VVN/BdA Kreisvereinigung Gelsenkirchen

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Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten

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Aktuelles


Erklärung der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) - Bund der Antifaschisten

Die FIR warnt dringend vor einer weiteren Eskalation der militärischen Spannungen in Asien und Lateinamerika seitens der US-Regierung.

Erklärung der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) - Bund der Antifaschisten

Mit großer Sorge verfolgt die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten die zunehmende Drohung mit militärischer Gewalt im Konflikt zwischen den USA und Nordkorea. Sichtbare Zeichen sind dafür nicht nur Waffentests, sondern die steigenden Zahlen von Militärmanövern in der Region um Korea.

Wir missbilligen ausdrücklich die Manöver der USA, Südkoreas und Japans in diesem Gebiet ebenso wie die militärische Präsenz von mehr als 28.000 US-Soldaten im Süden der koreanischen Halbinsel. Die Aufstellung des US-Raketenabwehrsystems THAAD in Südkorea stellt eine weitere Eskalationsstufe in der Bedrohungsstrategie dar und zielt auf die Fähigkeit zum Erstschlag, die sich auch gegen die Sicherheit der VR China richtet. Begründet wird dies mit dem nordkoreanischen „Nuklearprogramm“, das auch durch die Vereinten Nationen abgelehnt wird. Als Teil der Friedensbewegung tritt die FIR selbstverständlich ein für eine weltweite Ab- schaffung aller Nuklearwaffen. Dies setzt aber für alle beteiligten Staaten voraus, dass sie sich nicht durch die atomare Bedrohung durch andere Staaten selber zur Aufrüstung gedrängt sehen. Wir unterstützen und fordern daher die friedliche Beilegung der Streitig- keiten zwischen den USA und Nordkorea sowie die Ersetzung der Waffenstillstandsvereinbarung von 1953 durch ein umfassendes Friedensabkommen zwischen beiden Seiten.

Wir erinnern an die verheerenden Folgen der Atombombenabwürfe vor 72 Jahren auf Hiroshima und Nagasaki. Das verbietet jegliche Überlegungen einer nuklearen Erstschlag-Strategie, wie sie aktuell vom US-Präsidenten propagiert wird. Eine Eskalation in Worten und – wie es scheint – auch in Taten zur Durchsetzung der geopolitischen Hegemonie der USA im pazifischen Raum muss gestoppt werden. Offenbar scheint nur militärisches Handeln eine Option für die gegenwärtige US-Administration zu sein. So wurde ebenfalls der Regierung in Venezuela, die gegen innenpolitische Destabilisierung kämpft, mit militärischem Einsatz gedroht.

Wir fordern die politischen Mächte der Welt auf, ihren Einfluss auf alle Beteiligten geltend zu machen, dass auf jegliche militärische Drohung verzichtet wird und der Weg für diplomatische Lösungen gesucht wird. Dazu gehört auch eine Demilitarisierung und nukleare Abrüstung in der ostasiatischen Region sowie die unabhängige und friedliche Wiedervereinigung Koreas.

In wenigen Tagen jährt sich der 1. September, der Tag des faschistischen Überfalls auf Polen und damit der Beginn des zweiten Welt- krieges, der über 60 Millionen Menschen das Leben kostete. Die Völker zogen nach der militärischen Zerschlagung des deutschen Faschismus 1945 daraus die Lehre, die für uns bis heute Verpflichtung ist:

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!


Nach dem Rechtsschwenk an Rhein, Lippe und Ruhr die antifaschistische Gemeinsamkeit schaffen

Erklärung der NRW-VVN-BdA zur Lage nach der Landtagswahl

Presse- und Medienmitteilung der VVN-BdA Gelsenkirchen

Der Geschäftsführende Landesausschuss der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten, Landesvereinigung Nordrhein-Westfalen, hat am 22. Mai 2017 eine Erklärung zur Landtagswahl vom 14. Mai 2017 beschlossen. Betont wird: „Wenn die NRW-Wahl eine Testwahl für die Bundestagswahl gewesen sein soll, dann sagen wir den Demokratinnen und Demokraten: Test nicht bestanden! Nun aber alle ran, um die Prüfung des 24. September zu bestehen!“ Die in dem Brief der VVN-BdA an die Parteien von NRW geforderte Einhaltung der Landesverfassung und ihre Anwendung bleiben Grundlage antifaschistischer Arbeit. Die VVN-BdA wird ihre Mitarbeit in der Bewegung „Aufstehen gegen Rassismus“ und anderen lokalen antifaschistischen Bündnissen bekräftigen, um den weiteren Fortschritt der AfD zu verhindern.

Weiterlesen: Presseerklärung der VVN-BdA von Nordrhein-Westfalen


Kein AfD-Parteitag in Oberhausen - Aktionstag am 29.01.2917

Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen.

