überlebte das Ghetto Riga, das KZ Kaiserwald, das KZ Stutthoff und das KZ Buchenwald, und kehrte nach der Befreiung des KZ Buchenwalds zunächst nach Gelsenkirchen zurück. Später wanderte er mit seiner Frau in die USA aus, wohin sich schon seine Schwester 1937 vor den Nazis gerettet hatte.

Wir unterstützen nachdrücklich die Umbenennung des Karl-Wagenfeld-Weges in Werner-Goldschmidt-Weg!


Gedenken: 75. Jahrestag der Pogromnacht vom 9. November 1938

75. Jahrestag der Pogromnacht vom 9. November 1938

8.10.2013. Die Novemberpogrome vom 9. auf den 10. November 1938 waren eine vom NS-Terrorregime organisierte und gelenkte Zerstörung von Leben, Eigentum und Einrich-tungen jüdischer Menschen im gesamten "Deutschen Reich". In dieser Nacht wurden hunderte jüdische Menschen von Nazis und ihren Helfershelfern vergewaltigt, zusammen-geschlagen, ermordet oder in den Suizid getrieben. Fast alle Synagogen, Geschäfte jüdischer Eigentümer, Wohnungen und viele jüdische Friedhöfe in Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei wurden in der Pogromnacht zerstört. Ab dem 10. November wurden ca. 30.000 Juden in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt, wo viele ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben. Jüdische Betroffene und Zeitzeugen aus der Mehrheitsgesellschaft schildern ihre Erlebnisse in der sogenannten "Reichskristallnacht": Die Pogromnacht in Gelsenkirchen

Auch in diesem Jahr finden an vielen Orten in Deutschland Veranstaltungen zum Gedenken an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger statt, die in der so genannten "Reichskristallnacht" vom 9. auf den 10. November 1938 Opfer rassistisch motivierter Gewalttaten gegen Leben und Eigentum wurden.

Die Kreisvereinigung der VVN-BdA Gelsenkirchen ruft zur Teilnahme an den Gedenkver-anstaltungen auf: "Der Jahrestag der Pogrome mahnt uns, weiter unbeirrt für die historische Losung "Nie wieder" einzutreten. Neofaschistische, rassistische, antiziganistische, antisemitische und homophobe Auffassungen haben heute Konjunktur. Der Novemberpogrome von 1938 zu gedenken verpflichtet, den Kampf gegen die extreme Rechte in diesem Land zu verstärken. Der 75. Jahrestag ist kein Grund zum Feiern, sondern Anlass zu noch größerem generationsübergreifenden antifaschistischen Engagement!"


Griechenland – Solidarität – ein Diskussionsabend mit Giorgos Chondros (SYRIZA)

Wahlplakat von SYRIZA (2007): „Vereint und links machen wir das Unmögliche möglich!“

27.9.2013. Die Linke Gelsenkirchen (DKP, DIE LINKE, VVN/BdA) lädt zu einem Diskussionsabend mit Giorgos Chondros von der griechischen SYRIZA ein. G. Chondros reist gegenwärtig durch Deutschland, um über die Lage in Griechenland und die politischen Alternativen, die SYRIZA vorschlägt, zu berichten.

Datum:Mittwoch, 9. Oktober 2013
Ort:Alfred-Zingler-Haus, Gelsenkirchen, Margaretenhof 10
Beginn:19.00 Uhr
 

Mit einem Streik des öffentlichen Dienstes wurde in Griechenland der heiße Herbst eröffnet. Giorgos Chondros wird über die aktuelle politische Situation in Griechenland und die Vorschläge von SYRIZA für einen sozialen und demokratischen Weg aus der Krise informieren. SYRIZA hat mit dem Kongress im Juli deutlich gemacht, dass sie zur Regierungsübernahme und der Bildung einer Linksregierung bereit ist.

Kein Versuchskaninchen für Schocktherapie

Bei dieser Veranstaltungsreihe wird Giorgos Chondros nicht nur vom Ausmaß des Desasters und der humanitären Katastrophe berichten, sondern auch von den verschiedenen Aktivitäten der sozialen Solidarität, die von der Bevölkerung Griechenlands entwickelt wurden. Die Solidaritätsbewegung ist ein integraler Bestandteil des Kampfes für ein Ende der sog. Austeritätspolitik, d. h., einer Politik des Zusammensparens aller öffentlichen Ausgaben, die der Bevölkerung Griechenlands von der Troika und den verschiedenen Regierungen der letzten Jahre aufgezwungen wurde. Die Bevölkerung Griechenlands wehrt sich, das Versuchskaninchen der „Schocktherapie“, die nach und nach auf die restlichen EU-Mitgliedsländer ausgedehnt werden soll, zu werden und hat damit die Pläne der wirtschaftlichen und politischen Eliten durchkreuzt.

In diesem Rahmen wurde ‚Solidarität für Alle‘ entwickelt. ‚Solidarität für Alle‘ möchte einen weiteren Punkt setzen im Kampf für ein Leben ohne Spardiktate, Armut, Ausbeutung, Faschismus und Rassismus und strebt danach, die Bedingungen für einen radikalen Politik-wechsel und soziale Transformation zu schaffen.

„Wir sollten also begreifen, dass das Problem ein europäisches ist, und dass seine grundlegenden Dimensionen längst benannt wurden: das gemeinsame Angehen der öffentlichen Verschuldung, die Krise des Bankensystems, die ökonomische Entwicklung und natürlich das gigantische Problem der Arbeitslosigkeit.“ (Alexis Tsipras, Vorsitzender von SYRIZA).                                       Text: Ursula Möllenberg


Filmpräsentation: "Wir haben es doch erlebt" Das Ghetto von Riga

Wir haben es doch erlebt. Das Ghetto von Riga, ein Film von Jürgen Hobrecht

10.9.2013. Filmvorführung am Donnerstag, 31. Oktober 2013, 19:30 Uhr in der Gelsen-kirchener "flora", Florastraße 26. "Wir haben es doch erlebt". Der Film erinnert an die NS-Verbrechen im Ghetto von Riga. Regisseur Jürgen Hobrecht wird im Anschluss Fragen des Publikums beantworten. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Die Kreisvereinigung Gelsenkirchen der VVN-BdA ist Mitveranstalter, zusammen mit Gelsenzentrum - Gemeinnütziger Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Gelsenkirchen e. V. laden wir herzlich zu dieser Filmpräsentation ein.

Der Filmemacher Jürgen Hobrecht hat über viele Jahre hinweg die Spuren der mit dem Namen „Riga“ verbundenen NS-Verbrechen und die damit verknüpften Lebens- und Leidenswege Ermordeter und der wenigen Überlebenden recherchiert. Seine erschütternde Dokumentation begibt sich an die Orte des Geschehens in Lettland, zeigt aber auch, wie akribisch die Deportationen in Deutschland vorbereitet wurden.

Rund 25.000 Juden aus dem "Deutschen Reich" wurden ab Herbst 1941 nach Riga verschleppt, Hauptstadt des von Hitlers Wehrmacht besetzten Lettland. Zwischen November 1941 und Oktober 1942 fuhren 25 Züge der Reichsbahn mit ihrer Menschen-fracht aus 14 Städten - darunter u.a. Gelsenkirchen, Dortmund, Münster und Bielefeld - nach Riga. Unmittelbar zuvor waren die bis dahin im Ghetto von Riga internierten ca. 27.000 lettischen Juden und Jüdinnen in einem Massaker ermordet worden - das Ghetto wurde "freigeschossen" sagt Margers Vestermanis, selbst Überlebender des Holocaust in Lettland. Die SS schaffte mit dieser Mordaktion Platz für die Neuankömmlinge aus Deutschland. Tausende der Deportierten wurden bereits direkt nach ihrer der Ankunft in Riga erschossen. Diejenigen, die das Ghetto lebend erreichten, erlitten hingegen ein jahrelanges Martyrium in Konzentrationslagern und Unrechtsstätten, an dessen Ende auf die meisten Menschen ebenfalls der Tod wartete. Von den 24.605 in den Jahren 1941 und 1942 nach Riga deportierten jüdischen Menschen aus dem so genannten "Großdeutschen Reich" überlebten unter unsäglichen Leiden und Qualen nur 1.073. Von den 355 Gelsenkirchener Juden – am 27. Januar 1942 nach Riga verschleppt – wurden 307 in Riga und Umgebung ermordet. Allein bei der Auflösung bzw. Räumung des Rigaer Ghettos am 2. November 1943 ermordete die SS und ihre Helfer 87 Gelsenkirchener, darunter zwanzig Kinder.


Kreisvereinigung Gelsenkirchen wählt neuen Vorstand

VVN-BdA Kreisvereinigung Gelsenkirchen

9.9.2013. Auf ihrer Jahreshauptversammlung hat die VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) Kreisvereinigung Gelsenkirchen Andreas Jordan und Knut Maßmann in den neuen Vorstand gewählt. Sie vertreten die Kreisvereinigung Gelsenkirchen als Sprecher auch nach aussen. Die Mitgliederversammlung war sich einig, dass die Hauptaufgaben der VVN-BdA Gelsenkirchen die Erinnerungs- und Bildungsarbeit, der Antifaschismus sowie Friedensarbeit und Antimilitarismus bleiben. Die Presse-, Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit soll intensiviert werden, auch die Vernetzung und der Austausch mit antifaschistischen Aktivistinnen und Aktivisten im regionalen Umfeld soll weiter ausgebaut werden.


Antikriegstag 2013: Bomben schaffen keinen Frieden

Antikriegstag 2013 in Gelsenkirchen

1.9.2013. Vom strömende Regen ließen sich die Friedensbewegten nicht beindrucken. Auf der Kundgebung am Samstag in der Gelsenkirchener Altstadt, die in diesem Jahr unter der sich abzeichnenden Gefahr, vielleicht gar Realität eines Angriffs durch die USA und ihrer Alliierten auf Syrien und damit einer gefährlichen Zuspitzung der Lage im Nahen Osten stand, wurden neben den Redebeiträgen auch Gedichte von Kurt Tucholsky (Der Graben) und Erich Kästner (Stimmen aus dem Massengrab) vorgetragen. Im Anschluß an die Kundgebung zogen die TeilnehmerInnen in einem Demonstrationszug zum Mahnmal im Stadtgarten. Dort wurde an den Widerstand gegen das NS-Terrorregime und die Opfer von Krieg und Faschismus erinnert.

Redebeitrag von Ursula Möllenberg (VVN/BdA) Redebeitrag von Ursula Möllenberg (VVN/BdA)

Redebeitrag von Ingrid Remmers, MdB (DIE LINKE) Redebeitrag von Ingrid Remmers, MdB (DIE LINKE)


Gedenken: 80. Jahrestag des gewaltsamen Todes von Erich Lange

Hier ermordet: Erich Lange

25.3.2013. Erich Lange hat nicht geschwiegen, wie soviele zu jener Zeit. Er hat gehandelt. Der junge Widerständler, der zunächst sogar selbst Mitglied der sogenannten “Sturmstaffel” der NSDAP war, erkannte früh, wohin der Weg der Nazis führen sollte. Er verließ die “SS” 1932 und trat zum “Kampfbund gegen den Faschismus” über, wurde aktiver Widerständler. In der Nacht vom 21. auf den 22. März 1933 wurde er von den neuen Machthabern ermordet. Am Samstag haben AntifaschistInnen seines gewaltsamen Todes vor 80 Jahren gedacht. In der Straße "Am Rundhöfchen" erinnert ein Stolperstein an an den Antifaschisten Erich Lange, dort wurde er von einem SS-Mann erschossen. In ehrendem Gedenken legten Stolperstein-Paten und die TeilnehmerInnen Blumen am Ort des Mordes in der Gelsenkirchener Altstadt nieder.

Redebeitrag von Knut Maßmann (VVN/BdA) Redebeitrag von Knut Maßmann (VVN/BdA)

Redebeitrag von Wolfgang Küppers (Bündnis 90/Die Grünen) Redebeitrag von Wolfgang Küppers (Bündnis 90/Die Grünen)

Der ROTE EMSCHERBOTE schreibt: Gedenken an Erich Lange Gedenken an Erich Lange


Vortrag: Warum schützt und unterstützt der Staat Neofaschisten?

Gedenken an Thomas 'Schmuddel' Schulz

5.2.2013. Seit 1990 starben in Deutschland fast 200 Menschen durch neofaschistische Gewalt. Politische Hintergründe werden durch Polizei und Staatsanwaltschaften meist von vornherein ausgeschlossen; z.B. hier im Ruhrgebiet: „Nach einer kurzen verbalen Auseinandersetzung tötet der Dortmunder Neonazi Sven Kahlin den unbewaffneten Punk Thomas 'Schmuddel' Schulz in einem U-Bahnhof mit einem Messerstich ins Herz.

Einen politischen Hintergrund wollte das Landgericht Dortmund bei dem wegen eines Angriffs auf einen Punk vorbestraften Kahlin nicht erkennen und verhängte sieben Jahre Haft wegen Totschlags. Die Neonaziszene in NRW feierte Kahlin als Märtyrer. Aus der Haft verbreitete er eine Grußbotschaft an die 'Kameraden'. Ende September 2010 wurde der inzwischen 22-Jährige vorzeitig entlassen und ist wieder in die Dortmunder Neonazistrukturen eingestiegen.“
Siehe dazu auch: Antifaschistisches info Blatt - Tote ohne Anerkennung Antifaschistisches info Blatt - Tote ohne Anerkennung

Vor nahezu einem Jahr, Anfang November 2011, flog die neofaschistische Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) auf. Die mutmaßlichen Rechtsterroristen des NSU sollen für insgesamt zehn Morde, an griechisch- und türkischstämmigen Gewerbetreibenden und einer Polizistin, sowie für zwei Bombenanschläge verantwortlich sein. Dreizehn Jahre konnten die Terroristen in der BRD agieren, ohne dass ihnen Staat oder Behörden in die Quere kamen. Die Polizei schikanierte stattdessen die Angehörigen der Ermordeten: Ihre Hypothese der „organisierten Ausländerkriminalität“ wurde bis zum Schluss aufrecht erhalten. Verstrickungen staatlicher Behörden in das engste Umfeld der Terrorzelle sind ebenso unübersehbar wie vielfältige Maßnahmen zur Vertuschung der Umstände, unter denen der NSU entstand. Spitzel, „V-Männer“ und Geheimdienstseilschaften flankieren den Weg des NSU - von Anfang an. Aber: Warum schützt und unterstützt der Staat Neofaschisten? Welches Interesse hat er an ihrer Existenz und was ist ihre Funktion?

Referent: Sebastian Carlens, innenpolitischer Redakteur der Tageszeitung „junge Welt“

Samstag, 16. Februar 2013 - Einlass 19 Uhr, Beginn 19.30 Uhr
Alternative e.V., Overwegstraße 53, 45879 Gelsenkirchen
Freiwillige Spende: 2 Euro
Veranstalter: VVN-BdA Gelsenkirchen
Faschisten sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.


Bundesweite Verteilaktion "Grundgesetz für alle" findet auch in Gelsenkirchen statt

Grundgesetz für alle

10.5.2012. Das Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen verteilt am 23.5. (Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes) das Grundgesetz an BürgerInnen, damit sie ihre politischen VertreterInnen daran erinnern können, was der Sinn des Grundgesetzes ist. Die Aktion startet am 11. Mai in Offenbach und Bremen und findet dann am 23. Mai 2012 in vielen Städten bundesweit statt. ... Weiterlesen

Infostand und Verteilaktion in Gelsenkirchen am 23. Mai 2012
11-13 Uhr in der Innenstadt, Bahnhofstraße, Höhe Kolpingstraße
11-13 Uhr in Buer, Hochstraße, Ecke Horster Straße


Proteste gegen die rechtsextreme Partei "Pro NRW" in Gelsenkirchen

Proteste gegen die rechtsextreme Partei

28.4.2012. In Gelsenkirchen-Buer haben heute Nachmittag rund 80 Menschen friedlich gegen eine Aktion der ultrarechten Partei "Pro NRW" in der Nähe einer Moschee an der Horster Straße demonstriert. Zur Gegendemo unter dem Motto "Wir stellen uns quer" hatte das Gelsenkirchener "Bündnis gegen Rechts" aufgerufen.

Entschlossen und lautstark artikulierten die GegendemonstrantInnen ihren Protest gegen die demagogische Hetze der extrem rechten Kleinpartei. Mitglieder der Türkisch-Islamischen Gemeinde Buer beobachteten das Treiben der Rechten Hetzer genau, reagierten jedoch mit heiterer Gelassenheit. In Gelsenkirchen gelang die von "Pro NRW" anvisierte "maximale Provokation" nicht. ... Weiterlesen


Gegen Pro NRW: Wir stellen uns Quer - für ein friedliches Zusammenleben

Aufruf - Flagge zeigen gegen Rassismus

17.4.2012. „Pro NRW“ betreibt unter dem Deckmantel der Islamkritik rassistische Hetze. Am 28. April startet die rechtsextreme Partei ihre so genannte Wahlkampftour "Freiheit statt Islam". Ab 15:00 Uhr will „Pro NRW“ vor der Moschee an der Horster Straße 156 in Buer rassistische Hetze verbreiten. Von der selbsternannten „Bürgerbewegung Pro NRW“ werden Menschen muslimischen Glaubens durchweg als angebliche Fundamentalisten, als kriminell und gewalttätig dargestellt.

Themen, die in der bundesdeutschen Öffentlichkeit die Gemüter erhitzen, wie beispielsweise Zukunftsängste, Arbeitslosigkeit und Kriminalität werden von „Pro NRW“ aufgegriffen, rassistisch instrumentalisiert und als angebliche Folge der Zuwanderung verkauft. MigrantInnen und Muslime werden von den Rechtsextremen für gesellschaftliche Mißstände verantwortlich gemacht, damit soll die Angst vor einer angeblichen „Überfremdung“ geschürt werden. Das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen in Gelsenkirchen darf nicht durch rassistische Hetze und Intoleranz gestört werden! Zeigen Sie mit uns Flagge für Demokratie, Menschenwürde und Religionsfreiheit - Gegen Fremdenfeindlichkeit, Gewalt, Diskriminierung und Rassismus!

Kein Platz für rassistische Hetze! Wer schweigt stimmt zu!

Samstag 28. April 2012 ab 14:00 Uhr Gelsenkirchen-Buer, Merkez-Moschee, Horster Straße 156

Bündnis gegen Rechts Gelsenkirchen: Martin Gatzemeier (DIE LINKE), Andreas Jordan (GELSENZENTRUM), Rolf Jüngermann (DKP), Toni Lenz (MLPD), Ingrid Remmers (DIE LINKE, MdB), Heike Jordan (Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus)

Download: Aufruf/Flugblatt (PDF) Download: Aufruf/Flugblatt (PDF)

Unterschriften-Aktion Online: Protest gegen Pro-NRW Unterschriften-Aktion Online: Protest gegen "Pro-NRW"

(Quelle: Presse- und Medienmitteilung Bündnis Gegen Rechts Gelsenkirchen)

Die Wahrheit über Kiesinger musste endlich gesagt werden

Was sagte und schrieb Beate Klarsfeld in den 68ern?

16.3.2012. Kaum bekannt ist, was wirklich geschah im Jahr 1968 und davor. Im Zusammenhang mit der Bundespräsidentschafts-kandidatur 2012 äußerte sich Beate Klarsfeld wiederholt zu ihren Motiven im Streit um Kiesinger. Aber was sagte und schrieb sie genau in den 68ern? Was ist die Wahrheit über Kurt Georg Kiesinger? Welche Nazis entsandte die BRD ausgerechnet ins Deutsch-Französische Jugendwerk?

Die VVN-BdA hat dazu aus dem Archiv des Jugendmagazins elan (es erschien in Dortmund von Ende der 50er Jahre bis 1989) Dokumente bereitgestellt. In elan schrieb Beate Klarsfeld in jener Zeit. Zitat: Kiesinger war kein kleiner Mitläufer, er war eingeweiht in die geheimsten Nazipläne. Am 10. Dezember 1941 vereinbart er mit den japanischen Verbündeten die Berichterstattung über das „Ereignis X“. Einen Tag später tritt das „Ereignis X“ ein: Hitler erklärt den USA und Großbritannien den Krieg und schließt mit Japan und Italien ein politisches Abkommen über die gemeinsame Kriegsführung und die „Neuordnung der Welt“. (aus Jugendmagazin Elan, Dortmund, Juli/August 19668)

Die Wahrheit über Kiesinger musste endlich gesagt werden Die Wahrheit über Kiesinger musste endlich gesagt werden


Linke NRW entsendet Heike Jordan als Wahlfrau nach Berlin

Heike Jordan, Projektleiterin Stolpersteine Gelsenkirchen

Abb.: Heike Jordan aus Gelsenkirchen, stellv. Vorsitzende des Gelsenzentrum e.V. und Leiterin der Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen, engagiert sich seit vielen Jahren besonders für Freiheit, Frieden und Demokratie.

10.3.2012. Am Dienstagmorgen wurde Heike Jordan durch die Landtagsfraktion Die Linke NRW einstimmig zur Wahlfrau für die 15. Bundesversammlung gewählt. Die parteilose Nicht-Politikerin gehört damit mit den Stimmen aller Fraktionen zu den am Mittag vom NRW-Landtag bestimmten 133 Wahlmänner und -frauen, die neben den Bundestagsabgeordneten aus NRW am 18. März im Reichstagsgebäude in Berlin das neue Staatsoberhaupt wählen sollen. Die Linke schickt bekanntlich die langjährige Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld bei der Wahl für das höchste Staatsamt gegen Joachim Gauck ins Rennen.

Heike Jordan aus Gelsenkirchen, stellv. Vorsitzende des Gelsenzentrum e.V. und Leiterin der Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen, engagiert sich ehrenamtlich seit vielen Jahren besonders für Freiheit, Frieden und Demokratie. Die aktive Antifaschistin ist auch Mitglied in der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes). Mit der Nominierung als Wahlfrau soll auch Heike Jordans ehrenamtliches Engagement gegen Faschismus und ihr außergewöhnlicher Einsatz für das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen gewürdigt werden.

Quelle: Pressemitteilung Gelsenzentrum e.V. Gelsenkirchen

20. - 27. Januar 2012 - Woche der Erinnerung - Gelsenkirchener Lichter

70. Jahrestag der "Wannsee-Konferenz" - Auf der berüchtigten "Wannseekonferenz" vom 20. Januar 1942 kamen 15 hohe Vertreter von NS-Verfolgungsbehörden und Parteidienststellen zusammen, um den bereits begonnenen Holocaust an den Juden im Detail zu planen und zu organisieren. Unter den Teilnehmern war auch der Gauleiter von Westfalen-Nord und Reichsstatthalter Dr. Alfred Meyer, der in Gelsenkirchen als hochrangiger Funktionär des NS-Regimes äußerst aktiv war.

Als Stellvertreter des Reichsministers Alfred Rosenberg war Meyer vom Sommer 1941 bis November 1942 verantwortlich für die drei Hauptabteilungen Politik, Verwaltung und Wirtschaft. In dieser Eigenschaft beteiligte er sich an der Ausbeutung und Plünderung der besetzten sowjetischen Gebiete, der Unterdrückung und Ermordung ihrer Bewohner, besonders der jüdischen Bevölkerung. Auf der Wannsee-Konferenz forderte Meyer, "gewisse vorbereitende Arbeiten" jeweils an Ort und Stelle durchzuführen, ohne jedoch die Bevölkerung zu beunruhigen. In einem Schreiben, datiert auf den 16. Juli 1942, schlug er vor, in der Sowjetunion gegen "jüdische Mischlinge" dieselben Maßnahmen wie gegen Juden zu treffen.

Am 27. Januar, der in vielen Ländern Europas vor dem Hintergrund der Befreiung des KZ Auschwitz als Internationaler Holocaust-Gedenktag zum Gedenken an die Millionen Opfer des Nationalsozialismus begangen wird, jährt sich auch zum 70. Male das Datum des ersten und größten Deportationstransportes von Menschen jüdischer Herkunft aus Gelsenkirchen in das Ghetto Riga.

Anlässlich dieser zeithistorischen Ereignisse zeigt Gelsenzentrum e.V. im Kulturzentrum "die flora" in Gelsenkirchen im Rahmen der "Woche der Erinnerung" die Filme:

Nacht und Nebel

Als Mahnmal gegen das Vergessen entstand 1955, 10 Jahre nach der Auflösung der Konzentrationslager, unter der Regie von Alain Resnais der Film "Nacht und Nebel". Er nimmt seinen Ausgang in den grün überwucherten Ruinen von Auschwitz und zeigt dann in einem Rückblick das Geschehen in den Todeslagern, die gnadenlose menschenverachtende Präzision der "Endlösung". Dabei verbinden sich einprägsame Bilder mit der Musik Hanns Eislers und der künstlerischen Ausdruckskraft der Schriftsteller Jean Cayrol und Paul Celan (für die deutsche Bearbeitung), die beide den Holocaust überlebten, zu einem Dokument von erbarmungsloser Eindringlichkeit. Diese Qualität und sein Stellenwert als Warnung vor kollektiver Entmenschlichung im Zuge ideologischer Verblendung und politischer Diktatur verleihen dem Film eine zeitlose Aktualität. Regie Alain Resnais, Frankreich 1955 (32 Min.) Deutsche Fassung. FSK: 12 Jahre

Einführung (Vortrag): Hartmut Hering

19. Januar 2012 ab 19:00 Uhr Kulturzentrum "die flora" in Gelsenkirchen, Florastraße 28

Der Eintritt ist frei - Um eine Spende für das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen wird gebeten.

"Alles weiß ich noch... und das ist das Schlimme an der Geschichte"

Der 86-jährige Rolf Abrahamsohn aus Marl ist einer der wenigen Überlebenden des Holocaust, der noch aus eigenem Erleben von seinen Gewalterfahrungen unter dem Terrorregime der Nazis berichten kann. Was Rolf Abrahamsohn erzählt, ist spannend, ist aufregend, ist unglaublich - und leider wahr. Sichtlich zerrt die Erinnerung an seinen Kräften, wenn er von den Erlebnissen in der so genannten "Reichskristallnacht" berichtet oder von der Deportation am 27. Januar 1942 aus dem "Judensammellager" auf dem Gelsenkirchener Wildenbruchplatz in das Ghetto Riga. Als er vom gewaltsamen Tod seiner Mutter spricht, versagt dem alten Mann beinahe die Stimme. Abrahamsohn berichtet von seinem Leidensweg, der in die Konzentrationslager Kaiserwald, Stutthof und Buchenwald, in ein Außenlager von Buchenwald beim Bochumer Verein und weiter nach Theresienstadt führte, wo er schließlich befreit wurde. In Marl baute sich Rolf Abrahamsohn, dem am 17. November 2011 in Recklinghausen die Auszeichnung "Vestischer Ehrenbürger" verliehen wurde, nach seiner Rückkehr ein neues Leben auf. Videomitschnitt eines zeitzeugenschaftlichen Vortrages von Rolf Abrahamsohn am 27. Januar 2011 im Gauß-Gymnasium Gelsenkirchen. Eine Aufzeichnung von Jesse Krauß. (53 Min.)

26. Januar 2012 ab 19:00 Uhr im Kulturzentrum "die flora" in Gelsenkirchen, Florastraße 28

Der Eintritt ist frei - Um eine Spende für das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen wird gebeten.

Gedenkveranstaltung "Gelsenkirchener Lichter"

Ihren Abschluss findet die Woche der Erinnerung mit einer Gedenkveranstaltung am Internationalen Holocaust-Gedenktag, die an alle Opfer des nationalsozialistischen Terrors und an die erste Deportation jüdischer Kinder, Frauen und Männer aus Gelsenkirchen vor 70 Jahren erinnert. Der sich an das Treffen auf dem Bahnhofsvorplatz anschließende Schweigegang führt über die Bahnhofstraße zum Neumarkt. Dort sind neben dem Aufstellen und Entzünden der "Gelsenkirchener Lichter" auch Redebeiträge geplant, es sprechen u.a. Roman Franz (Landesverband der Sinti und Roma NRW), Dr. Michael Krenzer (Zeugen Jehovas) und Marianne Konze (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - VVN/BdA). Der Verein Gelsenzentrum e.V. lädt herzlich ein.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, Kerzen mitzubringen.

27. Januar 2012, Beginn 18:30 Uhr Treffen auf dem Bahnhofsvorplatz

Vertreter interessierter Organisationen, Schulen, Vereine oder Verbände sind herzlich zum aktiven Mitmachen und Mitgestalten der "Woche der Erinnerung" aufgerufen. Infos per Email bei Gelsenzentrum e.V. - Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen oder unter Telefon 0209 9994676.

 

Trauer um Klaus Kunold

Trauer um Klaus Kunold

 

Nur wenige Teilnehmer bei Gedenkveranstaltung

30.10.2011. Gelsenkirchen. Nur einige wenige Menschen nutzten die Chance, am Freitag Abend jüdischen Opfern des NS-Terrors ein ehrendes Andenken zu erweisen. Die örtliche Stolperstein-Initiative erinnerte zum Abschluss der diesjährigen Stolperstein-Putzaktion in der Gelsenkirchener Kolpingstrasse an die so genannte "Polenaktion" , einer großangelegten Ausweisungsaktion von Menschen aus dem deutschen Reichsgebiet, von der am 28. Oktober 1938 rund 17.000 Juden jeden Alters betroffen waren. Daruter befanden sich auch rund 80 Menschen jüdischer Herkunft aus Gelsenkirchen. Diese Ausweisungsaktion der Nazis war der Auftakt zur Vernichtung der europäischen Juden.

Der heute in den USA lebende Herman Neudorf ist der einzige Gelsenkirchener Jude, der von der Ausweisungsaktion noch aus eigenem Erleben berichten kann. Seine Gedanken zum 28. Oktober wurden gestern an der Kolpingstrasse von Heike Jordan, die als Projektleiterin die Stolperstein-Initiative in Gelsenkirchen ehrenamtlich betreut, verlesen.

Herman Neudorf: Meine Gedanken zum 28. Oktober 1938 Herman Neudorf: Meine Gedanken zum 28. Oktober 1938

 

Erinnerung wird gepflegt - Zwangsarbeiter auf dem Ostfriedhof in Hüllen

29.10.2011. Sehr schnell reagierte die Stadt Gelsenkirchen auf eine Anfrage der VVN Gelsenkirchen zum Gräberfeld für ausländische Zwangsarbeiter auf dem Ostfriedhof in Gelsenkirchen. 55 sowjetische Kriegsgefangene, 265 sowjetische Zwangsarbeiter, 39 polnische Zwangsarbeiter und 20 Zwangsarbeiter aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden sind dort bestattet. Inzwischen wurde das Gräberfeld wieder würdig hergerichtet.

Nach einem Ortstermin am 9. August 2011 hatte die VVN in einem Brief auf den schlechten Erhaltungs- und Pflegezustand des Gräber-feldes hingewiesen. Die Grabkissensteine befanden sich auf einer großen Rasenfläche, die einen wenig gepflegten Eindruck machte. Viele Grabsteine waren mit Moos überwachsen, so dass die Namen und Daten kaum noch lesbar waren. Ein großer Unterschied war im Vergleich zum angrenzenden Gräberfeld für Bombenopfer festzustellen. Diese Gräber waren mit einer Reihe Steinkreuze versehen, mit Efeu bepflanzt und mit Steinplatten eingefasst und machten einen gepflegten Eindruck.

Auf ihr Schreiben vom 1. September 2011 erhielt die VVN am 20. September 2011 eine Antwort. Dort heißt es, dass alle "Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft" die gleiche Wertschätzung erführen, unabhängig von der Nationalität der Bestatteten. Zuletzt seien die Gräber der Zwangsarbeiter mit Efeustreifen gestaltet gewesen, die man wegen eines Pilzbefalls entfernt habe. Die zunächst angestellte Überlegung, die vorhandenen Grabkissensteine in der Rasenfläche zu belassen, wurde wieder verworfen, nachdem Maulwürfe und Kaninchen die Rasenfläche zerstört habe. Eine Gestaltung mit kleineren Staudenpflanzen sei vorgesehen, man bitte aber um Verständnis, dass die Neugestaltung einige Zeit in Anspruch nehmen werde.

Diese Neugestaltung begann jedoch weitaus schneller als erwartet. Wie man in dieser Woche bei einem Besuch auf dem Bulmker Ostfriedhof festellen konnte, waren die Grabkissensteine bereits von Moos und Schmutz gereinigt, mit Steinen eingefasst und bepflanzt worden. Text u. Fotos: Knut Maßmann.

Zwangsarbeiter-Gräber auf dem Ostfriedhof in Hüllen werden gepflegt Roter Emscherbote: Zwangsarbeiter-Gräber auf dem Ostfriedhof in Hüllen werden gepflegt

 

Nazis beschmieren Falkenheim in Gelsenkirchen

Nazi-Schmierereien

Abb.: Das Falkenheim “Fritz-Erler-Haus” in Gelsenkirchen-Hassel wurde in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 2011 massiv mit Hakenkreuzen und Nazi-Parolen beschmiert. Ebenso wurden Autos, die in unmittelbarer Nähe parkten, durch Farbschmierereien beschädigt. Der Schaden am Gebäude wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt.

In der Pressemitteilung der Polizei liest sich das Ganze so:

Graffitischmierereien an Fahrzeugen im Bereich Hassel

Bisher unbekannte Täter beschädigten in der Zeit zwischen Montagabend 20:00 Uhr und Dienstag gegen 01:00 Uhr insgesamt 14 geparkte Fahrzeuge im Bereich Flachsstraße, Rockenstraße, Am Freistuhl, Polsumer Straße im Stadtteil Hassel mit Graffitischmierereien. Mit weißer Lackfarbe sprühten sie Hakenkreuze auf Seitenscheiben und Motorhauben. Auch das Heim der Falkenjugend ( Fritz-Erler-Haus) ,Am Freistuhl 4, wurde mit schwarzer Farbe und ähnlichen Schriftzügen beschmiert. Zeugen, die im genannten Zeitraum verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben oder Hinweise auf die Täter geben können, werden gebeten sich bei der Polizei unter der Rufnummer 0209/ 365-8502 oder -8240/Kriminalwache zu melden. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.

Faschistischer Angriff auf ein Falkenhaus in Gelsenkirchen Faschistischer Angriff auf ein Falkenhaus in Gelsenkirchen

 

Mahntafel erinnert in Gelsenkirchen bald an NS-Wirtschaftsverbrechen

Antrag der VVN/BdA NRW hatte Erfolg

29.9.2011. Auf seiner gestrigen Sitzung beschloß der Kulturausschuß in Gelsenkirchen einstimmig die Errichtung von Mahntafeln. Die VVN/BdA NRW hatte im Rahmen der Aktion Rallye und Spurensuche „Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945“ im August den Antrag beim Rat der Stadt Gelsenkirchen gestellt, an adäquaten Stellen - d.h. an Stätten, an denen NS-Täter aus dem Bereich der ökonomischen Eliten wirkten - Mahntafeln zu errichten.

Der von der VVN/BdA NRW gestellte Antrag beim Rat der Stadt Gelsenkirchen:

1) An geeigneter Stelle wird in Gelsenkirchen eine Mahntafel angebracht mit einem Text, der darauf hinweist, dass in Gelsenkirchen der Großindustrielle Emil Kirdorf (1847-1938) wirkte. Er war Bergbau- und Hüttenunternehmer und hatte schon seit 1923 Kontakt zur NSDAP, wurde 1927 Mitglied dieser Partei und verschaffte Hitler viel Geld und beste Kontakte zu anderen Industriellen, die dann seinen Aufstieg und den Weg Deutschlands ins Verderben förderten. Er war einer der Hauptförderer der NSDAP. Hitler nannte ihn seinen Lebensretter, weil Kirdorf auch privat Hitler finanzierte.

2) An geeigneter Stelle wird Gelsenkirchen eine Mahntafel angebracht mit einem Text, der darauf hinweist, dass in Gelsenkirchen der Großindustrielle Fritz Thyssen (1873-1951) wirkte. Er war Leiter des Thyssen-Konzerns und der Vereinigten Stahlwerke. Er war ab 1923 finanzieller Förderer der NSDAP und öffnete ihr die Tür zur westdeutschen Schwerindustrie. Somit half er Hitler zum Aufstieg und bereitete Deutschland und Europa den Weg ins Verderben. Auch nachdem er 1939 ins Ausland ging und dann in deutsche Gefangenschaft geriet war er Profiteur an Krieg und Massensterben.

3) An geeigneter Stelle wird Gelsenkirchen eine Mahntafel angebracht mit einem Text, der darauf hinweist, dass in Gelsenkirchen der Großindustrielle Hugo Stinnes (1897-1982) wirkte. Ab 1924 übernahm er von seinem Vater den Konzern, der u.a. den Alldeutschen Verband und andere Nazi-Vorläufer förderte. Er war Kriegsgewinnler. Mit dem Nazikriegsverbrecher und NS-Putschisten Werner Best unterhielt er vor und nach 1945 umfangreiche politische und geschäftliche Kontakte. Er förderte bis zu seinem Tode Alt- und Neonazis.

Begründung:

Mit Anträgen und Aktionen wie obigen setzt die VVN-BdA ihre Rallye „Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945“ fort, in deren Rahmen mit örtlichen Mahnwachen, Publikationen und Bürgeranträgen zur Aufklärung über die Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945 aufgefordert wird. Sie wurden von der VVN-BdA und anderen Antifaschistinnen und Antifaschisten u. a. veranstaltet in: Bielefeld (Oetker), Herten (Zwangsarbeit im Bergbau), Dortmund-Mitte (Ex-Springorum-Villa), Dortmund-Hörde (Zwangsarbeit in der Stahlindustrie), Essen (Krupp), Düsseldorf (Industrieklub), Leverkusen (IG Farben), Köln (Hitler und Banker in Villa Schröder), Kreuztal (Flick) und Siegen (Zwangsarbeit in Südwestfalen).

Spurensuche Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945 „Spurensuche Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945“

Von dem, was Kirdorf wirklich für uns getan hat... Von dem, was Kirdorf wirklich für uns getan hat...


11. September 2011 - Gedenken an jüdische Zwangsarbeiterinnen

Mahnmal auf dem Horster Friedhof

Foto: Das Mahnmal auf dem Horster Friedhof. Inschrift: "Zum Gedenken an unsere durch den Hitlerismus im Lager Gelsenberg am 11. Sept. 1944 umgek. jüd. Schwestern".

Nur wenigen Gelsenkirchenern und Gelsenkirchenerinnen ist bekannt, dass in Gelsenkirchen-Horst im so genannten “Dritten Reich” ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald existierte - das Lager Gelsenberg.

Aus dem KZ Auschwitz im Sommer 1944 nach Gelsenkirchen verschleppt, sollten 2000 Jüdinnen auf dem Hydrierwerk der Gelsenberg Benzin AG Zwangsarbeit verrichten. Untergebracht waren die weiblichen Häftlinge in einem eigens dafür errichteten Lager nördlich des Linnenbrinksweg auf dem Betriebsgelände des Werkes. In dem mit Stacheldraht umzäunten und von Wachtürmen umgebenen Lager waren die Frauen unter unmenschlichen Bedingungen in Zelten untergebracht. Bei einem Luftangriff auf das Hydrierwerk am 11. September 1944 waren die Frauen und Mädchen dem Bombenhagel schutzlos ausgesetzt - als Jüdinnen war ihnen der Zutritt zu Bunkern und Schutzräumen verboten. Etwa 250 von ihnen wurden bei dem Angriff getötet, ihre sterblichen Überreste mussten die anderen Häftlinge einsammeln, in drei Bombentrichtern wurden die Leichen und Körperteile gesammelt. Anschließend versuchte man, diese zu verbrennen, die Überreste wurden verscharrt.

Die Schwerstverletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, wo weitere der Frauen an den Verletzungsfolgen starben. Einige Tage nach dem Bombenangriff wurde das Außenlager Gelsenkirchen aufgelöst und auch die dort noch inhaftierten Frauen in das KZ Sömmerda transportiert, je nach Genesungsfortschritt wurden auch die übrigen Frauen in der Folgezeit aus den Krankenhäusern in das KZ-Außenlager Sömmerda verschleppt. Die in den Augen der Gestapo nicht transportfähigen übrigen Frauen wurden an unbekannten Orten in Gelsenkirchen erschossen und verscharrt.

1948 wurde unweit der Stelle, an der man seinerzeit die Massengräber vermutete - südlich des Linnenbrinksweg - ein Mahnmal zur Erinnerung an die bei dem Bombenangriff getöteten Frauen errichtet. Das Mahnmal wurde in den frühen 1950er Jahren vor dem Hintergrund der Werkserweiterung von Gelsenberg an den Rand des Horster Südfriedhofes verlegt, dabei sollen nach “Zeitzeugenberichten” auch sterbliche Überreste der bei dem Bombenangriff getöteten Frauen umgebettet worden sein. Dagegen spricht unter anderem auch, dass das Friedhofsamt der Stadt Gelsenkirchen 1949 in einer Stellungnahme zwar angab, dass sich im Linnenbrink zwar “drei Sammelgräber” der getöteten ungarischen Jüdinnen befinden, die genauen Orte der Sammelgräber aber nicht mehr feststellbar” sei. Es muss heute davon ausgegangen werden, dass seinerzeit - wenn überhaupt - nur ein geringer Teil der sterblicher Überreste umgebettet worden ist. Sowohl der Standort des ehemaligen Außenlagers wie auch die Fläche mit den vermuteten Massengräbern befinden sich heute auf dem Betriebsgelände der BP-Raffinerie und sind nicht öffentlich zugänglich.

Auf dem Horster Friedhof wurde am Standort des Mahnmals 2003 eine Tafel aufgestellt, auf der 140 der namentlich bekannten Opfer des Bombenangriffs verzeichnet sind. In der Erinnerungskultur Gelsenkirchens ist der Jahrestag des 11. September 1944 nicht verankert. Auch aus diesem Grunde ist es wichtig, das die Geschichte des KZ-Außenlagers in Gelsenkirchen nicht gänzlich vergessen wird - und damit auch die Geschichte der Frauen und Mädchen, die dort nur deshalb starben, weil sie Jüdinnen waren.

Quelle: Gelsenzentrum e.V. - Gemeinnütziger Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen

Antikriegstag: "Frieden ist mehr als nur die Abwesenheit von Krieg" 

Die VVN/BdA Gelsenkirchen erinnern an den Schwur von Buchenwald, der nicht an Aktualität verloren hat

Foto: Die VVN/BdA Gelsenkirchen erinnern an den Schwur von Buchenwald, der in useren Tagen nicht an Aktualität verloren hat

4.9.2011."... seit 5:45 wird jetzt zurückgeschossen..." - mit dieser Lüge gab Hitler am 1. September 1939 im Rundfunk "den Beginn des so genannten Septemberfeldzuges" bekannt. Tatsächlich aber entfachte Nazideutschland mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg, der mehr als 55 Millionen Tote zur Folge hatte. Aus diesem Anlass fanden auch in diesem Jahr am 1. September bundesweit Gedenkfeiern und Aktionen gegen Krieg und Faschismus statt.

In Gelsenkirchen waren weit mehr als 200 friedensbewegte Menschen am Internationalen Antikriegstag dem Aufruf eines breiten Personenbündnis aus dem linken Spektrum (DIE LINKE, MLPD und AUF, Netzwerk gegen Rassismus und Rechtextremismus Gelsenkirchen, DKP, VVN, Antifa und anderen) gefolgt und nahmen an den Veranstaltungen auf dem Preuteplatz teil.

Mit Rede- und Kulturbeiträgen machte das Bündnis auf sein Anliegen aufmerksam: Abzug aller deutscher Soldaten aus dem Ausland, Senkung der Rüstungsausgaben und die Forderung nach einem Verbot aller neofaschistischen Organisationen und deren Propaganda.

Erinnerung an mehr als 100 Kriege seit 1945

Foto: Die seit 1945 weltweit geführten mehr als 100 Kriege wurden von TeilnehmerInnen der LINKEN mit Holzkreuzen in mit Sand gefüllten Bechern symbolisch dargestellt.

Gemeinsam gingen die TeilnehmerInnen anschließend in einem Demonstrationszug zum Mahnmal im Stadtgarten. Dort fand eine Gedenkveranstaltung für die Opfer von Krieg und Faschismus statt. Dr. Rolf Heinrich, Pfarrer i.R., hielt eine bewegende Ansprache. Mit dem Niederlegen von Blumen fand die Veranstaltung ihren Abschluss.

Die Ansprache von Pfarrer Heinrich:

Wir stehen hier am Mahnmal für die Opfer von Krieg und Faschismus. Wir stehen hier gegen das Vergessen, denn die Erinnerung ist die Kraft der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens. Starke Arme hat die Erinnerung. Wer sich an Unrecht und Gewalt erinnert, wer nicht vergisst, der spürt, dass die Opfer schmerzhaft gegenwärtig sind. Wer sich erinnert, der kann aus dem, was geschehen ist, lernen. Erinnerung aber ist kein Heilmittel an sich, sie kann belasten und entlasten, sie kann verharmlosen und verschweigen, sie kann versklaven und befreien. Erinnerung kann heilen, sie kann zur Kraft der Versöhnung werden, ohne Unrecht zu vergessen und ohne neues Leiden zu produzieren. „Erinnern, das ist vielleicht die qualvollste Art des Vergessens und vielleicht die freundlichste Art der Linderung dieser Qual“, sagt Erich Fried.

„Zerstampft des Unrechts Drachensaat. Zerstört den Hass von Staat zu Staat. Versenkt die Waffen in Gewässern.“ heißt es im Gedicht in der Mitte des Denkmals. Wer sich an die Opfer von Unrecht und Krieg erinnert, der wird ermutigt, aufzustehen und zu kämpfen für Frieden, Abrüstung und Demokratie.

Wir gedenken der Opfer, sie sind gegenwärtig. Das Wort „Opfer“ verallgemeinert, was nicht zu verallgemeinern ist. Denn hinter dem Wort „Opfer“ stehen einmalige Menschen, deren Würde missachtet wurde, weil ihnen das Recht auf den eigenen Tod genommen wurde. Hinter dem Wort „Opfer“ tauchen Namen, Gesichter, Lebensgeschichten, Träume und Sehnsüchte von Menschen auf. Jeden dieser Menschen gab es nur ein einziges Mal auf dieser Erde. Jeder Mensch, jedes Leben ist ein Heiligtum, der Tempel Gottes.

Wie wertvoll, wie schützenswert ist dieses einmalige Leben! Die Opfer sind gegenwärtig. In der Stille denken wir an sie.

Die Opfer mahnen uns: Kein Mensch sollte auf den Wegen seines Lebens geopfert werden oder zum Opfer verführt werden: nicht für das Vaterland, nicht für die Arbeit, nicht für den technischen Fortschritt, nicht für die Religion oder wie die Götter und Götzen einer Zeit nur heißen mögen. Und doch auch hier gilt, dass das Leben vielfältiger und komplizierter ist, als ich es haben möchte: Es gibt Menschen, die aus Liebe und Solidarität eigene Lebensziele aus freier Entscheidung aufgeben.

Es gibt Menschen, die aus Nähe und Liebe zu anderen Menschen ihr Leben opfern, wie der Kinderarzt Janusz Korczak, der 1942 mit seinen jüdischen Waisenkindern freiwillig in das Konzentrationslager Treblimka, in die Gaskammer und in den Tod ging. Und doch gilt zugleich: Kein Mensch sollte auf den Wegen seines Lebens geopfert werden. Menschen aber werden nachwievor tagtäglich zu Opfern: Sie werden geopfert aus politischen, wirtschaftlichen und religiösen Machtinteressen.

Weltweit werden Menschen zum Töten und Getötet werden auf die Jagd geschickt um des Geldes und der Vermehrung des Geldes willen. Das deutsche Wort Geld bedeutet von seiner Herkunft her Opfer. Die Wurzel allen Übels, aller Kriege und Gewalttaten ist die Habgier und Profitgier heißt es in der Bibel, weil sie die Beziehungen der Menschen untereinander zerstört, indem andere ausgenutzt und ausgebeutet werden, anstatt solidarisch zu teilen. Der persönlichen Habgier entspricht die Struktur einer Gesellschaft, die in der die Steigerung der Profitrate ihr einziges Ziel und ihren Sinn sieht. Frieden und soziale Gerechtigkeit aber gehören zusammen wie zwei Seiten einer Medaille.

Wir stehen hier an einem Mahnmal. Wir selbst, jede und jeder von uns ist ein lebendiges Mahnmal. Es liegt auch an uns, was aus dieser Welt wird. Wir sind nicht hilflos dem ausgeliefert, was in unserer Gesellschaft geschieht. Wir können der Opfer gedenken und dazu beitragen, neue Opfer zu verhindern. Wir können ungerechte wirtschaftliche Strukturen verwandeln, denn Wirtschaftssysteme und Strukturen existieren nicht durch sich selbst, sie brauchen Menschen, die sie aktiv betreiben. Eine Welt ohne Armut, Krieg und Gewalt ist nicht nur möglich, sie ist notwendig, um Not zu wenden und Opfer zu verhindern. Wenn wir das versuchen, dann halten wir den Glauben daran wach, dass nicht die gewalttätigen Sieger der Geschichte, sondern ihre Opfer Zukunft haben sollten!

Wir werden gleich an diesem Mahnmal Blumen niederlegen. Nicht um mit Blumen das Leiden der Opfer zu verdecken, nicht um zu verharmlosen, zu verschweigen oder zu verdrängen, sondern, um zu zeigen, dass das Leben siegt, um der Opfer zu gedenken und unsere Widerstandskräfte zu stärken gegen Unrecht und Leid.

Ich schließe mit einem leicht veränderten Text von Scholem Ben Chorin, den er 1942 schrieb:

„Freunde, dass die Blume wieder blüht, ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt.

Dass das Leben nicht verging, soviel Blut auch schreit, achtet dieses nicht gering in der trübsten Zeit.

Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht.

Doch des Lebens Blütensieg, leicht im Winde weht.

Freunde, dass die Blume sich in Blüten wiegt, bleibe uns ein Fingerzeig, wie das Leben siegt.“

 

1. September - Internationaler Antikriegstag in Gelsenkirchen 

Antikriegstag 2011 in Gelsenkirchen

15.8.2011. Anlässlich des Antikriegstages lädt die Gelsenkirchener Friedens-bewegung herzlich ein, am 1. September gemeinsam zu diskutieren und zu demonstrieren:

17.15 Uhr Informationen und Aktionen gegen Krieg (Preuteplatz/Bahnhofstraße)
17.30 Uhr Kundgebung auf dem Preuteplatz
18.30 Uhr Demonstration zum Mahnmal für die Opfer des Hitler-Faschismus im Gelsenkirchener Stadtgarten
19.00 Uhr Gedenkfeier für die Opfer von Krieg und Faschismus mit anschließender Blumenniederlegung

Aufruf Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger Aufruf Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger

Aufruf unterstützen? Kontaktiert uns per Email! Aufruf unterstützen? Kontaktiert uns per Email!

Zur Information über und Mobilisierung gegen den Nazi-Aufmarsch in Dortmund am 3. September 2011 ist auch die VVN/BdA Gelsenkirchen am 1. September zwischen 17 und 19 Uhr mit einem Infostand auf der Gelsen-kirchener Bahnhofstrasse/Höhe Sellhorststrasse bzw. Preuteplatz vertreten.


Kleine Gedenkveranstaltung für Fritz Rahkob. Kein Vergeben, kein Vergessen

Fritz-Rahkob-Platz in Gelsenkirchen

Am 24. August 1944 wurde Fritz Rahkob durch Nazi-Schergen umgebracht. Der Vorwurf gegen den Antifaschisten war der des Hochverrates, tatsächlich ein konsequenter Kampf gegen Nazi-Deutschland. An ihn wollen wir am 24. August 2011 um 18 Uhr auf dem Fritz Rahkob Platz erinnern. Sein damaliger "Hochverrat" ist uns heute Vorbild und mahnt an seinen Kampf gegen Faschismus und Krieg. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN/BdA) Gelsenkirchen lädt alle Menschen herzlich zu diesem Gedenken und zur Niederlegung von Blumen ein.

FaschistInnen sind von dieser Veranstaltung ausgeschlossen.

Foto: Knut Maßmann


Messerstecher von Gelsenkirchen ein Neonazi?

Angriff auf Polizisten möglicherweise politisch motiviert

12.8.2011 Der 21jährige Messerstecher aus Gelsenkirchen, der im Ortsteil Bulmke-Hüllen in der Nacht zum Dienstag zwei Polizisten in einen Hinterhalt gelockt und beide mit einer Messerattacke lebensgefährlich verletzt hat, soll rechtsradikal sein. So prahlte der Täter in der Vergangenheit damit, Mitglied der NPD zu sein. Die Essener Staatsanwaltschaft wollte das bisher weder ausschließen noch bestätigen. In der weiteren Umgebung des Tatortes war es letzter Zeit vermehrt zu Nazi-Schmierereien und Aufkleber-Propaganda der NPD, der AN Lünen und der Nederlands Volksunion gekommen.


Erinnerung braucht Pflege - Ortstermin auf dem Ostfriedhof in Hüllen

Grabfeld auf dem  Gelsenkirchener Ostfriedhof. Foto: Knut Massmann

10.8.2011. Gestern besuchten MitgliederInnen der VVN/BdA Gelsenkirchen ein Gräberfeld auf dem Ostfriedhof. Nachdem Ursula Möllenberg auf den schlechten Pflegezustand des Feldes hingewiesen hatte, wollten sich die TeilnehmerInnen bei der Begehung ein Bild davon machen.

Auf diesem Gräberfeld wurden nach Gelsenkirchen verschleppte Zwangsarbeiter bestattet, die hier zwischen 1941-1945 durch Gewalt, Hunger und Krankheit zu Tode gekommen sind. Auf dem Gräberfeld wurden 55 sowjetische Kriegsgefangene und 324 Zwangsarbeiter bestattet: 265 aus der Sowjetunion, 39 aus Polen und 20 aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden.

Der vorgefundene schlechte Pflegezustand des Gräberfeldes hat die TeilnehmerInnen betroffen gemacht. Die Gedenksteine sind teilweise mit Moos und Flechten bewachsen, so dass Inschriften kaum noch bzw. garnicht lesbar sind. Grasflächen zwischen den Steinen sind abgestorben. Von einem einen würdigen Zustand kann wahrlich keine Rede sein. Den Opfern von Verschleppung und Zwangsarbeit im zweiten Weltkrieg steht es zu, dass ihre Gräber in gleicher Weise wie die aller anderen Kriegstoten gepflegt werden. Foto: Knut Massmann. Fotostrecke Fotostrecke


Stolpersteine werden verlegt

5.8.2011. Die Projektgruppe Stolpersteine Gelenkirchen lädt ein: am Samstag, den 20. August, werden weitere Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt: Im Bahnwinkel 10 für Robert Mäusert gegen 11:00 Uhr, an der Polsumer Strasse 158 für Astrid "Iri" Steiner gegen 11:20 Uhr, an der Königsgrätzerstrasse für Wilhelm Gorny gegen 11:40 Uhr und an der Essener Strasse 71 für Andreas Schillack jun. 12:10 Uhr. Alle genannten Zeitangaben sind Richtwerte, planen Sie bitte Abweichungen von ca. +/- 15 Minuten ein.


Neue Stolpersteine in Gelsenkirchen

2.8.2011. Weitere 18 Stolpersteine verlegte Gunter Demnig am Montag in Gelsenkirchen. Die kleinen Gedenksteine, flächenbündig in das Pflaster der Gehwege eingelassen, künden schweigend vom Terror des NS-Regimes, von Rassenwahn und Völkermord. Sie geben den Menschen, die von den Nazis zu Nummern und Aktenzeichen degradiert wurden, mit einer individuell beschrifteten Messingplatte ihre Namen zurück. Und zwar genau dort, wo die Menschen einst zu Hause waren - vor den Türen der Wohnhäuser. Dort funktioniert Verdrängung nicht länger. Artikel lesen Artikel lesen


VVN/BdA Gelsenkirchen übernimmt Patenschaft für Stolperstein

19.7.2011. Gunter Demnig, geistiger Vater des Stolperstein-Projektes, wird am 1. August 2011 in Gelsenkirchen 18 Stolpersteine zur Erinnerung an NS-Opfer verlegen, darunter auch zwei Stolpersteine für Erich Lange.

Der Widerständler Erich Lange wurde von den Nazis 1933 auf offener Strasse erschossen. An seiner letzten Wohnanschrift an der Schwanenstrasse 6 wird der Stolperstein gegen 14:15 Uhr verlegt. Am Rundhöfchen, dem Ort des Mordes, wird um ca. 14:30 Uhr Lothar Wickermann bei der Verlegung des zweiten Stolpersteins für Erich Lange - die Patenschaft für diesen STOLPERSTEIN hat die Gelsenkirchener Gruppe der VVN/BdA übernommen - an die zeithistorischen Hintergründe der Bluttat erinnern. Erich Lange wurde an der Litzmannstrasse/Kreuzstrasse, heute Ebertstrasse/Am Rundhöfchen von SS-Leuten in der Nacht vom 21. auf den 22. März 1933 ermordet.

Der frühere Gelsenkirchener Rechtsdezernent Wilhelm Mensing fand vor einiger Zeit auf einem Flohmarkt in Chemnitz einen Aufruf an "Werktätigen von Hassel". In dem Flugblatt werden diese zur "Öffentlichen Vollversammlung des Kampfbundes gegen den Faschismus" eingeladen. Als Redner wird der "zur roten Front übergetretene SS-Mann Erich Lange" angekündigt.

Erich Lange, geboren am 16.3.1913, war zunächst bis zum Sommer 1932 Mitglied der so genannten Schutzstaffel [1] der NSDAP. Lange stellte sich noch vor der Machtübergabe gegen die Nationalsozialisten. Frühzeitig wurde er Mitglied der KPD und des "Kampfbundes gegen den Faschismus". Die Nazis sahen darin einen "Verrat an der nationalen Sache" und ermordeten Erich Lange. Der Mord war ein Racheakt und Machtdemonstration, er geschah nach dem Fackelzug, der von der NSDAP als Siegeszug für den Wahlsieg bei den Stadtparlamentswahlen am 12. März 1933 veranstaltet worden war.

Der Antifaschist Erich Lange wurde auf dem Westfriedhof in Hessler beerdigt. Trotz des Terrors, den die SA und SS im Zuge der Beisetzung veranstaltete - so standen die Nazi-Schergen während des Trauerzuges Spalier - begleiteten etwa 200 Menschen den Sarg von Erich Lange, um so ihre Verbundenheit mit einem der ersten Naziopfer in Gelsenkirchen zu zeigen. Im Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen finden sich keine Quellen und Dokumente zu der Person oder dem Schicksal von Erich Lange.

Abschrift aus einem Bericht der Zeitzeugin Rosa Eck († 2006):

"Einer meiner Freunde, Erich Lange der bis 1932 Mitglied der SS war, ist in der Nacht erschlagen, erschossen und zertreten worden. Wenn ich das so sage, dann klingt es vielleicht ein bischen hoch, aber es ist die Wahrheit. Es ist der einzige Tote, den wir noch sehen konnten. Er hatte auf der Wange den Abdruck eines SS-Stiefels und dadurch ist er noch getreten worden, als er schon tot war. Als Erich Lange beerdigt wurde, sprach ein Pastor auf dem Weg zum Heßler Friedhof. Dort standen Hunderte von SA-Leuten, wir sind trotzdem zum Grab gegangen und vom Pastor die Abschiedsworte waren: Jesus ist für die Menschheit gestorben, dieser Mann er starb für euch. Später haben wir oft das Grab von Erich Lange besucht, leider hört man heute nichts mehr davon." Die aktive Antifaschistin Rosa Eck wäre in diesem Jahr 95 Jahre alt geworden, wir werden bei der Stolperstein-Verlegung ihrer gedenken.

[1] "Die Schutzstaffel der NSDAP (Abkürzung SS) wurde in der Weimarer Republik am 4. April 1925 als Sonderorganisation der NSDAP zunächst zum persönlichen Schutz Adolf Hitlers gegründet. Sie unterstand seit dem Reichsparteitag 1926 der Sturmabteilung (SA) und wurde nach dem vermeintlichen „Röhm-Putsch“ 1934 zu einer eigenständigen paramilitärischen Organisation der NSDAP, die zugleich den parteiinternen „Polizeidienst“ ausübte. In der Zeit des Nationalsozialismus war die SS maßgeblich am Holocaust beteiligt und wurde nach 1945 als verbrecherische Organisation verboten." - Vgl.: wikipedia/Schutzstaffel

Stolpersteine Gelsenkirchen im Internet Stolpersteine Gelsenkirchen im Internet

Die genannten Uhrzeiten sind Richtwerte, planen Sie bitte Abweichungen von ca. +/- 15 Minuten ein.


Gedenkakt auf dem Horster Friedhof

15.6.2011. Am 22. Juni 2011 jährt sich der deutsche Überfall auf die Sowjetunion zum 70. Mal. Dieser Krieg war von Beginn an ein ideologischer Vernichtungskrieg, dem in der Summe annähernd 28 Millionen Menschen aus der Sowjetunion zum Opfer fielen, darunter 14 Millionen Zivilisten. Millionen Menschen mussten in den besetzten Gebieten der Sowjetunion und auf dem Gebiet des "Dritten Reichs" Zwangsarbeit zur Unterstützung der deutschen Kriegsführung leisten.

Die deutschen Besatzer verschleppten aus der Sowjetunion zwischen 1941 und 1945 fast fünf Millionen Männer, Frauen und Kinder zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich. Zu den sowjetischen Zwangsarbeitern im Deutschen Reich zählten nicht nur zivile sogenannte "Ostarbeiter", sondern auch fast zwei Millionen Kriegsgefangene und mehrere Hunderttausend KZ-Häftlinge, die in Rüstungsbetrieben, in öffentlichen Einrichtungen, in der Landwirtschaft, im Handwerk, auf Baustellen und auch in Privathaushalten Zwangsarbeit leisten mussten. In der NS-Rassenhierarchie standen die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion am unteren Ende und wurden von ihren deutschen Arbeitgebern entsprechend schlecht behandelt. Die Zwangsarbeit im Dritten Reich war kein Geheimnis, sie war ein allgemein bekanntes, öffentliches Verbrechen.

Durch die unmenschlich harte Arbeit, Hunger, Krankheit, Erschöpfung, Schikane, Folter, Mord oder Selbstmord starben viele der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, so auch in Gelsenkirchen. Kriegsereignisse wie die sich seit Sommer 1944 häufenden Luftangriffe auf Industrieanlagen führten ebenfalls zum Tod vieler Menschen. Das Verbot für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Osteuropa, bei Bombenangriffen in Bunkern Schutz zu suchen, setzte viele von ihnen dem sicheren Tod aus. Schon während des Zweiten Weltkrieges wurden auf dem Horster Friedhof auch Gräberfelder angelegt, auf denen ausschließlich sowjetische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene beerdigt wurden. Seit der frühen Nachkriegszeit steht ein quaderförmiger Gedenkstein mit kyrillischer Inschrift auf dem Gräberfeld, wo 884 in Gelsenkirchen umgekommene Sowjetbürger beigesetzt sind.

Vor diesem zeithistorischen Hintergrund findet am 22. Juni ab 18:00 Uhr ein Gedenkakt auf dem Horster Friedhof statt, zu dem auch Herr Oberbürgermeister Baranowski und Vertreter der Stadt eingeladen sind. An dem Gedenkakt nehmen diplomatische Vertreter der Republik Belorus, Frau Konsulin Anzhela Volodina und Herrn Konsul Pavel Evseenko sowie als diplomatische Vertreter der Ukraine Herr Attache Vitalii Remele und Herr Vitalii Gopanchuk teil. Herr Wolfgang Held vertritt den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. . Herr Pfarrer Wiktor Alexejew wird als Vertreter der Russisch-Orthodoxen Gemeinde Essen ein Gebet für die Toten sprechen.

Gemeinsam werden wir den Menschen, die 1941-1945 aus der Sowjetunion als Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt und hier in Gelsenkirchen an den Folgen von Gewalt, Hunger und Krankheit gestorben sind, ein ehrendes Andenken erweisen. Zu diesem Gedenkakt sind die Bürgerinnen und Bürger Gelsenkirchens - insbesondere auch Schulklassen - und die Vertreter der Presse herzlich eingeladen. Es wird um Blumen- und Kranzspenden gebeten. Info: Gelsenzentrum e.V., Telefon: 0209/9994676

Quelle: Presse- und Medienmitteilung des gemeinnützigen Vereins Gelsenzentrum Nr. 10/2011. Gelsenkirchen, 14.6.2011, 10:30 Uhr


70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion

9.5.2011. Am 22. Juni 1941 überfiel das nationalsozialistische Deutschland die Sowjetunion. An diesem Tag begann ein verbrecherischer Vernichtungskrieg, in dessen Folge 27 Millionen Menschen starben und der den Überlebenden Leid zufügte, das sie nie vergessen konnten. Aus diesem Anlass will der zivilgesellschaftliche Verein Gelsenzentrum in Gelsenkirchen am 70. Jahrestag des Überfalls den Menschen, die 1941-1945 aus der Sowjetunion als Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt und in Gelsenkirchen an den Folgen von Gewalt, Hunger und Krankheit gestorben sind, mit einem Gedenkakt am Gedenkstein in Gelsenkirchen-Horst ein ehrendes Andenken erweisen.

"Ein Arbeitskreis beschäftigt sich derzeit mit der Vorbereitung und Planung einer Gedenkveranstaltung am 22. Juni 2011 zum 70. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion. Wir wollen am Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion in Gelsenkirchen an das unsagbare Leid, dass deutsche Besatzer im Zweiten Weltkrieg auch den Angehörigen der Völker der ehemaligen Sowjetunion zugefügt haben, erinnern und der Kriegstoten gedenken. Lokale zeithistorische Ereignisse sollen mit in die Gedenkveranstaltung einbezogen werden", so ein Sprecher des gemeinnützigen Vereins.


Kundgebung/Mahnwache am 8. Mai 2011 in Gelsenkirchen
66. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus

8. Mai 2011 - 66. Jahrestag  der Befreiung von Krieg und Faschismus

15.4.2011. Der 8. Mai 1945 markiert die militärische Zerschlagung des Nationalsozialismus und das Ende des von Deutschland entfachten Weltkrieges, der über 55 Millionen Menschenleben kostete. Dieser 8. Mai steht auch symbolisch für die Befreiung der wenigen Überlebenden der Konzentrationslager, die dem deutschen Rassen- und Vernichtungswahn entkommen konnten. Dieser Tag soll jedoch nicht allein Anlass zum Gedenken an die unzähligen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft sein.

Dieser Tag soll auch Anlass sein, all denjenigen zu danken, die mithalfen, die Befreiung von der NS-Herrschaft durchzusetzen. Dank den Angehörigen der Roten Armee, den West-Alliierten, ihren Verbündeten und den WiderständlerInnen überall in Europa.


Die Erinnerung an den 8. Mai 1945 soll uns darüber hinaus anregen, uns aktiv im Kampf gegen alte und neue Nazis und andere Geschichtsrevisionisten zu engagieren, die auch in diesem Jahr am 8. Mai in den verschiedensten Orten Deutschlands aufmarschieren, ihre dumpfen Parolen grölen und die Geschichte zu ihren Zwecken umdeuten wollen. Die Bekämpfung des Rechtsextremismus und Rechtspopulismus darf sich nicht darauf beschränken, in hektischen Aktionismus zu verfallen, wenn die Rechtsradikalen der Republik gerade wieder einmal auf der Nase herumtanzen; sie muss als tägliche Aufgabe gesehen werden, auch wenn das nicht immer einen medienwirksamen Auftritt verspricht.

Kundgebung/Mahnwache zur Erinnerung an die Befreiung von Krieg und Faschismus

8. Mai 2011 von 14:30-15:30 Uhr auf dem Neumarkt, Gelsenkirchen-City

Aktiv gegen Menschenverachtung und Rassismus

Demokratisch gesinnte Menschen aus allen sozialen Schichten und Altersgruppen sind zur Teilnahme eingeladen!

Die Veranstaltung wird unterstützt von Gelsenzentrum e.V., Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen, Runder Tisch gegen Rechts Gelsenkirchen, Jüdischer Kulturverein KINOR, Forum für die Zukunft des Judentums in Deutschland e.V.und vom VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimmes/Bund der AntifaschistInnen) Gelsenkirchen


"PRO NRW" unter der Lupe

14.4.2011. Am 15. April veranstaltet die VVN-BDA Gelsenkirchen im DGB Haus der Jugend um 18.30 Uhr eine Informationsveranstaltung zum Thema "PRO NRW und die sogenannten Rechtspopulisten". ReferentInnen vom Antirassistisches Bildungsforum Rheinland werden den Abend mit einem informativen Vortrag und einer anschließende Debatte gestalten. Inhaltlich wird es um das relativ neue Phänomen des Rechtspopulismus gehen, in NRW besser bekannt unter dem Namen "PRO NRW". "Diese rechte Kleinstpartei, mit den Wurzeln in Köln, versucht als Bindeglied zwischen den offen militanten Rechtsradikalen und dem rechten Rand der Gesellschaft zu fungieren. In Gelsenkirchen sitzen seit 2009 neben Kevin G. Hauer noch 2 Mitglieder im Stadtrat für "PRO NRW". Diese so genannte Partei missbraucht das Schloß Horst immer wieder für ihre Veranstaltungen. Es ist nun Zeit über ihre Machenschaften ausführlich zu informieren!" so Paul M. Erzkamp, ein Sprecher der VVN-BDA Gelsenkirchen.

Der Eintritt ist kostenlos und alle Menschen sind herzlich willkommen. FaschistInnen und explizit Mitglieder rechter Gruppierungen sind ausdrücklich nicht willkommen.


Vereinigung der Verfolgten des Nazisregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) will nach Bundeskongreß in Berlin stärkeres Gewicht auf antirassistische Arbeit legen

Von VVN-BdA 8.4.2011. Gespräch mit Cornelia Kerth - Cornelia Kerth ist Bundesvorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA). Interview: Markus Bernhardt

Frage: Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) hat am letzten Wochenende ihren Bundeskongreß in Berlin abgehalten. Welche Themen haben die Tagung dominiert?

Wir sind eine Organisation im Umbruch. Nur noch wenige Überlebende können als Zeitzeugen über Verfolgung und Widerstand gegen das Naziregime sprechen. Wir müssen nun als »Zeugen der Zeugen« ihr politisches Erbe weiter tragen und es in die gesellschaftliche Auseinandersetzung um Erinnerung und Erinnerungspolitik einbringen. Das betrifft die künftige Rolle und Gestaltung der Gedenkstätten, aber auch, welche Inhalte und Aussagen zum Beispiel in den Schulen vermittelt werden.

Unser zweiter Schwerpunkt ist quasi naturgemäß der Kampf gegen Neofaschismus, seine Tolerierung und politische Entwicklungen und Diskurse, an die er anknüpfen kann. Wir werden weiter dafür einstehen, daß Neonazis aus den Köpfen und Parlamenten und von den Straßen verschwinden!

Frage: Sie haben auf dem Kongreß ein Impulsreferat zum Thema Rassismus und Islamfeindlichkeit gehalten und eine Kampagne der VVN-BdA gegen Islamophobie angekündigt. Gibt es diesbezüglich bereits konkrete Planungen?

Unsere Kräfte sind begrenzt, und so haben wir uns in den letzten Jahren stark auf unsere »no npd«-Kampagnen konzentriert. Das war auch richtig. Wir müssen nun aber dieser »ideologischen Brücke« zwischen faschistischer Ideologie und – wie die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung vom letzten Herbst belegt – der gesellschaftlichen Mitte mehr Kraft widmen. Und es geht immer auch um ganz praktische Solidarität mit den von rassistischer Ausgrenzung, Stigmatisierung, Abschiebung betroffenen Menschen. Wir wollen in erster Linie wieder aktiver in antirassistischen Bündnissen mitarbeiten.

Frage: Sowohl Sie als auch Heinrich Fink wurden mit breiter Mehrheit der Delegiertenstimmen als Bundesvorsitzende der VVN-BdA wiedergewählt. Was werden Ihre persönlichen Arbeitsschwerpunkte in den kommenden Monaten sein?

Zunächst müssen wir dafür sorgen, daß die Umsetzung unserer Beschlüsse organisatorisch eingeleitet wird. Das gehört in einer nahezu ausschließlich ehrenamtlichen Organisation zu unseren wichtigsten Aufgaben. Mein persönlicher Schwerpunkt wird sicher unser Beitrag zur Auseinandersetzung mit Rassismus, Antisemitismus und Islamophobie sein.

Frage: Vor welchen politischen Herausforderungen steht Ihr Verband in Zeiten zunehmender Militarisierung und dem Abbau von Grund- und Freiheitsrechten?

Diese Herausforderungen sind immens. Zum Glück gibt es eine gut vernetzte Friedensbewegung, zu der wir gehören und in die wir uns nach Kräften einbringen. Dem »Werben fürs Morden und Sterben«, wie es in einem unserer Beschlüsse formuliert ist, das bis in die Schulen hineinschwappt, müssen wir immer wieder die historische Wahrheit über die Verbrechen der Wehrmacht und die unsäglichen Kontinuitätslinien entgegenhalten. Diese ist aktuell zum Beispiel in der deutschen Klage gegen Entschädigungsverpflichtungen gegenüber den Opfern von Distomo und anderen in Den Haag sichtbar.

Wir sind froh, daß es sehr verdienstvolle Organisationen gibt, die sich besonders der Bewahrung der Grund- und Freiheitsrechte widmen. Mit einigen von ihnen sind wir traditionell verbunden. Gemeinsame Themen gibt es leider mehr als genug, ein besonderes Anliegen ist uns, mit der Kriminalisierung von Antifaschisten, die sich Nazis wirksam in den Weg stellen, Schluß zu machen. Solange ihre Aufmärsche nicht verboten sind, gilt: Blockieren ist unser Recht!


4. April 2011: Kundgebung gegen die rechtspopulistische "Pro NRW"

31. März 2011. Mit ihrer als “Deutsch-Israelischen Konferenz” bezeichneten Veranstaltung am 4. April 2011 im Schloss Horst zu Gelsenkirchen schürt die ultrareaktionäre "Pro NRW" weiter Vorbehalte gegen Muslime. “Pro NRW” bewegt sich dabei hart an der Grenze zur Volksverhetzung und versucht erneut, Deutsche und Migranten zu spalten. Wir fordern von der Stadt Gelsenkirchen bzw. vom Polizeipräsidenten das Verbot der Veranstaltung von "Pro NRW".

Kundgebung gegen "Pro NRW" in Gelsenkirchen

Montag, 4. April 2011 von 16:30 bis 17:30 Uhr. Josef-Büscher-Platz gegenüber Schloss Horst

Für ein Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda!

Diese Kundgebung wird bisher unterstützt von: Monika Gärtner-Engel (Stadträtin, AUF Gelsenkirchen), Andreas Jordan (Gelsenzentrum), Willi Mast (AUF Gelsenkirchen), Toni Lenz (MLPD Gelsenkirchen), Leon Bauer (REBELL Gelsenkirchen), Gerd Buckler (IGBCE), Günter Wagner (Arzt) und anderen.


Kundgebung gegen Rechtsextremismus in Gelsenkirchen: Wir haben Flagge gezeigt!

13. März 2011. Auf dem Josef-Büscher-Platz gegenüber Schloss Horst versammelten sich am Sonntagvormittag rund hundert Menschen, um gemeinsam gegen die rechtspopulistische "Pro NRW" zu protestieren. Der Verein GELSENZENTRUM hatte in Aktionseinheit mit AUF zu der Protestkundgebung aufgerufen. Hintergrund war der von den Rechtspopulisten vollmundig "konmmunalpolitische Jahresrückblick" genannte Empfang des Gelsenkirchener Ablegers von "Pro NRW" im Schloss Horst.

Neben Redebeiträgen von Menschen aus verschiedenen politschen Spektren und musikalischen Darbietungen wurde vom "offenen Mikrofon" seitens der KundgebungsteilnehmerInnen rege Gebrauch gemacht. Auch die Gesamtschule Horst war mit einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern erschienen und meldete sich zu Wort. Vertreter von SPD, CDU, der Linken oder den Grünen suchte man auf der Kundgebung gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus jedoch vergebens.

Andreas Jordan (Gemeinnütziger Verein GELSENZENTRUM) als Veranstalter der Kundgebung zeigte sich zufrieden: "Wir haben unseren Protest gegen die im Schloss Horst tagende rechtspopulistische Kleinpartei "Pro NRW" unüberhörbar artikuliert, ohne die Veranstaltung der selbsternannten "Bürgerbewegung" unnötig aufzuwerten. Die (nichtöffentliche) Veranstaltung der Rechtspopulisten sollte jedoch nicht gänzlich unbeachtet stattfinden, Rechtspopulismus darf nicht selbstverständlicher Alltag werden".

Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen


Flagge zeigen: Kundgebung gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus

Unter diesem Motto findet am 13. März 2011 von 11-13 Uhr auf dem Josef-Büscher-Platz gegenüber dem Schloss Horst in Gelsenkirchen eine Kundgebung statt.

11. Februar 2011. GELSENZENTRUM und AUF Gelsenkirchen zeigen in einer antifaschistischen Aktionseinheit gemeinsam Flagge gegen Rechtspopulismus, Alltagsrassismus und Rechtsextremismus: Für ein gemeinsames und gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen unabhängig von konstruierten Merkmalen wie Herkunft, Religion, sozialem Status oder der Lebensweise! Wir sind solidarisch mit allen Einzelpersonen und Gruppierungen, die mit uns dieses Ziel teilen und laden alle Interessierten zur Mitarbeit und Teilnahme ein.

Rechtspopulismus, Rassismus und Rechtsextremismus haben Konjunktur in Deutschland. Nationalistische und rassistische Positionen sind in der Gesellschaft keine Ausnahmeerscheinung oder ein allzu gern beschworenes Phänomen, begrenzt nur auf die extremen Rechten, sondern treffen auch in der selbst ernannten "Mitte" der Gesellschaft ständig mehr und mehr auf Zustimmung.

Die zunehmende Verbreitung einer Denkkultur, die sozialdarwinistische Rechnungen anstellt und nach Sündenböcken für gesellschaftliche Probleme sucht, stellt eine wichtige Herausforderung für uns alle dar - Flagge zeigen gegen den zunehmenden Rechtspopulismus, Rassismus und Rechtsextremismus!

Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen


Filmvorführung in der 'flora' aus Anlass des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar

Der Film „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ von Ilona Ziok

Verfolger der Judenmörder und demokratischer Aufklärer

21. Januar 2011. Er verfolgte die Verdrängung: Der hessische Staatsanwalt Fritz Bauer, der Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse war, steht im Zentrum von Ilona Zioks spannendem Dokumentarfilm. Der Film wirft auch die Frage nach dem angeblichen Freitod Bauers neu auf. Im Jahre 1960 übermittelte er dem israelischen Geheimdienst Mossad den entscheidenden Hinweis zum Aufenthaltsort Adolf Eichmanns – und behielt die Heldentat für sich. Sein Misstrauen in die Strukturen der deutschen Justiz hatte ihn davon abgehalten, selbst die Auslieferung zu beantragen. „Nichts gehört der Vergangenheit an. Alles ist noch Gegenwart und kann wieder Zukunft werden“ –Fritz Bauers Diktum ist heute so aktuell wie damals. Der Film „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ wird auf Vorschlag der DKP und der VVN anlässlich des Holocaust-Gedenktages in Gelsenkirchen gezeigt.

Zeit: 02.02.2011, 19:30 Uhr

Ort: Kulturzentrum „die flora“, Florastraße 26

Wir hoffen sehr auf Interesse an diesem mutigen Juristen und unerschrockenem Demokraten und wünschen uns, dass durch rege Teilnahme an diesem Filmabend das Andenken an Fritz Bauer auch in Gelsenkirchen geehrt wird.


Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2011: “Gelsenkirchener Lichter” erinnern an NS-Opfer

Holocaustgedenktag 2011 in Gelsenkirchen

15. Januar 2011. Zur Teilnahme an eine besondere Form der Ehrung und des stillen Gedenkens an die Opfer des NS-Regimes ruft der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum die Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger jeden Alters auf. Ein Licht anzünden - ein Zeichen setzen: Am 27. Januar 2011 sollen im Herzen unserer Stadt Kerzen zum Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Gewaltregimes leuchten. Die “Gelsenkirchener Lichter” sollen zwischen 17-19 Uhr auf dem Neumarkt Höhe Bahnhofstrasse entzündet werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, Kerzen mitzubringen.

Holocaustgedenktag 2011 Holocaustgedenktag 2011


"O pharipe meg dschil … Das Leid lebt noch…"
Erinnerung und Gedenken an ermordeten Sinti und Roma aus Gelsenkirchen

Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma aus Gelsenkirchen

11. Dezember 2010. Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma aus Gelsenkirchen am Donnerstag, 16. Dezember 2010, 19:00 Uhr. Treffpunkt: Ostpreußenstrasse, Ecke Exterbruch (Bogestra-Busdepot). Schweigegang vom Treffpunkt zur damaligen Reginenstraße, Höhe Bahnübergang Ostpreußenstraße.

Mit einer Kranzniederlegung und dem entzünden von Kerzen gedenken der VVN Gelsenkirchen und der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum e.V. den im Nationalsozialismus ermordeten Menschen des Volkes der Sinti und Roma. Wir schaffen an diesem Gedenktag mit Blumen und Kerzen einen temporären Erinnerungsort für die ermordeten Sinti und Roma und wollen so an diesem authentischen Ort an zeithistorische Geschehnisse, die in das fabrikmäßige Töten von Menschen mündeten, in den Focus der Öffentlichkeit rücken. Zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen.

Download Veranstaltungshinweis: Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma


Protestaktion gegen die DB AG in Gelsenkirchen

15. November 2010. Unterstützt von zahlreichen Organisationen aus dem In- und Ausland ruft der "Zug der Erinnerung" zu Protesten gegen die Deutsche Bahn AG (DB AG) und deren Eigentümer auf. Mit einer zentralen Demonstration am 4. Dezember 2010 in Nürnberg sollen die Forderungen der überlebenden Deportationsopfer des DB-Vorgängers "Deutsche Reichsbahn" unterstützt werden.

In Gelsenkirchen - hier machte die fahrende Ausstellung "Zug der Erinnerung" 2008 Station - wollen wir unseren Protest in Kooperation mit dem Jüdischen Kulturverein KINOR und dem "Forum für die Zukunft des Judentums in Deutschland" gegen die Haltung der Deutschen Bahn (DB AG) gegenüber den überlebenden Deportationsopfern Anfang Dezember 2010 mit einer Aktion vor dem Gelsenkirchener Hauptbahnhof zum Ausdruck bringen. Veranstalter in Gelsenkirchen ist der gemeinnütziger Verein Gelsenzentrum e.V.: Wir erinnern dabei an die Opfer der "Reichsbahn"-Deportationen und unterstützen die Forderungen der Bürgerinitiative "Zug der Erinnerung". Den Überlebenden der "Reichsbahn"-Deportationen muss Gerechtigkeit widerfahren! Die Überlebenden dürfen nicht mit Almosen abgespeist werden!

Samstag, 4. Dezember 2010

Beginn 12:30 Uhr

Gelsenkirchen Hauptbahnhof (Bahnhofsvorplatz)


Protestaktion in Gelsenkirchen gegen die Deutsche Bahn AG Protestaktion in Gelsenkirchen gegen die Deutsche Bahn AG

Feldzug der Gewalt und der Einschüchterung gegen die deutschen Juden im November 1938

Gedenken und Erinnern an die Opfer der so genannten "Reichskristallnacht"

8. November 2010. Auch in diesem Jahr finden an vielen Orten in Deutschland Veranstaltungen zum Gedenken an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger statt, die in der so genannten “Reichs-Kristallnacht” vom 9. auf den 10. November 1938 Opfer der rassistisch motivierten Gewalttaten gegen Leib, Leben und Eigentum wurden.

Der VVN Gelsenkirchen und der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum e.V. rufen die Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an den Kundgebungen und Gedenkveranstaltungen demokratischer Organisation und Gruppierungen zur Erinnerung und zum Gedenken an die jüdischen Menschen auf, die 1938 Opfer der Novemberpogrome wurden. “Wir müssen wachsam sein und uns entschlossen und gemeinsam gegen das Vergessen, gegen Rassismus und gegen Gewalt stellen”, so der Vorsitzende des Vereins Gelsenzentrum e.V..

In Gelsenkirchen beginnt die diesjährige Veranstaltung zum Gedenken an die Pogromnacht um 18:30 Uhr vor dem Elisabeth-Krankenhaus an der Cranger Str. 226, hier formiert sich ein Schweigezug, der zur Dokumentationsstätte “Gelsenkirchen im Nationalsozialismus” an der Cranger Straße zieht. Dort ist eine Kundgebung geplant.


Novemberpogrome 1938 in Gelsenkirchen - Zeitzeugen berichten< Die Novemberpogrome 1938 in Gelsenkirchen - Zeitzeugen berichten


Straße in Gelsenkirchen wird nach 44 Jahren umbenannt

8. November 2010. Nun ist es amtlich: Der Name des NS-Täters Paul Schossier als Namensgeber für eine Straße in Gelsenkirchen ist Geschichte. Am 4. November 2010 wurde die Straße von der zuständigen Bezirksvertretung Nord umbenannt, neuer Name: Josef-Sprenger-Weg.

Der Vorschlag des Gelsenzentrum e.V., der auch vom Landesverband der Sinti und Roma NRW unterstützt wurde, den ehemaligen “Paul-Schossier-Weg” nach einem Opfer des “Wirkens” von Paul Schossier, dem 9-jährigen Sinti-Mädchen Rosa Böhmer aus Gelsenkirchen zu benennen, fand weder im Rat der Stadt Gelsenkirchen noch in der Bezirksvertretung Nord eine Mehrheit.

Die Umbennenung wurde bereits 2008 von dem gemeinnützigen Verein Gelsenzentrum e.V. initiiert. OB Baranowski reagierte daraufhin und gab ein Gutachten in Auftrag, dass Paul Schossiers Beteiligung am NS-Völkermord in seiner Eigenschaft u.a. als Rechts- und Polizeidezernent bestätigte. So war Paul Schossier für die Deportation und die daran anschließende Ermordung der Gelsenkirchener Angehörigen des Volkes der Sinti und Roma im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verantwortlich.

Die Anwohner des”Paul-Schossier-Weges reagierten in Kenntniss der „über das Mitläufertum hinausgehende Betätigung des Namensgebers Paul Schossier“ während der Zeit des Nazi-Regimes dennoch mit Unverständnis über die Umbenennung, wie es Anwohner Heinz Hackstein in einer Bürgeranfrage darlegte. Dagegen hieß es von Seiten der Politik, die Umbenennung sei “nachvollziehbar und vernünftig, man bedauere, dass es erst so spät zu einer Umbenennung kam”.


Rosa-Böhmer-Weg nicht diskussionswürdig?

9. Oktober 2010. Wie es aussieht, lässt die Stadt Gelsenkirchen die Chance verstreichen, den nach dem Nazi-Schreibtischtäter Paul Schossier benannten Weg nach einem unschuldigen, neunjährigen Opfer seiner Tätigkeit umzubenennen. Der Ehrung durch die Straßenbenennung im Öffentlichen Raum, die der Nazi Paul Schossier seit 1966 erfahren hat, eine Ehrung der in Auschwitz ermordeten Rosa Böhmer, die zu den durch Schossier verfolgten Gelsenkirchener Sinti und Roma gehört, gegenüber zu stellen, wäre eine würdige und gerechte Lösung gewesen.

Doch in der Beschlussvorlage der Verwaltung für den Rat der Stadt am 07. Oktober 2010, schlägt die Verwaltung vor, "(...) aufgrund der über das Mitläufertum hinausgehenden Betätigung des Namensgebers für das nationalsozialistische "Dritte Reich" (...)" den Paul-Schossier-Weg in Josef-Sprenger-Weg umzubenennen. In der Begründung findet sich noch nicht einmal ein Abwägen der verschiedenen gemachten Namensvorschläge. Auch der Vorschlag "Rosa-Böhmer-Weg" wird komplett ignoriert. Andreas Jordan hatte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Gelsenzentrums bereits Ende September Bezirksbürgermeister Klasmann diesen Vorschlag unterbreitet, ohne bislang eine Antwort erhalten zu haben. Auch ein Brief des Landesverbandes der Sinti und Roma an den Oberbürgermeister Baranowski, in dem dieser den Vorschlag unterstützt, blieb offenbar ohne Wirkung.

Zwar verschwindet mit der Umbenennung der Name des Nazi-Täters endlich aus dem öffentlichen Raum, doch wird hier die Chance vertan, "(...) ein Zeichen dafür zu setzen, dass die Stadt Gelsenkirchen die Sinti und Roma, die Bürger dieser Stadt waren, und ihr Schicksal nicht vergisst und dass ihre Geschichte auch heute noch einen Platz in Gelsenkirchen hat." Mit diesen Worten befürwortet Roman Franz, der Vorsitzende des Landesverbandes der Sinti und Roma, die Umbenennung des "Paul-Schossier-Weg" in "Rosa-Böhmer-Weg".

Nun ist die Bezirksvertretung Nord gefragt, die am 04. November 2010 über die Beschlussvorlage abstimmen wird. Sie könnte sie ja ablehnen und einen Änderungsantrag einbringen, in dem der "Paul-Schossier-Weg" in "Rosa-Böhmer-Weg" umbenannt wird.

Quelle:  Der Rote Emscherbote am 9. Oktober 2010Quelle: Der Rote Emscherbote am 9. Oktober 2010


"O pharipe meg dschil … Das Leid lebt noch…" - Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma aus Gelsenkirchen

21. September 2010. Vorankündigung: Gedenken und Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma aus Gelsenkirchen am Donnerstag, 16. Dezember 2010, 19:00 Uhr. Treffpunkt: Ostpreußenstrasse, Ecke Exterbruch (Bogestra-Busdepot). Schweigegang vom Treffpunkt zur damaligen Reginenstraße, Höhe Bahnübergang Ostpreußenstraße.

Mit einer Kranzniederlegung und dem entzünden von Kerzen gedenken der VVN Gelsenkirchen und der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum e.V. den im Nationalsozialismus ermordeten Menschen des Volkes der Sinti und Roma. Wir schaffen an diesem Gedenktag mit Blumen und Kerzen einen temporären Erinnerungsort für die ermordeten Sinti und Roma und wollen so an diesem authentischen Ort an zeithistorische Geschehnisse, die in das Fabrikmäßige Töten von Menschen mündeten, in den Focus der Öffentlichkeit rücken.

Download Veranstaltungshinweis: Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma


Namensvorschlag für die Umbenennung: "Rosa-Böhmer-Weg"

21.9.2010. Nachdem die Stadt sich entschlossen hat, den "Paul-Schossier-Weg" umzubenennen, da es sich bei Paul Schossier um einen NS-Täter handelt, der sich mitschuldig an der Ermordung der Gelsenkirchener Sinti und Roma in Auschwitz gemacht hat, hat Andreas Jordan, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins Gelsenzentrum, einen weiteren Namensvorschlag eingebracht.

"Ergänzend zu unserem Antrag auf Umbenennung vom 6. März 2008 regen wir nun an, den Weg in "Rosa-Böhmer-Weg" umzubenennen. Das Sinti-Mädchen Rosa Böhmer wurde am 22. September 1933 in Gelsenkirchen geboren. Nach der zwangsweisen Auflösung der Familie Böhmer, die voll integriert in Gelsenkirchen an der Bergmannstraße lebte, kam Rosa Böhmer schließlich zu Pflegeeltern nach Hövelhof (Paderborn). Dort wurde Rosa Böhmer 1942 von Gestapobeamten aus dem Schulunterricht geholt und deportiert. Am 13. August 1943 wurde sie in Auschwitz ermordet.

Rosa Böhmers Verfolgungsschicksal soll an die aus Gelsenkirchen verschleppten und ermordeten Sinti und Roma erinnern, an deren Ermordung Paul Schossier nicht unerheblich beteiligt war." so Andreas Jordan, und weiter: "Der Vorsitzende des Landesverband Deutscher Sinti und Roma NRW, Roman Franz, hat uns heute zugesagt, den Namensvorschlag "Rosa-Böhmer-Weg" zu unterstützen."

(Pressemitteilung Gelsenzentrum e.V. vom 21.9.2010, 13:00 Uhr)

Dokumentation: Von der Schule ins KZ - Das kurze Leben der Rosa Böhmer Von der Schule ins KZ - Das kurze Leben der Rosa Böhmer

Der “Paul-Schossier-Weg” in Scholven wird umbenannt

Name eines NS-Täters verschwindet aus dem öffentlichen Raum - Antrag auf Umbenennung hatte Erfolg

Bald Vergangenheit - Der “Paul-Schossier-Weg” wird umbenannt

17. September 2010. Die Ergebnisse einer Untersuchung des ISG zur Rolle von Straßen-Namensgebern im öffentlichen Raum der Stadt Gelsenkirchen wurden gestern der Öffentlichkeit vorgelegt. Demnach soll der in Scholven gelegene Paul-Schossier-Weg nun endlich umbenannt werden. In Sachen Paul Schossier lag der Stadtverwaltung seit Februar 2008 ein konkreter Antrag von Andreas Jordan/Gelsenzentrum e.V. auf Umbennung vor. Die daraufhin von OB Baranowski in Auftrag gegebene Untersuchung bestätigte die im Umbenennungsantrag genannte Begründung.

Bekannt war die Mittäterschaft des Stadtrates Paul Schosssier am Völkermord an den Gelsenkirchener Sinti und Roma während der NS-Zeit schon lange. Bereits 1999 hatte Stefan Goch, Mitarbeiter des Instituts für Stadtgeschichte, in seinem Buch “Mit einer Rückkehr nach hier ist nicht mehr zu rechnen - Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma während des “Dritten Reiches” im Raum Gelsenkirchen” die Rolle von Paul Schossier im Zusammenhang mit der Umsetzung des so genannten “Auschwitz-Erlasses” in Gelsenkirchen beleuchtet. Geschehen ist danach erstmal nichts. Erst nach der Veröffentlichung von neuen Rechercheergebnissen zum Fall Schossier durch den Verein Gelsenzentrum im Februar 2008 und einem Antrag auf Umbennung des Paul-Schossier-Weges durch Andreas Jordan kam dann endlich Bewegung in die Sache. Der OB reagierte und gab eine Untersuchung in Auftrag, deren Ergebnis nun die Umbennung zur Folge hat. Damit ist im Fall Paul Schossier das Fortwirken eines NS-Täters als Namensgeber einer Straße im öffentlichen Raum beendet.

Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma in Gelsenkirchen Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma in Gelsenkirchen

Stadtrat Paul Schossier - NS-Täter als Namensgeber Stadtrat Paul Schossier - NS-Täter als Namensgeber

Protest gegen das Soldatentreffen am Ort des Todes zigtausender Kriegsgefangener

14. September 2010. Schon am 6.11.2009 hieß es in der WR: „Es dürfte eines der größten Reservistentreffen des Landes werden, wenn am 28. September 2010 auf der Landesgartenschau der ‚Bundeswehrtag’ veranstaltet wird. Panzer können besichtigt werden. Marschmusik erklingt. Bundesweit will Gartenschau-Geschäftsführer Peter Friedrich in Reservisten-Verbänden Werbung für diesen Tag machen."

"Für Hemer wird es ein besonderer sein. Denn nur durch den Umstand, dass die Blücher-Kaserne eine neue Nutzung benötigte, wurde die Stadt im Märkischen Kreis überhaupt Gartenschau-Ausrichter: ‚Eigentlich erleben wir auf diesem Gelände den Zauber der Verwandlung, wie Schwerter zu Pflugscharen werden’, sagt Friedrich. Mit dem Bundeswehr-Tag stellen wir uns unserer Geschichte.’“


Unsere Anmerkung: Zu dieser Geschichte gehört der Mord an zigtausenden Kriegsgefangenen auf dem Gelände im 2. WK. Auf ihren Gräbern wird herumgetrampelt. Von Schwertern zu Pflugscharen kann ja wohl keine Rede sein, denn die Bundeswehr führt ihre Auslandseinsätze nicht mit Pflugscharen durch, sondern mit Panzern.

Protest ist angesagt. Im Programm ist der Bundeswehrtag noch immer drin!


Jetzt hat die VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten) in Nordrhein-Westfalen eine Erklärung zum größten Soldatentreffen der Bundesrepublik Deutschland herausgegeben:

Erklärung des Landesausschusses der VVN-BdA NRW

Gegen das Militärspektakel von Hemer am 28. September

Auf dem Gelände der Landesgartenschau in Hemer will die Bundeswehr am 28. September eines ihrer größten Soldatentreffen durchführen, das es je gab. Der Bundeswehrverband und die Reservistenverbände sind mit von der Partie. Panzer sollen den Kindern als Spielgerät angeboten werden. Militärmärsche sollen erklingen. Es wird für Militär und Krieg geworben.

All das findet nicht nur auf dem Landesgartenschaugelände statt, sondern auch auf dem Boden des ehemaligen Stalag VI A (Kriegsgefangenen-Stammlager der Wehrmacht). Hier sind während des Vernichtungskrieges der Naziwehrmacht viele Tausende Kriegsgefangene grausam zu Tode gekommen. Mit drei Millionen Todesopfern unter den sowjetischen Kriegsgefangenen ist diese Opfergruppe eine der größten gewesen. Zigtausende kamen in Hemer ums Leben. Mindestens 25.000 von ihnen sind auf den Friedhöfen am Stadtrand in Massengräbern begraben. Weitere starben im Arbeitseinsatz als Zwangsarbeiter in der Ruhrwirtschaft; allein im Zeitraum von Juli bis November 1943 starben im Ruhrbergbau 28.000 Gefangene.

Und hier soll nun die Bundeswehr aufmarschieren. Wir sind es den Opfern schuldig, uns dagegen zu wehren.

Wir wehren uns dagegen, dass mit den Reservistenverbänden und dem Bundeswehrverband zwei besonders militaristische Großorganisationen hier für sich werben dürfen. Diese Verbände sind durchsetzt mit rechtsextremistischen Kadern. Erst kürzlich wurde es von den Verbandsführungen abgelehnt, den NPD-Vorsitzenden Udo Voigt, Hauptmann der Reserve. auszuschließen. Auch andere Nazikader sind dabei. Das war schon seit Gründung dieser Vereinigungen so, denn sie haben auch die Reservisten aufgenommen, die schon in der Wehrmacht dienten. Viele waren schon im Krieg an schweren Kriegsverbrechen beteiligt. Der Bildungsverein des Bundeswehrverbandes ist nach Karl Theodor Molinari benannt worden, einen Bundeswehr- und Wehrmachtsgeneral, der in Frankreich wegen seiner Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt wurde.

Heute rufen die Neonaziverbände ihre „jungen Kameraden“ auf, sich in der Bundeswehr an Waffen ausbilden zu lassen - „für den Kampf für Deutschland“. Diese Leute sind dann dabei, wenn die Zivilmilitärische Zusammenarbeit die Städte und Gemeinden durchdringt. Tausende Reservisten sehen zum Einsatz im Innern bereit - auch zum Einsatz gegen das eigene Volk. Zum Einsatz gegen Streikende.

Die Bundeswehr, die sich in Hemer feiern lassen will, ist im Kriegseinsatz. In Afghanistan führt sie Krieg gegen die dortige Bevölkerung, das ist seit dem 4.9.2009 erwiesen; an diesem Tag hat Bundeswehr-Oberst Georg Klein die Ermordung von 142 Männern, Jugendlichen und Kindern befohlen - ohne dass die Bundeswehr oder die deutsche Justiz ihn belangt hätten. Strafbefreiung für Massenmord.

Wir fordern die Absetzung des Militärspektakels auf dem Gelände des Stalag VI A und der Landesgartenschau. Wir fordern Schritte zum Frieden, statt Manöver für den Krieg.

VVN-BdA Nordrhein-Westfalen

Sie sollen nicht vergessen sein

Vor 66 Jahren: Ungarische Jüdinnen sterben bei Bombenangriff in Horst

4. September 2010. Es geschah am 11. September 1944 gegen 18:15 Uhr. Aliierte Bomber griffen das Hydrierwerk der Gelsenberg Benzin AG in Gelsenkirchen-Horst an. Auf dem nordöstlichen Teil des Werksgeländes befand sich in dieser Zeit ein Außenlager des KZ Buchenwald. In dem Lager, das in den Akten als “SS Arbeitskommando K.L. Buchenwald, Gelsenberg-Benzin A.G., Gelsenkirchen-Horst” geführt wurde, waren 2.000 ungarische Jüdinnen, die man aus dem KZ Auschwitz zur Zwangsarbeit nach Gelsenkirchen verschleppt hatte, untergebracht. Den Mädchen und Frauen war der Zutritt zu den Bunkern und Splittergräben verboten, etwa 250 von Ihnen wurden bei dem Luftangriff getötet. Ihre sterblichen Überreste wurden in drei Massengräbern am Linnenbrink verscharrt.

Im Juli 1948 wurde am Linnenbrinksweg ein Mahnmal für die Opfer des Bombenangriffs aufgestellt. Im Zuge der Werkserweiterung der Gelsenberg Benzin AG wurde dieses Denkmal dann am 9. September 1954 auf den Friedhof Horst-Süd an seinen heutigen Standort verbracht. Die Westfälische Rundschau berichtete in einem Artikel vom 10. September 1954 ausführlich über die Feierlichkeiten zur Umsetzung des Denkmals. In seinem Redebeitrag während der Gedenkfeierlichkeiten bei der Umsetzung des Denkmals 1954 sagte der damalige Betriebsratsvorsitzende der Gelsenberg Benzin AG, Ramacher: “Ich bin mir der Tragweite meiner Worte durchaus bewußt, wenn ich wünsche, daß dieses Mahnmal nicht so weit abseits, sondern im Zentrum der Stadt liegen möge, damit wir oft im Vorübergehen an die Tage des Grauens erinnert werden würden, die uns und den Generationen nach uns die Verpflichtung zur Achtung der Menschenwürde auferlegen.”

Mehr über das Gelsenberglager auf www.gelsenzentrum.de:

Das Gelsenberglager, Außenlager des KZ Buchenwald in Gelsenkirchen Das Gelsenberglager, Außenlager des KZ Buchenwald in Gelsenkirchen

Eugene Black in Gelsenkirchen Eugene Black in Gelsenkirchen


Nazis planen Großaufmarsch durch Dortmund

Wenn Nazis marschieren, ist Widerstand Pflicht

2. September 2010. Am 4. September 2010 wollen sich Neofaschisten aus dem gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland zum 6. Mal in Folge in Dortmund versammeln. Hintergrund ist der alljährlich am 1. September stattfindende Antikriegstag, den die neuen Nazis (”Autonome Nationalisten”) für sich vereinnahmen und zum so gennanten “Nationalen Antikriegstag” erklärt haben.

Bereits in den letzten Jahren zogen Neonazis mit der Losung “Nie wieder Krieg!” durch Dortmunds Straßen. Sie fügten hinzu: “Nach unserem Sieg!” – also dem Sieg des “Nationalen Sozialismus”. Die Neonazis bejubeln den beispiellosen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion ebenso wie die Massenvernichtung der europäischen Juden. Sie leugnen die Verbrechen von Wehrmacht und Waffen-SS, tragen Slogans wie “Unser Großvater war ein Held!“ bzw. “Opa war kein Mörder” vor sich her. Verschiedene Bündnisse und Organisationen rufen zu Gegendemonstrationen gegen Rechts am kommenden Samstag in Dortmund auf.

Über die Verleumdungskampagne gegen Thomas Schulz, aka

Dortmund hat sich in den vergangenen Jahren zu einer regelrechten Hochburg von militanten Neonazis entwickelt. Brutale Übergriffe auf MigrantInnen und linke Jugendliche, auf alternative Buchläden und Zentren, Parteibüros und Privatwohnungen von Antifaschistinnen und Antifaschisten häufen sich. Am 1. Mai 2009 griffen Neofaschisten die 1. Mai-Demo des DGB an. Der Punk Thomas "Schmuddel" Schulz wurde 2005 von einem jugendlichen Neofaschisten in der Dortmunder Innenstadt erstochen.

Im Jahr 2000 hatte der als Neonazi bekannte Dortmunder Michael Berger den Polizisten Thomas Goretzky in Dortmund-Brackel erschossen und danach zwei weitere Beamte, Ivonne Hachtkemper und Matthias Larisch von Woitowitz, in Waltrop.


Den Antifaschistinnen und Antifaschisten wurde der Platz vor der Steinwache (Gedenkstätte ehemaliges Gestapo-Gefängnis) als Auftaktort für die Gegenveranstaltung verweigert, dort dürfen sich stattdessen die alten und neuen Nazis versammeln.

VVN/BdA NRW Volksverhetzung der Nazis vor Gedenkstätte Steinwache Volksverhetzung der Nazis vor Gedenkstätte Steinwache"

Blick nach Rechts: Tagsüber sind sie mit Flugblättern und Buttons „bewaffnet“, nachts ziehen sie mit Steinen und Reizgas los – Dortmunder Neonazis vor ihrem großen Event: dem „Nationalen Antikriegstag“.


Antikriegstag 2010 in Gelsenkirchen

Gedenken an den deutschen Überfall auf Polen vor 71 Jahren

Antikriegstag 2010 in Gelsenkirchen

1. September 2010. Mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen begann am 1. September 1939 der 2. Weltkrieg. Der Hitlerfaschismus steckte die Welt in Brand, der Weltkrieg forderte mehr als 55 Millionen Tote unter den Völkern und haben das Leben der nachfolgenden Generationen nachhaltig geprägt.

Nachdem in Europa bereits am 8. Mai die Waffen schwiegen, warfen die USA im August auf die japanische Stadt Hiroshima die erste Atombombe ab, der drei Tage später, am 9. August 1945, eine weitere Atombombe auf Nagasaki folgte. Am 1. September 2010 fanden in Gelsenkirchen zwei Veranstaltungen zum Antikriegstag statt. Am Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft im Stadtgarten wurden Blumen niedergelegt. Hier hatten sich Vertreter von VVN/BdA, der Linkspartei, der Linke Alternative und der DKP zum stillen Gedenken zusammengefunden.

Marianne Konze erinnerte in ihrer Rede an den deutschen Überfall auf Polen vor 71 Jahren und an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Sie betonte, dass der 2. Weltkrieg mit all seinen schrecklichen Verbrechen uns allen eine bleibende Mahnung, Aufforderung und Verpflichtung sein muß, uns jeder Form von Rassismus und Neofaschismus in den Weg zu stellen. Bereits um 17 Uhr fand auf dem Preuteplatz in der Gelsenkirchener Innenstadt eine Protestaktion der MLPD Gelsenkirchen und deren Jugendverband REBELL statt. Der MLPD-Kreisvorsitzende Toni Lenz hatte zu dieser Protestaktion aufgerufen. Auch hier wurde an den Überfall auf Polen durch den Hitler-Faschismus am 1. September 1939 erinnert, verbunden mit der Forderung nach Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.


Gedenkfeier für die Ruhrkämpfer in Gelsenkirchen - 90 Jahre Rote Ruhrarmee

Der Ruhrkrieg - 90 Jahre Rote Ruhrarmee. Gedenkfeier auf dem Friedhof Horst-Süd.

21. August 2010. Am Mahnmal für Opfer des Ruhrkampfes 1920 und der faschistischen Gewaltherrschaft 1933-1945 auf dem Friedhof Horst-Süd fand heute ein feierliche Gedenkfeier mit einer Kranzniederlegung statt. Zahlreiche Menschen haben heute gemeinsam der Toten gedacht, die für die Freiheit starben.

Am 13. März 1920 wollten militante rechte Kreise mit dem sogenannten Kapp-Lüttwitz-Putsch den ersten Versuch einer deutschen parlamentarischen Demokratie beenden. Mit einem Generalstreik der Arbeiterschaft in Deutschland wurde der Putsch jedoch zum Scheitern gebracht. Nach dem Ende des Putsches ließ die Reichsregierung den andauernden bewaffneten Widerstand im Ruhrgebiet durch die “Rote Ruhrarmee” im März und April 1920 von der Reichswehr und den Freikorps niederschlagen.

Zahlreiche Redebeiträge wurden von den Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen teilnehmenden Gruppierungen gehalten. Heike Jordan, Sprecherin des gemeinnützigen Vereins Gelsenzentrum und VVN-Mitglied, die an der Gedenkfeier im Rahmen des Projektes NO NAZIS 2010 teilnahm, betonte in ihrer Rede, wie wichtig es ist, gegen faschistische Umtriebe Flagge zu zeigen: “Der Tod aller Opfer des Faschismus muss uns, die wir gegen das Vergessen, das Verdrängen und Ignorieren aktiv sind, mahnende Erinnerung sein, in unseren antifaschistischen Bestrebungen nicht nachzulassen. Die Geschichte lehrt uns: Wir müssen wachsam sein!” Unter den Klängen des antifaschistischen Kampfliedes “Bella Ciao” legten die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer Blumen am Mahnmal nieder.


Gelsendienste verbietet Gedenkfeier - politische Willkür? Erinnerungsfeier soll nicht stattfinden

Der Ruhrkrieg - 90 Jahre Rote Ruhrarmee

13. August 2010. Am Samstag, den 21. August 2010 soll um 14 Uhr am Denkmal auf dem Horster Südfriedhof der Opfer des Ruhrkriegs 1920 gedacht werden. Das planen seit Monaten Kumpel für AUF, AUF Gelsenkirchen, der Freidenkerverband Gelsenkirchen, der Frauenverband Courage und weitere Gruppierungen. “Gelsendienste”, verantwortlich für Betrieb und Unterhalt der Gelsenkirchener Friedhöfe, verbietet die Gedenkfeierlichkeiten unter anderem mit dem Hinweis auf die Friedhofsatzung. AUF Gelsenkirchen vermutet hinter der Ablehnung “politische Willkür” und hat den Gelsenkirchener Rechtsanwalt Frank Jasenski eingeschaltet, der eine einstweilige Verfügung erwirken soll.

Rechtsanwalt Jasenski dazu: “Ein Friedhof ist für alle da. Die Gedenkfeier wird von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit durchgeführt, unter anderem dem Freidenkerverband, der den Kirchen rechtlich gleichgestellt ist. Das ist politische Willkür. Es finden immer wieder an Gedenkstätten, ob auf dem Friedhof oder ausserhalb, Gedenkfeiern statt, so z.B. auch am Mahnmal für die Zwangsarbeiter, welches ebenfalls auf dem Friedhof Horst Süd steht”. Sprach Gelsendienste im ersten Ablehungsbescheid noch davon, das die Friedhofsatzung “keine Veranstaltungen nichtreligiösen Vereinigungen bzw. politischer Parteien zulasse”, wurde der zweite Ablehnungsbescheid mit formalen Gründen (u. a. Fristversäumnisse) begründet. Weiter heißt es: (…) “der 21. August “ist kein herkömmlicher Totengedenkfeiertag, ein Auftritt auf dem Friedhof sei demnach zu unterlassen.”

Gerd Buckler und Manuela Reichmann vom AUF-Vorstand kündigten an: “Dieses Verbot akzeptieren wir auf jeden Fall nicht. Noch im Frühjahr wurde die Gedenkfeier als Beitrag zur Kulturhauptstadt begrüßt und die Renovierung des Mahnmals zugesagt. Nach der Landtagswahl kam die Kehrtwende. Der Beschluss wurde bis heute nicht umgesetzt, die Kranzniederlegung verboten. Was für ein Armutszeugnis für die Stadtbürokratie! Warum wird die Gedenkfeier von der Stadtverwaltung unterdrückt, statt sie als Beitrag zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010 zu unterstützen?”

Historischer Hintergrund

Im Kulturhauptstadtjahr 2010 jährt sich zum 90. Mal ein fast vergessener Kampf gegen die Errichtung einer faschistischen Militärdiktatur in Deutschland. Am 13. März 1920 wollten militante rechte Kreise mit dem sogenannten Kapp-Lüttwitz-Putsch den ersten Versuch einer deutschen parlamentarischen Demokratie beenden. Mit einem nachfolgenden Generalstreik der Arbeiterschaft in Deutschland wurde der Putsch jedoch zum Scheitern gebracht. Es ist der unbestreitbarer Verdienst der Arbeiter, das 1920 durch ihren Kampf die Errichtung einer Militärdiktatur in Deutschland verhindert wurde.

Auf einem Denkmal auf dem Horster Südfriedhof wird namentlich an 11 tote Arbeiter erinnert, die bei den Kämpfen 1920 ums Leben kamen bzw. ermordet worden sind. Nach dem Ende des Putsches ließ die Reichsregierung den andauernden Widerstand im Ruhrgebiet durch die “Rote Ruhrarmee” im März und April 1920 von der Reichswehr und den Freikorps niederschlagen.

Wer oder was sind Gelsendienste?

Das Unternehmen schreibt in seinem Webauftritt über sich: “GELSENDIENSTE, das ist der zentrale Anbieter kommunaler Dienstleistungen bei uns in Gelsenkirchen. Als „eigenbetriebsähnliche Einrichtung“ sind wir ein Unternehmen der Stadt Gelsenkirchen, das seit den 1990er Jahren aus den drei ehemaligen Einzelorganisationen GELSENGRÜN, GELSENHAUS und GELSENREIN hervorgegangen ist.”

Die Rote Ruhrarmee, der Kapp-Lüttwitz-Putsch und der Ruhrkrieg - Ein fast vergessener Kampf

22. Juli 2010. Im Kulturhauptstadtjahr 2010 jährt sich zum 90. Mal ein fast vergessener Kampf gegen die Errichtung einer faschistischen Militärdiktatur in Deutschland. Arbeiter waren zur Verteidigung der Republik im März 1920 in den Generalstreik getreten und wurden im April von denen verfolgt, gejagt und getötet, gegen die sich ihr erfolgreicher Generalstreik gerichtet hatte. Die Verlierer im Ruhrkrieg waren die kämpfenden Arbeiter und ihre Familien im Ruhrgebiet, es ist ihr Verdienst, das 1920 die Errichtung einer Militärdiktatur in Deutschland verhindert wurde.

90 Jahre - der Ruhrkrieg 1920 und die Rote Ruhrarmee 90 Jahre - der Ruhrkrieg 1920 und die Rote Ruhrarmee


69. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion

19. Juni 2010. Am Morgen des 22. Juni 1941 überschritten deutsche Truppen die Grenzen der Sowjetunion. Bei ihrem Vormarsch kamen sie durch Gebiete, in denen ca. 2,7 Millionen Juden sowie mehrere hunderttausend jüdische Flüchtlinge aus Westpolen lebten. Schon zu Beginn des Russlandfeldzugs existierte ein Teil der Vernichtungsmaschinerie in Form der "Einsatztruppen der Sicherheitspolizei (u.a. Polizeibataillone) und des SD". Ihre Aufgabe war es, "weltanschauliche Gegner" und "sonstige Elemente" zu ermorden.

Zur Taktik der Einsatztruppen gehörte es auch, mit Hilfe einheimischer Milizen Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung zu entfachen. Unter dem Vorwand der "Partisanenbekämpfung" (Synonym für den Völkermord) wurden Juden sowie Sinti und Roma als Geiseln genommen und im Zuge "militärischer Strafexpeditionen" erschossen. Zwischen Juni 1941 und April 1942 wurden nahezu 560.000 Menschen ermordet, darunter praktisch die ganze jüdische Bevölkerung im Baltikum, in der Ukraine, auf der Krim und in Weißrussland. Innerhalb von zwei Tagen (29. und 30. September 1941) wurden nahezu 34.000 jüdische Bewohner der Stadt Kiew in der Schlucht von Babi Jar getötet. Zu den Unterschieden gegenüber dem Völkermord in Polen gehörte, dass die Phase der Konzentrierung der Juden in Ghettos weitestgehend übersprungen wurde.

Absolut exakte Opferzahlen konnten nie ermittelt werden. Für für das Gebiet der Sowjetunion nennt Wolfgang Benz in seinem Buch "Dimension des Völkermords - Die Zahl der Opfer des Nationalsozialismus" die Minimalzahl von 2.100.000 ermordeten Juden. Insgesamt hat der von Deutschen entfesselte weltanschauliche und rassistische Vernichtungskrieg mehr als 20 Millionen Kriegstote auf Seiten der Sowjetunion gefordert, darunter mehr als 5 Millionen Zivilisten.


Gelsenkirchen: 9 Stolpersteine werden verlegt

11. Juni 2010. STOLPERSTEINE setzen Zeichen gegen das Vergessen. Am 22. Juni 2010 werden in Gelsenkirchen an sechs Orten im Stadtgebiet STOLPERSTEINE des Kölner Künstlers Gunter Demnig verlegt, die an einst hier lebende Menschen erinnern sollen. Die STOLPERSTEINE konnten im Februar wegen dem anhaltenden Frost nicht verlegt werden.

An der Augustastrasse werden um 8:00 Uhr zwei STOPLPERSTEINE für Margit und Annemarie Zorek verlegt. Die Schwestern wohnten in der Hausnummer 7. Im Januar 1942 wurden Margit und Annemarie Zorek nach Riga deportiert. Im Juli 1944 wurden die Geschwister im KZ Riga-Kaiserwald von den Nazis ermordet.

An der Bochumer Strasse 45 lebte Hulda Silberberg. Hier wird ein STOLPERSTEIN daran erinnern, dass Hulda Silberberg angesichts der bevorstehenden Deportation im Januar 1942 die Flucht in den Tod wählte.

Am Neustadtplatz 6 (Früher Moltkeplatz) wird der STOLPERSTEIN verlegt, der an Helene Lewek erinnern wird, die dort einst gewohnt hat. Helene Lewek wählte im Sammellager an der Wildenbruchstrasse unmittelbar vor der Deportation im Januar 1942 die Flucht in denTod. Am Standort des Sammellagers (ehemalige Ausstellungshalle) an der Wildenbruchstrasse wird ein STOLPERSTEIN an ihren Tod erinnern.

An der Kurt-Schumacher-Strasse 10 (früher Kaiserstrasse) wohnte die Familie Haase. Das Haus der Familie steht heute nicht mehr. Sally Haase wurde 1938 verhaftet und im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Er floh nach der Entlassung nach Belgien und weiter nach Frankreich. Dort wurde er über das KZ Drancy 1942 nach Auschwitz verschleppt, wo er 1944 ermordet wurde. Tochter Margot konnte mit der Hilfe von Verwandten in die USA emigrieren. Ehefrau Carola und die Kinder Bernd und Ingrid wurden im Januar 1942 nach Riga, dann in das KZ Stutthof verschleppt und dort 1945 ermordet. Bernd überlebte und emigrierte 1947 in die USA.

An der Zollvereinstrasse 4 wird mit der Verlegung eines STOLPERSTEINS an den dort einst lebenden Paul Bukowski erinnert. Am 7. August 1943 wurde Paul Bukowski als Mitglied einer Widerstandsgruppe vom Volksgerichtshof wegen "Vorbereitung zum Hochverrat in Verbindung mit Feindbegünstigung" zum Tode verurteilt und am 20. April 1944 in Plötzensee hingerichtet.


Leserbrief zum WAZ-Artikel "Streit um Stolpersteine in Gelsenkirchen"

31. Mai 2010. Natürlich wird es gern von der WAZ aufgegriffen und groß heraus gebracht: Streit um Urheberschaft und Verlegung der Stolpersteine. Typisch Gelsenkirchen! Alle, denen das antifaschistische Erbe teuer ist, sollten eigentlich froh sein, dass die Verlegung jetzt – dank Andreas Jordan und seinem wirklich unermüdlichem Einsatz – läuft. Und zwar wegen nicht unerheblicher Querelen im Vorfeld gegen die Verlegung der Steine. Als linke Ratsfrau habe ich bereits 2006 den Antrag für die Verlegung an die Stadt gestellt und alles andere als offenes Entgegenkommen von Ratsparteien und Verwaltung dafür erlebt. – Übrigens ebenso wie beim Projekt "Zug der Erinnerung", bei dem der Rat der Stadt eine finanzielle Unterstützung verweigerte und alle Parteien damals gegen den von der Linken eingebrachten Antrag zur Unterstützung stimmten. Komisch auch, welche Menschen jetzt als die eigentlichen Urheber und Unterstützer hervorgehoben werden. Bernd Matzkowski z. B. war bei der Debatte zum Ratsantrag seinerzeit besonders eifrig, um das Projekt Stolpersteine – weil es von den Linken initiiert war – zu hintertreiben.

Traurig, dass jetzt das eifersüchtige Gezänk über die Urheberschaft, einschließlich der Verunglimpfung der Person Andreas Jordans, die Genugtuung darüber, dass endlich auch in Gelsenkirchen eine spezielle Form würdigen Gedenkens durch Stolpersteine möglich ist, in den Hintergrund drängt.

Ursula Möllenberg

Gelsenkirchen: Streit um Stolpersteine

30. Mai 2010. So titelt die WAZ im Lokalteil der Gelsenkirchener Ausgabe vom 27. Mai 2010.Wir sehen keinen Streit. Da gibt es nichts zu streiten. Da haben einige ihre persönliche Meinung geäußert und dazu haltlose Vorwürfe gemacht. Nicht mehr. Lasst sie zetern und fabulieren - je bekannter wird das Projekt STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen.

Die STOLPERSTEINE des Kölner Künstlers Gunter Demnig sollen ganz still und persönlich vor Ort an die Millionen gedemütigten, gefolterten und ermordeten Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, Zeugen Jehovas, “Euthanasie”-Opfer, politisch Verfolgte und an viele andere von einem perversen Regime Verfolgten erinnern. Für die Fortführung des Projektes STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen setzen wir uns ein.

Heike und Andreas Jordan
GELSENZENTRUM e.V.
Arbeitskreis STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen

Stolpersteine in Gelsenkirchen - Ein Stein, ein Name, ein Mensch

15. Mai 2010. Am 22. Juni 2010 findet die Verlegung der Stolpersteine aus dem Februar diesen Jahres statt. Am 9. Februar konnten wegen des gefrorenen Bodens nur vier der geplanten 13 Stolpersteine durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt werden. Die übrigen Stolpersteine sind seinerzeit nur symbolisch niedergelegt worden. Das städtische Tiefbauamt, vom Arbeitskreis Stolpersteine des gemeinnützigen Vereins Gelsenzentrum um Mithilfe bei den Nachverlegungen gebeten, lehnte diese bisher unter Verweis auf die angespannte Haushaltslage und wegen der dünnen Personaldecke im Tiefbauamt ab. Am 22. Juni werden nun die verbleibenden 9 Stolpersteine vom Arbeitskreis Stolpersteine in Gelsenkirchen mit der handwerklichen Hilfe eines Steinmetzes verlegt, der das Projekt ehrenamtlich unterstützt.

Gunter Demnigs Stolpersteine mit den in Messingplatten eingeschlagenen Daten von NS-Opfern haben sich inzwischen zum weltweit größten dezentralen Mahnmal entwickelt. Die Aktion wurde durch Demnig 1993 ins Leben gerufen. Der Kölner Künstler hat mittlerweile in acht Staaten Europas und 549 Kommunen insgesamt mehr als 24.000 Stolpersteine verlegt. Auch auf der Weltausstellung EXPO 2010 in Shanghai werden 16 seiner Stolpersteine im deutschen Pavillon gezeigt. Stolpersteine setzen für viele Angehörige und Nachfahren der NS-Opfer auch einen persönlichen Schlussstein. Die Stolpersteine sind Denkmäler, die den Toten ein Gesicht geben, die Gräueltaten des Dritten Reichs nicht in Vergessenheit geraten lassen und zusätzlich noch eine Anlaufstelle für Angehörige.

Patenschaften

Die Stolpersteine werden über Patenschaften finanziert. Denn nur, wenn Patenschaften übernommen werden, können auch neue Stolpersteine verlegt werden. Um das Projekt Stolpersteine Gelsenkirchen fortzuführen, ist daher die Mithilfe vieler Menschen nötig. Eine Patenschaft kostet derzeit 95 Euro, damit werden Herstellung und Verlegung des Stolpersteins vor dem Wohnhaus oder der Arbeitsstätte des NS-Opfers finanziert.

Spenden

Gerne können Sie auch mit einer Spende die Erinnerungsarbeit des von bürgerschaftlichem Engagement getragenen Arbeitskreises Stolpersteine für Gelsenkirchen unterstützen. (z.B. für den Unterhalt der Internetpräsenz und die Archivarbeit). Sie erhalten auf Anfrage einen Verwendungsnachweis für Ihre Spende. Helfen Sie mit, den Menschen Ihre Namen zurück zu geben, dort wo sie einmal gewohnt haben - vor den Türen der Häuser.

Mehr über die Stolpersteine in Gelsenkirchen auf der Internetpräsenz des

Stolpersteine Gelsenkirchen im Internet Arbeitskreises Stolpersteine in Gelsenkirchen


Erschlagen, erschossen und zertreten

11. Mai 2010. Mit diesen Worten beschrieb Rosa Eck den Mord an Erich Lange. Bei den nächsten Verlegungen in Gelsenkirchen soll nun der Stolperstein für Erich Lange verlegt werden. Erich Lange wurde Am Rundhöfchen in der Gelsenkirchener Innenstadt von SS-Leuten in der Nacht vom 21/22. März 1933 ermordet. Lange, der bis 1932 Mitglied der Schutzstaffel der NSDAP (Abkürzung SS) war, hatte sich frühzeitig gegen die Nationalsozialisten gestellt und wurde Mitglied der KPD und des "Kampfbundes gegen den Faschismus". Die Nazis sahen das als "Verrat" an und ermordeten Erich Lange.

Rosa Eck ist bereits 85 Jahre alt, als sie ihr Leben vor dem Mikrofon erzählt. Die überwiegende Zeit ihres Lebens verbrachte die politisch engagierte Frau in Gelsenkirchen. Ihre erzählten Erinnerungen, die als CD erschienen sind, reichen von 1916 bis zur Jahrtausendwende. Sie sind ein bewegendes Plädoyer für Frieden und soziale Gerechtigkeit. So spricht die Zeitzeugin Rosa Eck auch über den Mord und die Beisetzung von Erich Lange.

Rosa Eck - Erinnerungen 1916-2000 Rosa Eck - Erinnerungen 1916-2000


65. Jahrestag der Selbstbefreiung des KZ Buchenwald

11. April 2010. An diesem 11. April 1945 konnten sich die Gefangenen des KZ Buchenwald angesichts der vorrückenden US-Truppen selbst befreien, das Lagertor wurde nach langen Jahren des nationalsozialistischen Terrors von innen durch die Häftlinge geöffnet. Gestern trafen sich in der Gedenstätte Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar überlebende ehemalige Häftlinge zusammen mit Veteranen der US-Army und zahlreichen Gästen, um den 65. Jahrestag der Selbstbefreiung zu begehen und der mehr als 56.000 Menschen zu gedenken, die im KZ Buchenwald von den Nazis ermordet worden sind.

Bei der Eröffnung der Gedenkfeierlichkeiten auf dem ehemaligen Appellplatz des KZ Buchenwald forderte der französische Überlebende und Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora, Bertrand Herz, die nachfolgenden Generationen auf, das Erinnern an die NS-Verbrechen zu bewahren.

Erinnerung bewahren heißt auch, sich an die jüdischen Menschen aus Gelsenkirchen zu erinnern, die von den Nazis im KZ Buchenwald ermordet worden sind, sich zu erinnern, dass es in Gelsenkirchen-Horst 1944 ein Außenlager des KZ Buchenwald gab. Seit Sommer 1944 richtete die SS in der Nähe von Rüstungsbetrieben, zu denen auch das Hydrierwerk in Horst gehörte, Außenlager für weibliche KZ-Häftlinge ein. In dem Außenlager auf dem Betriebsgelände der Gelsenberg Benzin AG in Horst waren 2.000 ungarische Jüdinnen eingepfercht, die zur Trümmerbeseitigung nach Bombenangriffen auf das Hydrierwerk eingesetzt wurden. Bei Bombenangriffen im September 1944 kamen mehr als 150 von den ungarischen Mädchen und Frauen ums Leben, weil ihnen als Jüdinnen der Zutritt zu Bunkern und Splittergräben verwehrt worden ist.


Der Protest gegen Pro NRW in Gelsenkirchen - Gemeinsam gegen Rassismus

28. März 2010. Friedlich und ohne Zwischenfälle verlief der Protest gegen die rassistische Pro NRW am diesem letzten Märzwochenende in Gelsenkirchen. Frühzeitig hatten sich in einem Bündnis gegen Rechts verschiedene Initiativen zusammen gefunden, die Ihren Protest gegen die Islamkritik und den Rassismus der extrem rechten Pro NRW in verschiedenen Aktionen am Freitag und Samstag zum Ausdruck brachten.

Bereits am Freitag wurden vor der Moschee an der Fischerstrasse und an der Horster Strasse vor der dortigen Moschee Demonstrationen gegen Rechts abgehalten. An der Fischerstrasse wurden die Demonstranten und Demonstrantinnen am frühen Vormittag von den muslimischen Mitbürgern auf das herzlichste begrüßt und während der Solidaritätskundgebung mit heißem Tee und Kaffee versorgt. Man verspüre tiefe Dankbarkeit für diese Solidarität - das wurde den Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Kundgebung von den Besuchern des Freitagsgebetes mehrfach versichert. Die Kundgebung in Horst wurde aus Respekt kurz vor Beginn des Freitagsgebetes beendet.

Während am Freitag sich auf der Horster Strasse Demonstranten und eine kleine Gruppe der Rechtsextremen durch die Polizei getrennt im strömenden Regen gegenüberstanden, fand in der Moschee an der Horster Strasse das Freitagsgebet statt. Die ebenfalls teilnehmenden gewählten Volksvertreter, hier federführend Parteivorsitzender Sigmar Gabriel, scheuten sich nicht, den Wahlkampf in die Moschee zu tragen. Die Muslime zeigte sich über diese Respektlosigkeit empört.

OB Baranowski betonte in einem Interview mit dem WDR am Freitag, dass man den so genannten Parteitag der Rechtsextremen im Schloss Horst nicht verhindern könne: “Die Partei ist nicht verboten, so habe Pro NRW das Recht wie jede andere Partei im Schloss Horst zu tagen. Das sei dann der Preis, den man für die Demokratie zu zahlen habe” so Baranowski sinngemäß. Dabei ist der Preis der Demokratie auch anders zu entrichten: Man ändert die Satzung zur Nutzung des Schlosses und schließt alle Parteien gleichermaßen von der Nutzung des Schlosses für parteipolitische Veranstaltungen aus.

Am Samstag fand die Hauptkundgebung gegen die rechtsextreme Pro NRW auf dem Josef-Büscher-Platz vor dem Schloss Horst statt. Die Kundgebung dort hatte den Charakter eines gemeinsamen Bürgerfestes. Erstaunlicherweise ließen aber sich weder der Oberbürgermeister noch andere Vertreter aus dem Stadtrat oder der Verwaltung oder Funktionsträger aus den christlichen oder der jüdischen Gemeinde auf dem Platz vor dem Schloss sehen, um gemeinsam mit den Bürgern und Bürgerinnen ein deutliches Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Am frühen Vormittag fand dann doch eine Sitzblockade statt, die Ihr Ziel zwar verfehlte, da keine Rechtsextremen in Sicht waren, nicht aber ihre Wirkung. So wurde lediglich der Individualverkehr blockiert, nicht aber anrückende Rechtsextreme. Pro NRW hatte in Erwartung des breiten zivilgesellschaftlichen Protests den Beginn ihres so genannten Parteitages bereits einige Tage zuvor auf 14:00 Uhr anberaumt. Nach der angedrohten Räumung seitens der massiv vor Ort präsenten Einsatzkräfte der Polizei räumten die jugendlichen Blockierer kurz vor Ablauf der gesetzten Frist dann doch noch freiwillig die Fahrbahn.

Kurz vor Ankunft der Pro NRW und deren Gäste, Vertreter weiterer rechtsextremer Parteien aus verschiedenen Ländern Europas, fand ein Protestzug durch den Ortsteil Horst statt, an dem etwa 250 Menschen teilnahmen. Die Polizei zählte am Samstag insgesamt rund 600 Teilnehmer und Teilnehmerinnen an den Protesten gegen die neuen Nazis.

Mein persönliches Fazit:

Die gegen rechtsextreme und rassistische Umtriebe gerichtete gemeinsame Bündnisarbeit muss intensiviert werden und darf sich nicht nur gegen “Nazi-Großereignisse” richten. Die Auseinandersetzung mit den rassistischen Hetztiraden der Pro NRW und anderer rechtsextremer Gruppierungen muss zukünftig dauerhafter und intensiver stattfinden. Mehr Information und Sensibilisierung der Bevölkerung gegen den alltäglichen Rechtsextremismus und Rassismus in seinen vielfältigen Erscheinungsformen ist dringend geboten. Zivilcourage darf in unser aller Bewusstsein kein Fremdwort sein.

Andreas Jordan, 28. März 2010

Protest gegen die rechtsextreme Pro NRW

28. März 2010, Die Gelsenkirchener Gruppe des VVN/BdA beteiligte sich aktiv an den Protesten gegen die rechtsextreme Pro NRW. Am Freitag fand vor der DITIB-Moschee an der Fischerstrasse in Gelsenkirchen-Horst eine Soli-Kundgebung von Gelsenzentrum e.V. in Kooperation mit AUF statt. Danach ging es nach Essen zur Kundgebung in Katernberg. Am Samstag waren wir schon am frühen Morgen auf dem Josef-Büscher-Platz vor Schloss Horst und mit einer Kundgebung an der Essener-/Johannastrasse vertreten.

Demo an der Fischerstrasse Demo in Essen-Katernberg Demo auf dem Josef-Büscher-Platz


65. Jahrestag des Sieges über den Faschismus 1945

Bild:9. Mai 2010 - 65. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus durch die Rote Armee

13. März 2010. Der 9. Mai 1945 wird in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion als "Tag des Sieges" gefeiert, an dem die endgültige und bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht besiegelt wurde. In Deutschland wird oft vergessen, wer die faschistischen Mörderarmeen niedergerungen hat und welche Opfer die Völker der ehemaligen Sowjetunion dafür bringen mussten. Der 9. Mai 1945 war der erste Tag des Friedens. Daran wollen wir erinnern. Gelsenzentrum e.V. wird auch in diesem Jahr anläßlich des 9. Mai an den Mahnmalen für russische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter auf Gelsenkirchener Friedhöfen Blumen zum Gedenken an die Toten niederlegen. Wir wollen am 9. Mai 2010 die in Gelsenkirchen lebenden jüdischen Kriegsveteranen der Roten Armee besuchen und Ihnen zum 65. Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschismus Gruß- und Dankesworte überbringen.

Bündnis macht weiter gegen Pro-NRW mobil

13. März 2010. Die Tatsache, dass die Rechtspopulisten von Pro-NRW sich ausgerechnet Gelsenkirchen für ihren so genannten "Parteitag" und die "Anti-Minarett-Konferenz" ausgesucht haben, stimmt bedenklich. Die für den 27. März 2010 angekündigte Veranstaltung im Schloss Horst soll daher nach Möglichkeit friedlich und gewaltfrei verhindert werden. Wenn dies nicht gelinge, wolle man den Auftritt von Pro-NRW zumindest stören, so das Bündnis gegen Rechts Gelsenkirchen. In Gelsenkirchen hatten sich die Mitglieder des Bündnis gegen Rechts am vergangenen Donnerstag getroffen und gemeinsam beschlossen, "gewaltfreien Widerstand" gegen die selbsternannte "Bürgerbewegung" zu leisten, die mit Sprüchen wie "Abendland in Christenhand" auf Stimmenfang gehen. "Das grenzt schon an Volksverhetzung, dem muss man entschieden entgegentreten", so die einhellige Meinung der AntifaschistInnen im Gelsenkirchener Bündnis gegen Rechts. Auch die VVN/BdA Gelsenkirchen hat bereits eine Gegenkundgebung für den 27. März angemeldet.

Keine Mahnwache in Horst

7. März 2010. Pro NRW ändert die Planung für Mahnwachenserie vor Moscheen im Ruhrgebiet. Der Protest gegen die Aktivitäten der Pro NRW in Gelsenkirchen verzeichnet erste Erfolge. Die Rechtspopulisten hatten angekündigt, vor der DITIB-Moschee an der Fischerstrasse in Horst am 26. März 2010 eine ihrer sogenannten "Mahnwachen" aufzustellen. Dagegen hatte sich frühzeitig ein breiter zivilgesellschaftlicher Protest Horster Bürgerinnen und Bürger formiert. Auf der Internetseite der selbsternannten Bürgerbewegung wird die DITIB-Moschee an der Fischerstrasse nun nicht mehr als Standort einer der "Mahnwachen" genannt.


Bündnis gegen Rechts Gelsenkirchen ruft auf

4. März 2010. Die rechtspopulistische Partei Pro-NRW und die faschistische NPD kündigen an, am 27. und 28.3.2010 Aufmärsche in Gelsenkirchen und gegen die Merkez-Moschee in Duisburg durchzuführen. Pro-NRW und NPD wollen wie in der Schweiz ein Minarettverbot durchsetzen. RassistInnen und NeofaschistInnen aus Deutschland und ganz Europa sind zu ihren Aufmärschen/Konferenzen bereits eingeladen. Wir stellen uns allen RassistInnen und NeofaschistInnen entgegen, egal woher sie kommen!


Horst stellt sich quer - gewaltfreier Protest gegen Pro NRW

1. März 2010. Die rechtspopulistische Partei “Pro NRW” kündigt für den 26. März 2010 um 12:00 Uhr vor der Moschee an der Fischerstrasse 154 in Horst eine so genannte “Mahnwache” an. “Wir wollen diskutieren, wie wir in Horst gewaltfreien Protest gegen den Rassismus der “pro NRW” organisieren können. Denkbar wäre auch ein Marsch durch Horst-Süd zur Moschee an der Fischerstrasse” so der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Gelsenzentrum, der den Protest initiiert.

Wir laden zur Bürgerversammlung ein, um gemeinsam einen gewaltfreien Protest am 26. März gegen die rechtspopulistische “pro-NRW” Aktivitäten in Gelsenkirchen-Horst zu organisieren.

Bürgerversammlung in Horst

Wo: Gaststätte Norkus, Gelsenkirchen-Horst, Devensstrasse 121
Wann: Dienstag, den 9. März um 19:00 Uhr

Die selbsternannte Bürgerbewegung “pro NRW” will mit ihrer “Minarett-Verbotsforderung” unser friedliches Zusammenleben zerstören. Wir sind dagegen, dass die Herkunft und Religion unserer Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen von “pro NRW” instrumentalisiert wird. Wir wehren uns gegen die menschenverachtende Propaganda der pro’ler! Deshalb erklären wir: Rassismus ist bei uns unerwünscht!

Schamlose Vergleiche - Stadtverordneter der “pro NRW” vergleicht sich mit jüdischen Opfern des Nazi-Terrors

27. Februar 2010. In einem Antrag vom 25.2.2010 auf eine Resolution des Stadtrates Gelsenkirchen sieht sich der Stadtverordnete Kevin G. Hauer einer (Zitat) “linksradikalen Hetze, die den SA-Methoden gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland in nichts nachsteht”, ausgesetzt. In dem Antrag heißt es weiter: “Die Stigmatisierung von Menschen durch die Antifa erinnert an die Verfolgung der jüdischen Menschen in Deutschland in der Zeit der Diktatur.”

Hintergrund des Antrages ist eine Aktion, die am 24.2.2010 stattfand. Unbekannte hatten im Wohnumfeld Hauers in Beckhausen Flugblätter verteilt, die neben dem Bild Hauers auch seine Anschrift und Telefonnummer enthielten. Vor Hauers Wohnanschrift wurden Transparente mit Aufschriften wie zum Beispiel “Keine Ruhe für Rassisten” gezeigt.

Im dem an den Gelsenkirchener Oberbürgermeister Frank Baranowski gerichteten Antrag heißt es weiter: “Die Transparente erinnerten an eine Zeit, in der gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland gehetzt wurde. Die Aussagen auf den Transparenten und den Flugblättern sind mit der Aussage gleichzusetzen: „Kauft nicht bei Juden!“. Unterzeichnet haben den Antrag Hauer und Stefanie Wohlfarth, die als “pro-NRW” Fraktionsgeschäftsführerin in Gelsenkirchen fungiert.

Mit welcher unglaublichen Kaltschnäuzigkeit und Respektlosigkeit sich der Rechtspopulist Kevin G. Hauer hier mit jüdischen NS-Opfern vergleicht, ist infam und verhöhnt die Menschen, die von dem nationalsozialistischen Terror-Regime verfolgt, entrechtet, gequält und ermordet worden sind. Diese erschreckenden Vergleiche von Hauer sind ein Schlag ins Gesicht der Holocaust-Überlebenden und zeugen von einer grenzdebilen Geisteshaltung.

25. Februar 2010:

Flugblatt-Aktion NO NAZIS 2010 - Türkisch und Deutsch

Die Aktion findet schwerpunktmäßig jeweils Freitags und Samstags im Ortsteil Horst statt. Damit wollen die Initiatoren der Kampagne NO NAZIS 2010 die Bevölkerung im direkten Umfeld des Schloss Horst, wo ja bekanntlich am 26.3. eine der so genannten "Mahnwachen" der pro'ler vor der Moschee an der Fischertstrasse 154 und am 27. März der Parteitag und die so genannte "Anti-Minarett-Konferent" der "pro NRW" stattfinden soll, sensibilisieren und informieren.

Nazilere hayir!

Pro NRW: Kuzu postundaki kurt

Pro NRW: Kuzu postundaki kurt

Asiri sag Pro NRW, 27 Mart’ta yapacagi parti kongresi çerçevesinde Gelsenkirchen’in taninmis yeri olan Schloss Horst’ta bir Anti Islam Konferansi düzenleyecek. Pro NRW halkin içinde Müslümanlara karsi varolan korku ve önyargilari politik amaçlari için pekistirmeyi ve böylece Mayis ayinda yapilacak eyalet seçimlerinde oy toplamayi amaçliyor. Irkçi siddet hepimizi ilgilendiriyor bu nedenle hep birlikte ProNRW’ye dur demeliyiz! Kendini Kuzey Ren Vestfalya için Halk Hareketi olarak niteleyen Pro NRW’nin asiri sag bir örgüt oldugu artik herkes tarafindan biliniyor. Ancak simdilerde Müslümanlara ve onlarin dini vecibelerini yerine getirmelerine karsi yaptigi etkinliklerle iyice NPD’ye yaklasti.

Camiler önünde yapilacagi açiklanan uyari nöbetleri, Almanya’da fasizm döneminde Musevilere ait dükkanlarin önünde yapilan yürüyüsleri korkuyla hatirlatiyor.

Irkçiliga karsi çikmak ve Pro NRW’ye dur demek için 27 Mart’ta Schloss Horst’un önündeki Josef-Büscher-Platz’da saat 09.00-17.00 arasinda yapilacak mitinge katilalim!

Pro NRW - Der Wolf im Schafspelz

Im Rahmen eines “Parteitages” plant die rechtsextreme Gruppierung „pro NRW“ am 27. März 2010 eine “Anti-Islam-Konferenz” im Schloss Horst, der “guten Stube” von Gelsenkirchen. Die rassistische Hetze von “pro-NRW” zielt darauf ab, die Vorurteile und Ängste gegenüber Menschen islamischen Glaubens zu nutzen und für ihre politischen Ziele zu Instrumentalisieren.

Zentrale Gegenkundgebung am Samstag 27. März 2010 von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr auf dem Josef-Büscher-Platz vor Schloss Horst

Das geht uns alle an - Rechte Gewalt kann jeden treffen!

Dass die so genannte “Bürgerbewegung Pro NRW” mit ihren platten Parolen weit rechts steht, ist längst kein Geheimnis mehr. Die aktuellen Aktivitäten haben allerdings eine neue Qualität: Mit der Kampfansage von “pro NRW” an Muslime und deren Religionsausübung nähern sich die Pro’ler immer mehr der NPD an. Die angekündigte Durchführung von “Mahnwachen” vor Moscheen weckt beklemmende Erinnerungen an eine Zeit, in der die Nazis vor jüdischen Geschäften aufmarschiert sind.


"Die Reihen fest geschlossen" - Vlaams Belang unterstützt pro NRW nun auch in Gelsenkirchen

24. Februar 2010. Eine große Delegation der flämischen Volkspartei Vlaams Belang wird zusammen mit dem eigenen “Ordnungsdienst” und einer Bühnen- und Technikcrew bereits am 27. März im Ruhrgebiet eintreffen. Vlaams Belang wird umfangreich an der Anti-Minarett-Konferenz mitwirken. Die “Vlaams Belang” wird im In- und Ausland vor allem wegen Ihrer Fremdenfeindlichkeit kritisiert, ihr werden Hassparolen gegen Ausländer und Rechtsextremismus vorgeworfen. Die so genannten Rechtsdemokraten aus Belgien sind breits bei dem ersten Anti-Islamisierungskongress auf dem Kölner Heumarkt zum Einsatz gekommen. Die flämischen Rechtspopulisten stellen auch den „Ordnungsdienst“ bei den geplanten Veranstaltungen der pro'ler.

Der angekündigte “Ordnungsdienst” weckt unwillkürlich Erinnerungen an eine dunkle Zeit - damals hieß der Ordnungsdienst allerdings noch “Saalschutz”. Wie die geplante Unterstützung am letzten März-Wochenende in Gelsenkirchen und anderswo ausehen wird, bleibt abzuwarten.

Wir rufen daher auf: Kommt am 27. März 2010 zur Gegendemonstation NO NAZIS 2010 nach Gelsenkirchen-Horst!

ARTIK NAZILERE DUR DEME ZAMANI GELDI!
ÖZGÜRLÜK ESITLIK VE KARDESLIK IÇIN BU IRKÇILARA GEÇIT VERMEMEMIZ GEREKIYOR BUGÜNÜMÜZ VE INSANCA BIR GELECEGIMIZ IÇIN HAYDI HEP BERABER SOKAKLARA!

Setzen wir der menschenverachtenden Hetze der Nazis unseren Widerstand entgegen!
Setzen wir ihrem Rassismus unsere Forderung nach Gleichberechtigung, Freiheit und Respekt entgegen!
Kommt Alle: Nazis Stoppen!

Medienmitteilung Gelsenzentrum e.V. 11/2010


Seit Laut gegen Nazis! Flashmob NO NAZIS 2010

17. Februar 2010. Was ist ein FlashMob? Zum exakt vereinbarten Termin treffen sich die TeilnehmerInnen am angegebenen Ort, und führen – ohne weitere Absprache – gemeinsam die vorgegebene FlashMob-Aktion aus. Direkt nach dem Event geht jeder wieder seiner Wege, als ob nichts gewesen wäre. Die Nazis werden sich wundern...

Der FlashMob findet am 27. März 2010 auf dem Josef-Büscher-Platz in Gelsenkirchen vor Schloss Horst statt. An diesem Tag findet im Schloss Horst ein so genannte "Parteitag" der selbsternannten "Bürgerbewegung pro NRW" statt. Die braunen Dumpfbacken halten an diesem Tag auch eine so genannte "Anti-Islam-Konferenz" im Schloss ab. Seid um 11:55 Uhr auf dem Josef-Büscher-Platz, bringt Pfeifen Trommeln, Topfdeckel usw. mit. Beginnt pünktlich um 12:00 Uhr für drei Minuten mit dem Lärm gegen die Nazis, seid viele, die Masse macht's! Das FlashMob-Event wird auch in verschiedenen Communities bekanntgegeben. Bitte agiert präzise wie beschrieben, der Effekt wird erstaunlich sein!


Einladung anlässlich des 100. Internationalen Frauentages

06. Februar 2010. Am Sonntag, den 07. März 2010 ab ab 14:00 Uhr möchten wir gemütlich bei Kaffee, Tee oder anderen Getränken diesen Tag mit all unseren Gästen und Freunden genießen. Wo? In der Alternative e.V. Overwegstrasse 53, Ecke Florastrasse.

  • Der Frauenchor der Alternative singt mit instrumentaler Begleitung

  • Gedichte und Geschichten, vorgetragen von Frauen für Frauen

  • Redebeitrag Marianne Konze: "100 Jahre Frauentag"

  • Unsere Männer kümmern sich um das leibliche Wohl der Frauen

Veranstalter: Linke Alternative GE - VVN - DKP - Alternative e.V.


Veranstaltung und Kundgebung NO NAZIS 2010 am 27. März 2010 in Gelsenkirchen

05. Februar 2010. Wir wollen friedlichen, demokratischen Protest gegen faschistoide Aktivitäten mobilisieren, für den 27.3.2010 hat der gemeinnützige, überparteiliche Verein GELSENZENTRUM auf dem Josef-Büscher-Platz vor dem Schloss Horst eine Gegenkundgebung von 9:00 bis 17:00 Uhr unter dem Motto "NO NAZIS 2010" versammlungsrechtlich angemeldet.

Veranstaltungsplakat der Kampagne NO NAZIS 2010. Ein Projekt von GELSENZENTRUM E.V. Gelsenkirchen

Veranstaltungsplakat der Kampagne NO NAZIS 2010. Ein Projekt von GELSENZENTRUM E.V. Gelsenkirchen

NO NAZIS 2010: Unterschriften-Aktion online

Unterschriften-Aktion gegen die Aktivitäten von Pro NRW in Gelsenkirchen und Duisburg

02. Februar 2010. Wir wollen friedlichen, demokratischen Protest gegen faschistoide Aktivitäten der so genannten “Bürgerbewegung Pro NRW” mobilisieren. Für den 27. März 2010 hat GELSENZENTRUM auf dem Josef-Büscher-Platz vor dem Schloss Horst in Gelsenkirchen eine Gegenkundgebung unter dem Motto “NO NAZIS” versammlungsrechtlich angemeldet. Deshalb rufen wir zum Protest auf, sich diesem Treiben von Pro NRW entgegenzustellen und deutlich zu machen, dass in dieser Stadt kein Platz für nazistische Aktivitäten ist.

Hier können Sie den Protest gegen Pro NRW online unterstützen:

Unterschriften-Aktion gegen Rechtsextremismus Unterschriften-Aktion gegen Rechtsextremismus


Gemeinsam Gedenken am Holocaust-Gedenktag in Gelsenkirchen

Schweigemarsch am Internationalen Holocaust-Gedenktag 2010 in Gelsenkirchen

Bild: Schweigemarsch am Internationalen Holocaust-Gedenktag 2010 in Gelsenkirchen

28. Januar 2010. Die Witterungsverhältnisse erinnerten an die Nacht vor 68 Jahren, an den 27. Januar 1942 in Gelsenkirchen. Von Zeitzeugen, die in jener Nacht vom Sammellager an der Wildenbruchstrasse (ehemalige Ausstellungshalle) zum Güterbahnhof getrieben wurden, wissen wir, das es in jener Nacht ebenfalls bitterkalt war. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an der Veranstaltung "Gemeinsam Gedenken" hatten sich an der Wildenbruchstrasse/Ecke Fontanestrasse versammelt, um in einem Schweigezug den Weg zu gehen, den die Gelsenkirchener Juden am 27. Januar 1942 gehen mußten, bevor die Nazis die Menschen in den wartenden Deportationszug trieben. Unweit des alten Güterbahnhofs begingen die Anwesenden dann gemeinsam den Holocaust-Gedenktag. Eröffnet wurde die Gedenkveranstaltung von Heike Jordan, Projektleiterin des Arbeitskreises Stolpersteine in Gelsenkirchen mit dem Vortrag des Gedichtes "Schlaflied für Daniel" von Siegfried Einstein, gefolgt von der Begrüßung durch Andreas Jordan vom Verein GELSENZENTRUM, der anschließend auch das Grußwort des 2. Vorsitzenden des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Nordrhein-Westfalen, Herr Roman Franz jr. zur Gedenkveranstaltung "Gemeinsam Gedenken" und zum Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz verlas, da Herr Franz krankheitsbedingt nicht persönlich teilnehmen konnte.

Lothar Wickermann sprach für die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen (VVN/BdA). Die Veranstaltung schloß mit der Rede von Elena Gubenko vom jüdischen Kulturverein KINOR, die auch Grußworte von Lew Belogolowski, einem der letzten in Gelsenkirchen lebenden jüdischen Kriegsveteranen der Roten Armee und von Felix Lipski (Bochum), einem Überlebenden des Ghettos Minsk, überbrachte.

Die Redebeiträge werden hier ungekürzt wiedergegeben Die Redebeiträge werden hier ungekürzt wiedergegeben

Bericht eines Teilnehmers: Gemeinsames Gedenken am 27.3.2010 in Gelsenkirchen Gemeinsames Gedenken am 27.3.2010 in Gelsenkirchen


Gelsenkirchen: Rechtsextreme tagen mal wieder in Schloss Horst

22. Januar 2010. Im Rahmen eines Parteitages plant die rechtsextreme Gruppierung Pro NRW am 27. März 2010 eine "Anti-Islam-Konferenz" im Schloss Horst, der “guten Stube” von Gelsenkirchen. Gelsenzentrum e.V. plant eine Gegen-Kundgebung unter dem Motto “NO NAZIS” auf dem Josef-Büscher-Platz gegenüber dem Schloss Horst und hat diese bereits angemeldet. Wie bereits am 14. Juni des Vorjahres - seinerzeit tagte Pro NRW ebenfalls im Schloss Horst - regt sich breiter gesellschaftlicher Widerstand gegen die Aktivitäten von Pro NRW. So planen die Rechtsextremen Mahnwachen und Kundgebungen vor Moscheen in mehreren Städten. In Gelsenkirchen ist für den 26. März vor der DITIB-Moschee an der Fischerstrasse in Horst eine Kundgebung der Rechtsextremen Gruppierung geplant. “Wir müssen deutlich zeigen, das die alten und neuen Nazis nicht willkommen sind - in Gelsenkirchen wie anderswo!” so die Sprecherin des Gelsenzentrum e.V., Heike Jordan.

GELSENZENTRUM e.V.: NO NAZIS 2010 GELSENZENTRUM e.V.: NO NAZIS 2010

Email an Orga-Team GELSENZENTRUM Email an Orga-Team GELSENZENTRUM


Gemeinsam Gedenken am 27. Januar 2010 - Internationaler Holocaust Gedenktag

Bild: Gemeinsam Gedenken am 27. Januar 2010

20. Januar 2010, Der Verein GELSENZENTRUM E.V. lädt zu einer Gedenkveranstaltung "Gemeinsam Gedenken" in Gelsenkirchen am Internationalen Holocaust Gedenktag - 27. Januar 2010 - ein. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr mit dem Treffen an der Wildenbruch- Ecke Fontanestrasse, anschließend ist ein Schweigezug zur Verladerampe am Großmarkt geplant. Dort wird dann das Gemeinsame Gedenken mit verschiedenen Redebeiträgen ergänzt und findet dort auch ihren Abschluß. Der VVN/BdA unterstützt die Gedenkveranstaltung

Doris Gercke begeisterte Zuhörer und Zuhörerinnen

Bild: Doris Gercke, Lesung in der Alternative

20. Januar 2010. Gebannt verfolgten die zahlreichen Zuhörer den Worten von Doris Gercke. Zum Auftakt der Lesung aus Ihrem Roman "Pasewalk" erzählte die Autorin aus Ihrem Leben. Die am 7. Februar 1937 in Greifswald geborene Schriftstellerin lebte bis 1949 in der Stadt kurz vor der polnischen Grenze. Ende April 1945 wurde Greifswald von russischen Bombern zerstört, Doris und Ihre Familie gingen nach Hamburg. Ihren Traum von einem Jurastudium, ihren Jugendtraum, Strafverteidigerin werden, mußte Sie in dieser Zeit aufgeben und wurde Verwaltungsbeamtin. Aktiv nahm sie an der 68er-Bewegung teil, machte 1980 ihr Abitur nach und studierte Jura. In den Semesterferien schrieb sie ihren ersten Roman aus der Bella Block-Reihe "Weinschröter, du mußt hängen". In den folgenden Jahren schrieb sie insgesamt 13 weitere Romane in der Buchreihe "Bella Block", die teilweise verfilmt wurden. Der 14. Titel der Reihe Bella Block wird im Herbst 2010 erscheinen.

Die Autorin nutzt ihren Aufenthalt in Gelsenkirchen auch für Recherchen zu einem geplanten Kurzroman, der von einem Verbrechen in Gelsenkirchen handeln soll. In dieser Reihe sind bereits erschienen: "Mord am Hellweg oder: Von Glück und Tod", "Der Richter von Unna" und "Die Huren von Hagen". In den Roman "Pasewalk", eine Geschichte von Verbrechen, Sühne und Versöhnung, hat die Autorin ihre eigenen Erinnerung an ihre Kindheit und Jugend einfließen lassen. In dem Roman "Pasewalk" erzählt Doris Gercke eine Geschichte von Verbrechen, Sühne und Versöhnung in der jüngeren Vergangenheit: Die junge Anwältin Lisa verachtet ihre Großmutter Dora, die wegen Mordes im Gefängnis sitzt. Damit ihre Enkelin die Tat versteht, schickt Dora sie nach Pasewalk, in die Stadt, wo die Familie seit Generationen gelebt hat. Hier wird die Vergangenheit für Lisa plötzlich zur schrecklichen Gegenwart. "Pasewalk" - Sehr empfehlenswert!

Foto und Text: Heike Jordan

Gemeinsam Gedenken Gemeinsam Gedenken

Download Flyer zur Gedenveranstaltung Download Flyer zur Gedenveranstaltung "Gemeinsam Gedenken"


Lesung mit Doris Gercke - "Pasewalk"

Bild: Pasewalk von Doris Gercke

15. Januar 2010. "Pasewalk" - Eine deutsche Geschichte. Am 19. Januar 2010 um 19:00 Uhr liest Doris Gercke in den Räumen der Alternative e.V. Overwegstraße 53, 45879 Gelsenkirchen - Telefon 0209-1476302 aus ihrem neuen Buch "Pasewalk". Wir laden herzlich dazu ein: Linke Alternative Gelsenkirchen, DKP Gelsenkirchen, VVN/BdA Gelsenkirchen

Zwei Stolpersteine für Helene Lewek

14. Januar 2010. Für Helene Lewek werden am 9. Februar 2010 zwei Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt. Ein Stolperstein wird am Standort der ehemaligen Ausstellungshalle an der Wildenbruchstrasse 31 verlegt, dort entzog sich Helene Lewek der Deportation, in dem Sie die Flucht in den Tod wählte. Dieser Stolperstein wird auch an die jüdischen Menschen aus Gelsenkirchen erinnern, die in der Ausstellungshalle gesammelt wurden, bevor man Sie am 27. Januar 1942 nach Riga in Lettland deportierte. Die meisten von ihnen wurden in Riga von den Nazis ermordet, nur einige wenige überlebten das Grauen. Der zweite Stolperstein wird am letzten selbstgewählten Wohnort von Helene Lewek am damaligen Moltkeplatz 6, dem heutigen Neustadtplatz 6, verlegt.

Stolpersteine in Gelsenkirchen - Verlegungen am 9. Februar 2010

Jeder Name ist eine Person, Jeder Name ist eine Seele

21. Dezember 2009. Passanten können sie nur mit gesenktem Blick identifizieren: die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig. 20.000 Stück gibt es mittlerweile in Europa. Ein „Stolperstein” ist eine Erinnerung an ein Leben, dass das NS-Regime ausgelöscht hat. Der Arbeitskreis Stolpersteine des gemeinnützigen Vereins GELSENZENTRUM e.V. wird am Februar 2010 weitere Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegen lassen.

Andreas Jordan, Initiator der Stolpersteine in Gelsenkirchen, dem jüngst für seine Gedenkarbeit von Yad Vashem gedankt wurde: "2009 haben wir die ersten sechs Stolperteine in Gelsenkirchen verlegt, der Arbeitskreis Stolpersteine des GELSENZENTRUM e.V. recherchierte weitere Lebensschicksale von NS-Opfern aus unserer Stadt, so dass im Februar 2010 durch Gunter Demnig, dem “Vater” des Projektes weitere zwölf Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt werden können".

Die Messing-Gedenktafeln werden flächenbündig in die Gehwege vor den Häusern, in denen die Menschen einst gelebt haben, eingelassen. “Man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen über die Stolpersteine. Und wenn man den Namen lesen will, muss man sich vor dem Opfer automatisch verbeugen”, so der Kölner Künstler Gunter Demnig. Finanziert werden die Stolpersteine durch Patenschaften, die von Privatleuten, Institutionen, Firmen, Vereinen und Verbänden übernommen werden können.

Am 9. Februar 2010 werden in Gelsenkirchen Stolpersteine für diese Menschen verlegt:

Charles Ganty
Verlegeort : Am Bugapark 1 - 9:00 Uhr

Paul Bukowski
Verlegeort: Zollvereinstrasse 4 - 9:20 Uhr

Sally Haase, Carola Haase, geborene Cossmann und Ingrid Haase
Verlegeort: Kurt-Schumacher-Strasse 10 - 9:40 Uhr

Hulda Silberberg
Verlegeort: Bochumer Strasse 45 - 10:00 Uhr

Helene Lewek
Verlegeort: Neustadtplatz 6 - 10:10 Uhr
Verlegeort: Ehem. Ausstellungshalle Wildenbruchplatz/Wildenbruchstrasse 31 - 10:20 Uhr

Margit Zorek und Annemarie Zorek
Verlegeort: Augustastrase 7 - 10:40 Uhr

Paul Grüneberg, Helene Grüneberg georene Levy, Helene "Hella" Grüneberg
Verlegeort: Hauptstrasse 16 - 11:00 Uhr

(Die angegebenen Uhrzeiten der jeweiligen Verlegung können ggf. abweichen)


"Mit der Verlegung eines jeden Stolpersteines kehren die Namen der Menschen in unser Bewußtsein zurück. Erst wenn auch die letzten Spuren der Menschen vergessen sind, haben die Mörder von damals ihr Werk vollendet."

Heike Jordan, Projektleiterin des Arbeitskreises Stolpersteine in Gelsenkirchen

Vortrag: Stolpersteine gegen das Vergessen

5. Dezember 2009. Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat die Einladung des gemeinnützigen Vereins GELSENZENTRUM E. V. angenommen und wird über die Entwicklung seines Projektes "Stolpersteine - gegen das Vergessen" sprechen. Der Vortrag ist auch Auftakt für die am nachfolgenden Tage in Gelsenkirchen stattfindenden Stolperstein-Verlegungen. Vortragsdauer ca. 50 Minuten. Anschließend besteht die Möglichkeit, dem Künstler Gunter Demnig Fragen zum Gesamtprojekt zu stellen.

Eintritt Frei

Veranstaltungsbeginn: 8. Februar 2010, 19:00 Uhr

Veranstaltungsort: Kulturraum "die flora", Gelsenkirchen, Florastraße 26

Voranmeldung erforderlich! Per Telefon unter 0209 9994676 oder per Email an Stolpersteine Gelsenkirchen im Internet a.jordan@gelsenzentrum.de

Veranstalter: GELSENZENTRUM e.V.


Keinen Fußbreit den Faschisten!

Nazi-Aufmarsch in Recklinghausen am 28. November verhindern

Gegen Krieg und Faschismus

21. Oktober 2009. Gezielte Einschüchterung und Angstmache sind die Taktik der Rechtsradikalen, die zu einer Demonstration am 28. November in Recklinghausen aufrufen. Die Organisatoren sind das Umfeld der Nazibande, die in Dortmund Familien terrorisiert. Zerschlagene Autoscheiben und Angriffe auf Wohnungen von Demokraten sind nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Gewaltrepertoire der Organisatoren der Nazi-Demonstration. In ihrem Visier stehen Antifaschisten, Vertreter von Kirchen und Gewerkschaften.

Mit ihren jüngsten Angriffen in Dortmund haben die Nazis Menschen getroffen, die zu leben versuchen, was Politik und Medien, Kanzel und Podium, Gericht und Polizei ständig fordern: Gesicht zeigen, Zivilcourage haben, der Unkultur widerstehen. Die neuen Nazis verfolgen, wie es die alten taten, antifaschistisch engagierte Menschen in der Absicht, ihnen den Schneid abzukaufen, sie zu verängstigen und sie letztlich zu vertreiben.

Die Losung „Wehret den Anfängen“ ist für die Kreisvereinigung der Verinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Leitfaden, um den Nazis keine Spielräume einzuräumen und gemeinsam mit allen anderen demokratischen Kräften der Nazi-Povokation am 28. November entgegenzutreten.

(Erklärung der VVN-BdA - Stadtvereinigung Recklinghausen)

Der VVN/BdA Gelsenkirchen nimmt an der Gegenkundgebung teil. Treffpunkt am 28. November um 10:00 Uhr vor dem Rathaus in Recklinghausen. Mitfahrgelegenheiten GE-RE vorhanden.


Gedenken am 9. November 2009

29. Oktober 2009. Demonstration & Kundgebung der Demokratischen Initiative Gelsenkirchen am 9. November 2009 zum Gedenken an die Pogrome in der so genannten Reichskristallnacht

18.30 Uhr: Treffen auf dem Rudolf-Bertram-Platz vor dem Horster St. Josef-Hospital, Buerer Straße. Gesangsbeitrag von Frau Yael Izkovic, anschließend Schweigezug zum Schloss Horst
19.00 Uhr: Kundgebung in der Glashalle von Schloss Horst, Gedenkrede des Oberbürgermeisters der Stadt Gelsenkirchen, Herrn Frank Baranowski, Erstaufführung des Videoclips „hier Name“ der Gelsenkirchener Künstlerin Claudia Lüke, Auszüge aus dem Erinnerungsprojekt „Spurensucher“ der Gesamtschule Buer-Mitte

Wir rufen alle Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener auf: Beziehen Sie mit Ihrer Teilnahme an der Demonstration und Kundgebung Stellung!

Veranstalter: Demokratische Initiative gegen Diskriminierung und Gewalt, für Menschenrechte und Demokratie - Gelsenkirchen

ONLINE: Stolpersteine Gelsenkirchen - Der Film

1. September 2009. Diese Dokumentation der ersten Stolperstein-Verlegung in Gelsenkirchen am 13. Juli 2009 hat Jesse Kraußauf eine ganz besonders einfühlsame Art und Weise videografisch in Szene gesetzt. Die Stolpersteine sind ein weiterer Meilenstein in der Gelsenkirchener Erinnerungskultur. An diesem Tag, dem 13. Juli 2009, haben wir gemeinsam Stadtgeschichte geschrieben.


Überfall Hitlerdeutschlands auf Polen

31. August 2009. Anlässlich des 70. Jahrestages des Überfalls Hitlerdeutschlands auf Polen am 1. September 1939 ruft GELSENZENTRUM e.V. zu einer Schweigeminute für die polnischen Opfer der NS-Diktatur auf. Wir wollen am 1. September 2009 um 12:00 Uhr innehalten und den Toten gedenken. Diese Geste soll auch ein Zeichen für die Polnisch-Deutsche Aussöhnung, besonders unter Hinblick auf die Städtepartnerschaft Gelsenkirchens mit Olsztyń sein.

Städtepartnerschaft Gelsenkirchen - Olsztyń (Allenstein)

Mit der Stadt Olsztyń ist die Stadt Gelsenkirchen bereits seit Jahrzehnten befreundet. Im Jahre 1952 ist zunächst eine Patenschaft über Olsztyń entstanden, mit der das Zusammengehörigkeitsgefühl der vielen in Gelsenkirchen lebenden Vertriebenen mit ihrer Heimatstadt gepflegt wurde. Diese Patenschaft wurde, auch vor dem Hintergrund des Deutsch-Polnischen Vertrages vom 18. Juni 1991 über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit, im Jahre 1992 in eine Städtepartnerschaft umgewandelt.

Internationaler Gedenktag der Sinti und Roma in Auschwitz

P R E S S E E R K L Ä R U N G

65. Jahrestag der Mordaktion der SS am 2. August 1944
Wirksame Maßnahmen gegen rassistische Gewalt und Hetze gefordert

2. August 2009. Eine Delegation von 120 Personen aus Deutschland – unter ihnen mehr als 50 KZ-Überlebende – nimmt am 2. August unter Leitung des Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, an dem Internationalen Auschwitz-Gedenktag der Sinti und Roma teil. Aufgrund Himmlers “Auschwitz-Erlass” vom 16. Dezember 1942 deportierte die SS 23.000 Sinti und Roma familienweise aus elf Ländern Europas in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Am 2. August 1944, vor 65 Jahren, ermordete die SS dort in den Gaskammern die letzten 2.900 Sinti und Roma - Kinder, ihre Mütter und Alte. Zuvor von SS-Ärzten noch als “arbeitsfähig” selektierte 3.000 Sinti und Roma kamen als Sklavenarbeiter in andere Konzentrationslager wie Buchenwald und Ravensbrück. Im besetzten Europa wurden 500.000 Roma und Sinti Opfer des Holocaust.

In der Gedenkansprache „appelliert“ Romani Rose „an diesem historischen Ort an die politisch Verantwortlichen, rassistische Gewalt gegen Roma und Sinti endlich ebenso konsequent zu ächten wie den Antisemitismus“. Der Zentralratsvorsitzende forderte außerdem wirksame Maßnahmen gegen die menschenverachtende Propaganda durch Neonazis im Internet. Gemeinsam müssten auf der internationalen Ebene durch Internet-Industrie und staatliche Stellen Schritte vereinbart werden, mit denen Aufrufe zur Gewalt gegen die Minderheit aus dem Netz beseitigt werden können. Rose kritisierte auch Politiker bürgerlicher Parteien, die in populistischer Manier mit rassistischen Klischees und Zerrbildern über Sinti und Roma in vielen Ländern Europas auf Stimmenfang gingen.

Die Sprecherin der Auschwitz-Überlebenden, Luise Bäcker, äußerte Dank und Respekt für die alliierten Soldaten, die sie „aus dieser Hölle befreit“ haben. Zu der um 12.00 Uhr beginnenden Veranstaltung erwarten der Zentralrat und der Verband der polnischen Roma mehrere hundert Sinti und Roma aus vielen Ländern Europas. Die Reise der deutschen Delegation zu dem Internationalen Gedenktag in Auschwitz wurde von Kulturstaatsminister Bernd Neumann, dem Auswärtigen Amt, von dem Fonds “Erinnerung und Zukunft” und dem „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ gefördert.


Erste Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt

Bild: Stolperstein für Regina Spanier vor dem Haus Florastrasse 84

Abb.: Stolperstein für Regina Spanier vor dem Haus Florastrasse 84

23. Juli 2009. Am 13. Juli wurden an drei Verlegeorten in Gelsenkirchen 6 Stolpersteine für jüdische Opfer der Shoa verlegt, an der Markenstrasse 19 in Horst für Simon und Frieda Neudorf, an der Florastrasse 84 für Regina Spanier und an der Kolpingstrasse in der City für Fritz und Grete Goldschmidt sowie für Mathilde Wertheim geborene Goldschmidt. Sie alle wurden vom Sammelort auf dem Wildenbruchplatz (ehemamlige Ausstellungshalle) am 27. Januar 1942 in den Tod deportiert.


Im Rahmen einer kleinen Zeremonie wurde den ermordeten Menschen am Verlegeort gedacht, während der Künstler die Stolpersteine verlegte, verlas Andreas Jordan, Initiator des Stolperstein-Projekts in Gelsenkirchen, die lebensgeschichtlichen Daten der Menschen. An der Markenstrasse verlas er Worte und Gedanken des überlebende Sohnes Herman Neudorf, der heute in den USA lebt. Eine rote Rose mit schwarzer Schleife wird auf auf den Gehweg niedergelegt, anschließend beteten Yuriy Zemskyi bzw. Mirjam Lübke das jüdische Totengebet “El male rachamim” für die auf dem Stolperstein genannten Menschen. Während der Gebete schien die Zeit still zu stehen. Zwei Schülerinnen der Gerhard-Hauptmann Realschule, Jennifer und Franziska, begleiteten für Radio Herby (Radioprojekt der Schule) die gesamte Veranstaltung mit dem Mikrofon und interviewten Teilnehmer und Teilnehmerinnen. An der Florastrasse 84 verlas die Patin des Stolpersteins für Regina Spanier, Frau Elisabeth Schulte-Huxel Auszüge aus der Lebensgeschichte von Regina Spanier und übermittelte Grüße und Dank der überlebeneden Enkelin, Frau Ilse Reifeisen-Hallin, die heute in Schweden lebt.

Esther Goldschmidt, die zur Verlegung eigens aus Flensburg angereist war, verlas am Verlegeort an der Kolpingstrasse 6 einen Brief, den Sie an Ihre sel. Angehörigen Fritz und Grete Goldschmidt sowie Mathilde “Tilla” Wertheim, geborene Goldschmidt gerichtet hatte. Bewegende Zeilen, bei denen viele der Teilnehmer und Zuschauer Ihre Emotionen kaum verbergen konnten, es flossen Tränen.

Die an den Verlegungen anschließende Matinee im Bildungszentrum bildete den Abschluß dieses denkwürdigen Tages. Lothar Lange von den "Gelsenkirchener Geschichten" moderierte die Abschlußveranstaltung. Gunter Demnig erläuterte sein Projekt Stolpersteine, Peter Rose, Kulturdezernent a.D. erinnerte an den Nazi-Terror, Frau Schulte-Huxel berichtete aus dem Leben von Regina Spanier, Andreas Jordan fasste die Entwicklung seiner Bemühungen um das Stolperstein-Projekt zusammen und Esther Goldschmidt las aus den Briefen, die Ihre Tante Hilde Laut, die heute in den USA lebt, 67 Jahre aufbewahrt hatte. Briefe der Menschen, die kurz vor Ihrer Deportation und anschließender Ermordung verfasst worden sind.

Es war ein besonderer Tag für unsere Stadt, für die wenigen noch lebenden Menschen, die das Grauen des Nazi-Terrors überleben konnten und für die TeilnehmerInnen der Veranstaltungen. Menschen, die eine Patenschaft übernehmen wollen, oder das projekt mit einer Spende unterstützen wollen, wenden sich bitte an den Arbeitskreis Stolpersteine für Gelsenkirchen, Ansprechpartner ist Andreas Jordan. Ein nächster Termin für die Verlegung weiterer Stolpersteine in Gelsenkirchen ist für Februar 2010 geplant.

Auf der Internetpräsenz des Arbeitskreises Stolpersteine Gelsenkirchen findet ihr Bilder von den Verlegungen sowie alle Redebeiträge der Veranstaltung.

Stolpersteine Gelsenkirchen Stolpersteine Gelsenkirchen


Stolpersteine für Gelsenkirchen


PRESSEMITTEILUNG 26. Juni 2009: Stolpersteine für Gelsenkirchen

So wie der Kölner Künstler Gunter Demnig in fast 500 europäischen Städten schon mehr als zwanzigtausend Stolpersteine gegen das Vergessen der im Nationalsozialismus ermordeten Menschen verlegt hat, wird er am Montag, den 13. Juli 2009 nun auch in Gelsenkirchen die ersten sechs Stolpersteine verlegen.

Die Stolpersteine sind mit einer Messingplatte versehen und werden niveaugleich in die Gehwegpflasterung eingelassen. Auf jeder Platte sind Name, Geburts- und Todesjahr, sowie der Todesort des Opfers eingraviert. Die Steine werden verlegt, wo die Menschen einst wohnten und ihren Lebensmittelpunkt hatten. Mit der ersten Verlegung in Gelsenkirchen wird auf sechs jüdische Opfer des Holocaust hingewiesen. Dadurch bleiben diese "ehemaligen Nachbarn" keine namenlosen Opfer, sondern Menschen deren Namen ins Gedächtnis der Stadt zurückkehren.

Die Verlegung beginnt um 9 Uhr in Horst vor dem Haus Markenstraße 19 mit zwei Steinen für Frieda und Simon Neudorf. Anschließend wird um 9.45 Uhr vor dem Haus Florastraße 84 ein Stein für Regina Spanier verlegt.

Um 10.30 Uhr wird in der Kolpingstraße, zwischen Kaufhof und C & A, mit drei Steinen an Grete und Fritz Goldschmidt, sowie an Mathilde Wertheim erinnert.

Die Verlegung wird begleitet von einer jüdischen Vorbeterin und einem Vorbeter, die jeweils für die Opfer das Kaddisch sprechen, sowie von kurzen biographischen Hinweisen zum Schicksal der einzelnen Menschen. Für Fragen interessierter Passanten wird ebenfalls ein Ansprechpartner vor Ort sein.

Die Verlegung wird um 11 Uhr im Bildungszentrum mit einer kleinen Matinee abgeschlossen, Esther Goldschmidt, eine in Herne geborene Verwandte von Grete und Fritz Goldschmidt, wird aus ihrem Buch "Vergangene Gegenwart" lesen. Auch der Künstler Gunter Demnig wird über seine Idee und seine Arbeit sprechen. Ebenso werden Initiatoren und Unterstützer über Entwicklung, Umsetzung und Fortführung des Stolperstein-Projekts in Gelsenkirchen als zivilgesellschaftliches, überparteiliches und überkonfessionelles Bürgerprojekt berichten. Die Verlegung weiterer Steine ist geplant. Die Kosten werden durch Spenden finanziert.

Zu allen Stationen der Verlegung und zur abschließenden Matinee im Bildungszentrum sind alle Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger der Stadt eingeladen.

25. Juni 2009. Ankündigung: Erste Stolperstein-Verlegung in Gelsenkirchen am 13. Juli 2009

Geplante Verlegungszeiten, die Uhrzeiten können geringfügig abweichen

1. Markenstrasse 19, Horst um 9:00 Uhr
2. Florastrasse 84, Randbereich Innenstadt um 9:45 - 10:15 Uhr
3. Kolpingstrasse, Innenstadt um 10:30 - 11:00 Uhr


VVN/BdA Gelsenkirchen auf der Protestkundgebung gegen "Pro Nrw"

Vertreter des VVN/BdA Gelsenkirchen

Abb.: Vertreter des VVN/BdA Gelsenkirchen auf der Protestkundgebung gegen "Pro NRW" vor Schloss Horst zu Gelsenkirchen

15. Juni 2009. Als wir am Nachmittag nach dem Protestmarsch die Veranstaltung gegen den so genannten Parteitag von "Pro Nrw" verließen, hatten wir den Eindruck einer ruhigen und friedlichen Protestkundgebung, der einen fast "familieren" Charakter hatte. Sehr befriedigend für uns, dabei gewesen zu sein und eindeutig Flagge gegen die Klein-Gehirn-Partei "Pro NRW" gezeigt zu haben.

Besondere Freude machte es uns, das "offene Mikrofon" zu nutzen - und so das gegen mich verhängte "Redeverbot" der so genannten "Demokratischen Initiative" auszuhebeln. Wir konnten so unseren Protest allen Anwesenden mitteilen und das Projekt "Stolpersteine in Gelsenkirchen" vorstellen.


Wir haben weitere Unterstützer für die Stolpersteine in Gelsenkirchen gewinnen können, Freunde getroffen, kurz: ein aus unserer Sicht gelungener Protest gegen Rechtsextreme und Rechtspopulisten. Keinen Fußbreit Boden den Faschisten!


Aufruf von GELSENZENTRUM

Wir rufen auf zur Teilnahme an den Demonstrationen gegen Rechts am 14. Juni 2009 in Gelsenkirchen-Horst

Zeichen setzen - NoNazis!

10. Juni 2009. Unter dem Motto "Zeichen setzen; Nicht wegsehen, hingehen!" appelieren wir an die BürgerInnen unserer Stadt: Bezieht Stellung gegen Rechts und nehmt an den Gegenveranstaltungen teil, die an diesem Tag von den verschiedensten Vereinen, Gruppierungen und Parteien organisiert werden!

Treffpunkt ab 9.00 Uhr auf dem Josef-Büscher-Platz (Marktplatz) vor Schloss Horst, der Protest und Widerstand soll gegen etwa 12-13 Uhr seinen Höhepunkt erreichen, zu dieser Zeit wird mit dem Eintreffen der Rechtspopulisten gerechnet.

Der Auftritt von "Thompson" und Gospodin Schulmann

Ultranationalist im Amphitheater Gelsenkirchen - eine Rückschau

7. Juni 2009. Am heutigen Sonntag Abend fand im Amphitheater in Gelsenkirchen-Horst der Auftritt des umstrittenen Marko Percovic alis "Thompson" statt. Begleitet wurden die Vorbereitungen und der Auftritt selber von einem großen Aufgebot von privaten Sicherheitsleuten. Die Polizei hatte bereits im Vorfeld angekündigt, beim Auftritt des umstrittenen kroatischen Sängers "Thompson" im Amphitheater präsent zu sein - auch mit Dolmetscher und war vor Ort.

Die Stadtverwaltung Gelsenkirchen als Eigentümer des Amphitheaters hatte im Vorfeld nach offizeller Lesart versucht, den Auftritt des Ultranationalen Percovic zu verhindern. Das dass eher halbherzig war, macht ein Ausspruch von Stadtsprecher Schulmann deutlich, der sich in Kroatischer Sprache als Aufdruck auf dem virtuellen Veranstaltungsplakat wiederfindet, Zitat: Ein Konzert ohne Störungen sicherte der Sprecher des Gelsenkirchener Bürgermeisters, Herr Schulman, zu. Das erklärt wohl auch, warum aus dem Rathaus kein wirklicher Gegenwind kam.

Nebenbei stellte sich heraus, dass die Stadt in der Gestaltung des Pachtvertrages mit dem Veranstalter recht blauäugig vorgegangen ist, denn Sie kann nach eigenen Angaben als Eigentümerin des Amphitheaters keinerlei Einfluß auf die Programmgestaltung nehmen und hatte damit keine Handhabe, die Veranstaltung abzusagen, so wie in Bochum geschehen. Laut Stadtsprecher Schulmann "Kann man ja nicht auf alle Eventualitäten vorbereitet sein."

Gemeinsam gegen Rechtspopulisten

7. Juni 2009. AUF Gelsenkirchen spricht sich gegen Faschischten und Rechtspopulisten aus und lädt ebenfalls zur Kundgebung am 14. Juni 2009 vor dem Schloss zu Horst ein.

Aufruf und Einladung zur Gegendemo am 14.6.2009

7. Juni 2009. Der Jüdische Kulturverein KINOR, die Demokratische Initiative Gelsenkirchen, das Bündnis 90/Die Grünen Gelsenkirchen, der VVN/BdA Gelsenkirchen, GELSENZENTRUM, das Bündnis gegen Rechts, die Falken und die Schokofront rufen auf: Gegendemo am 14.6.2009, wir sollten ab 12.45 Uhr eine Präsenz im Bereich des Josef-Büscher-Platzes anstreben, da wir dann mit dem Eintreffen der rechtspopulistischen Pro NRW rechnen.

Protest in Gelsenkirchen-Horst: Kein Platz für alte und neue Nazis!

29. Mai 2009. Am 14. Juni 2009 will die so genannte "Bürgerbewegung Pro NRW" in Gelsenkirchen ihren Landes-Parteitag abhalten und hat dafür das Schloss Horst angemietet. Der Rat der Stadt Gelsenkirchen hat am 26. März 2009 mit großer Mehrheit die Überlassung der Räumlichkeiten im Schloss Horst an Pro NRW abgelehnt. Noch im vergangenen Jahr hatte in den Räumen von Schloß Horst der "Bezirksparteitag" des "Pro NRW"-Bezirksverbandes Ruhrgebiet stattgefunden.

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, rufen verschiedene Verbände, Gruppen und Initiativen zu einer Protestkundgebung und Demonstration am 14. Juni 2009 in Gelsenkirchen, Ortsteil Horst auf. Die Kundgebung findet vor Schloss Horst statt.

Alle Gelsenkirchener und Gelsenkirchenerinnen sind eingeladen, teilzunehmen und Pro NRW stellvertretend für alle faschistischen Organisationen zu zeigen, dass hier in unserer Stadt für sie kein Platz ist. Braun Raus!

13. Mai 2009:

Stolpersteine in Gelsenkirchen - Der Boden ist bereitet

Heute erschien in der WAZ Gelsenkirchen ein ganzseitiger Artikel über die Stolpersteine in Gelsenkirchen. Lars Oliver Christoph hat wieder mal ganze Arbeit geleistet und einen sehr bemerkenswerten Bericht geschrieben. Das hat auch zur Folge, dass durch Überlastung aufgrund der hohen Zugriffszahlen die Internetpräsenzen des GELSENZENTRUM und der Stolpersteine Gelsenkirchen heute zeitweilig nicht zu erreichen sind.

Der WAZ- Artikel online: Der Boden ist bereitet Der Boden ist bereitet

Zu Besuch bei Lew Belogolowski, jüdischer Veteran des Zeiten Weltkrieges

9. Mai 2009. Der "Tag des Sieges" wird am 9. Mai auch in Gelsenkirchen begangen. Dieser Tag ist der wichtigste Tag im Jahr für viele der Menschen, die aus der ehemaligen Sowjwetunion zu uns nach Deutschland, nach Gelsenkirchen gekommen sind. Es ist ein Tag, an dem sie der Toten gedenken und die Kriegsveteranen ehren, der sie aber auch mit Stolz auf ihre Geschichte zurückblicken läßt. Am 9. Mai, dem 'Tag des Sieges' besuchten Andreas und Heike Jordan stellvetretend für GELSENZENTRUM, KINOR, VVN/BdA, Bündnis gegen Rechts, Schokofront und die Falken den in Gelsenkirchen lebenden jüdischen Kriegsveteran Lew Belogolowski, um Grußworte zu überbringen. Die Idee hierzu hatte Elena Gubenko vom Jüdischen Kulturverein KINOR, die auch den Kontakt zur Familie Belogolowski herstellte und die Informationen über die Veteranen recherchierte.

Artikel lesen auf: www.gelsenzentrum.de www.gelsenzentrum.de

VVN/BdA unterstützt die Initiative Stolpersteine in Gelsenkirchen

Bild: Stolperstein für Franz Zielasko in Gladbeck

Bild: Stolperstein für Franz Zielasko in Gladbeck

Die Gelsenkirchener Gruppe der VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistenInnen) hat auf ihrer Sitzung im April 2009 die Unterstützung der Initiative "Stolpersteine in Gelsenkirchen" beschlossen.

Die "Stolpersteine" des Kölner Künstlers Gunter Demnig sollen nun auch in Gelsenkirchen verlegt werden. Mit diesen bündig ins Pflaster der Gehwege eingelassenen Mahnmalen soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurden. Und zwar dort, wo diese Menschen gelebt haben, vor den Türen ihrer Häuser. Die Verlegung von Stolpersteinen ist auch eine Geste an die Überlebenden des Holocaust, denn sie geben den ermordeten Menschen ihre Namen, die Würde und den Respekt zurück. Stolpersteine verursachen kein tatsächliches stolpern, sondern es soll ein "darauf stoßen" im übertragenen Sinne sein.

Die VVN/BdA Gelsenkirchen übernimmt die Patenschaft für den Stolperstein, der Erich Lange gewidmet wird.


Gedenkveranstaltung

Das Miteinander, dass diese Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der "Reichsprogromnacht" prägte, ist ein starker Impuls für den interreligiösen, ja auch interkulturellen Dialog - besteht die jüdische Gemeinde Gelsenkirchens doch zu mehr als drei Vierteln aus Menschen, die aus Osteuropa zu uns gekommen sind.

Videodokumentation von der Gedenkveranstaltung

70 Jahre danach - 9. November 2008 in Gelsenkirchen

Er versteht es meisterhaft, Stimmungen in Bilder und Töne zu verwandeln - Jesse Krauß von den Gelsenkirchener Geschichten. Krauß und sein Team begleiteten die Gedenkveranstaltung anläßlich des 9. November 1938 in Gelsenkirchen mit der Kamera. So entstand ein ganz besonderer Film zu einem ganz sensiblen Thema.


Bildstrecke Gelsenkirchen

Sehen Sie Fotos vom Schweigezug, von der Verteilung der "Kristallsplitter, aus der Pauluskirche Bulmke und Momentaufnahmen vom 9. November 2008 in Gelsenkirchen.

Der 9. November 2008 in Gelsenkirchen Der 9. November 2008 in Gelsenkirchen


Projekt 'Kristallsplitter' zum 70. Jahrestag der "Reichspogromnacht"

Jüdischer Kulturverein KINOR verteilt Davidsterne: "Nie wieder!"

Kristallsplitter

Erinnerung und Mahnung: Kristallsplitter

Der Weltkongress russischsprachiger Juden (World Congress of Russian Jewry – WCRJ) startet ein Projekt, das dem 70. Jahrestag der "Reichspogromnacht" gewidmet ist. Es wurden mehrere Tausenden Abzeichen vorbereitet, sog. "Kristallsplitter" in Form eines Davidsterns mit der Aufschrift "Nie wieder!" in verschiedenen Sprachen. Diese Abzeichen werden dann von den Aktivisten in verschiedenen Ländern verteilt und Menschen, die an dieser Aktion teilnehmen, werden sie am 9. November 2008 als Erinnerung und Mahnung tragen.


Projekt Projekt "Kristallsplitter" 9. November 2008


Erklärung der VVN-BdA zum 70. Jahrestag der Pogromnacht

Der Novemberpogrome zu gedenken verpflichtet, den Kampf gegen die extreme Rechte in diesem Land zu verstärken, erklärte die VVN-BdA zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht. Hier der Wortlaut:

Vor siebzig Jahren, am 9. November 1938, brannten in Deutschland und Österreich Synagogen und jüdische Bethäuser. Friedhöfe wurden geschändet und noch vorhandene jüdische Einrichtungen zerstört. 7500 jüdische Geschäfte wurden überfallen, geplündert und demoliert, annähernd einhundert jüdische Menschen wurden in dieser Nacht ermordet. Anschließend wurden über 20 000 Männer in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt.

In alljährlichen Gedenkveranstaltungen, in Schulen und Gottesdiensten wird in Deutschland an diese Pogromnacht erinnert. Dabei geht es auch um politische Zeichen: Antisemitismus, Rassismus und Neofaschismus dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Der Jahrestag der Pogrome mahnt uns, weiter unbeirrt für die historische Losung "Nie wieder« einzutreten. Noch gibt es in unserer Organisation Zeitzeugen, die ihre Erinnerungen und Erfahrungen an die systematische Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen an Jüngere weitergeben können. Doch ihre Zahl sinkt mit jedem Jahr. Inzwischen legenauch nachgeborene Antifaschistinnen und Antifaschisten Zeugnis ab von den Verbrechen, die der deutsche Faschismus verübte.

Die durch den Mauerfall am 9. November 1989 eingeleitete Vereinigung Deutschlands hat nicht dazu geführt, dass Menschen anderer Rasse, anderer Religion und Kultur heute gleichberechtigt und unbehelligt in Deutschland leben können. Im Gegenteil: Neofaschistische, rassistische und antisemitische Auffassungen haben Konjunktur, NPD- Kader verbreiten ihre menschenverachtenden Parolen von den Tribünen zweier Landtage, und das von vielen Bürgern angemahnte Verbot der NPD wird von der Politik weiter auf die lange Bank geschoben.

Statt jedoch gemeinsam gegen Neofaschismus und Antisemitismus zu handeln, versuchen rechte Politiker wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Uhl eine fraktionsübergreifende Erklärung zu diesem Datum zu torpedieren und gegen die Bundestagsfraktion der LINKEN zu instrumentalisieren. Im Sinne des stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Dr. Graumann, verurteilen auch wir dieses unwürdige politische Manöver. Wir rufen stattdessen alle Demokraten zum gemeinsamen Handeln auf: Der Novemberpogrome zu gedenken verpflichtet, den Kampf gegen die extreme Rechte in diesem Land zu verstärken. Kein Grund zum Feiern, sondern Anlass zu noch größerem antifaschistischen Engagement!

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