Am Sonntag den 29.01.17 will die AfD-NRW ihren Landesparteitag in der städtischen Luise-Albertz-Halle in Oberhausen ab 10 Uhr morgens abhalten. Das antifaschistische Bündnis Oberhausen – für Demokratie und Toleranz, ein breites Oberhausener Bündnis von Initiativen, Gewerkschaften und Parteien ruft deshalb zu einem Aktionstag gegen die AfD auf. Die Gegenkundgebung findet ab 7:30 Uhr im Wilhelm-Meinicke-Park (vor der Luise-Albertz-Halle) statt. Flugblatt


Versagt vor der Geschichte - Zum NPD-Verbotsurteil

An allen Gedenktagen an die Opfer des NS-Regimes, so sicher auch am bevorstehenden 27. Januar, werden von den politisch Verant-wortlichen in Deutschland Reden gehalten in denen man die Verbrechen des deutschen Faschismus benennt und ein „Nie wieder!“ verspricht. Aber wenn es darauf ankommt, die Konsequenzen aus den Millionen Opfern dieses verbrecherischen Regimes zu ziehen und zwar die allereinfachste und naheliegendste, nämlich dass die dafür verantwortlichen politischen Kräfte nie Gelegenheit erhalten dürfen einen erneuten Anlauf zur Errichtung eines ähnlichen menschenfeindlichen Regimes zu errichten, wird versagt.

Faschismus gehört verboten, weil er keine Meinung ist, sondern ein Verbrechen.

Es wird aber nicht einfach aus Unvermögen, sondern, wenn man das Anti-Verbots-Trommelfeuer der letzten Monate in Politik und Medien betrachtet, es wird vorsätzlich versagt.

Eine neo-nationalsozialistische Partei soll es in Deutschland geben dürfen, das ist die Quintessenz all dieser Aktivitäten.

Zu den historischen Verbrechen des deutschen Faschismus gehören auch die knapp 200 Toten seit 1990 und die rassistischen Mobilisierungen der letzten zwei Jahre bei denen die NPD eine wesentliche Rolle gespielt hat. Sie hat Strukturen, Ideologie und hasserfüllte Parolen zur Verfügung gestellt, was sogar noch aus Steuermitteln finanziert wird. Das macht deutlich, dass von der NPD Gefahr ausgeht unabhängig davon, ob sie in Parlamenten sitzt oder nicht.

Außerdem wurde vorsätzlich darauf verzichtet, dem völkischen Nationalismus wie er auch durch die AfD vertreten wird, einen Riegel vorzuschieben.

Dazu sagen wir Nein: Faschismus gehört verboten, weil er keine Meinung ist, sondern ein Verbrechen. Die NPD hat, ebenso wie andere faschistische Gruppierungen keinen Anspruch auf Legalität.

An dieser Lehre der Geschichte halten wir fest.

Cornelia Kerth
Bundesvorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
Karlsruhe, 17.01.17


Ein Stolperstein für Widerständler Johann Eichenauer - Er wollte sich den Nazis nicht beugen

Die Patenschaft für den Stolperstein hat die Kreisvereinigung Gelsenkirchen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e.V.) übernommen.

Stolperstein für Widerständler Johann Eichenauer

Redebeitrag von Knut Maßmann (VVN-BdA Gelsenkirchen) vom 6. Oktober 2016 anlässlich der Verlegung des Stolpersteins für Johann Eichenauer an der Schlangenwallstraße 9 in Gelsenkirchen:

"Wir Gedenken heute dem kommunistischen Widerstandskämpfer gegen die Faschisten, Johann Eichenauer.

Johann Eichenauer wurde am 4. März 1889, im Jahr des großen Bergarbeiterstreiks, in Gelsenkirchen geboren. Er heiratete 1916 die 1894 geborene Luise Waschulewski. Mit ihr hatte er zwei Kinder, die 1919 geborenen Zwillinge Marianne und Annemarie. Der Bergmann Johann Eichenauer war in Horst als Kommunist und Mitglied der KPD bekannt und auch als Betriebsrat aktiv. Aus der Erfahrung als Soldat im Ersten Weltkrieg hatte er sich nach links orientiert.

Wie viele andere Kommunisten wurde er gleich nach der Machtübertragung an die Nazis 1933 verfolgt. 1934 wurde er in der Untersuchungshaft schwer misshandelt, die Zähne wurden ihm ausgeschlagen. Er wurde wegen illegaler Tätigkeit für die KPD, die wie alle Parteien außer der NSDAP verboten war, zu zwei Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach der Haftentlassung kehrte er nach Horst zurück und fand Arbeit auf der Zeche Nordstern.

Mit der Zerschlagung der Zielasko-Gruppe 1943 geriet Johann Eichenauer erneut in die Fänge der Faschisten. Franz Zielasko, ursprünglich Bergmann aus Gladbeck, war im März 1943 von der Sowjetunion mit dem Fallschirm über Polen abgesetzt worden und hatte damit begonnen, im Ruhrgebiet Kontakte zu Gleichgesinnten aufzubauen, die der festen Überzeugung waren, dass man Krieg und Faschismus aktiv bekämpfen muss. Die Gruppe wurde verraten und im August 1943 verhaftete die Gestapo 45 Antifaschisten, darunter auch Johann Eichenauer. Zielasko wurde schon bei den Verhören brutal zu Tode gefoltert, viele andere vom sogenannten „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt und mit dem Fallbeil hingerichtet.

Johann Eichenauer wurde am 17. Februar 1944 nach Amberg in Bayern gebracht. Dort wurde er am 20. Juni 1944 zwar „freigesprochen“, jedoch nicht entlassen. Er wurde in das sogenannte „Arbeitserziehungslager“ Lahde in der Nähe von Petershagen eingewiesen. Dort gelang es der couragiert auftretenden Tochter, ihren Vater ein letztes Mal, schwer krank und verletzt, zu sehen. Danach wurde er in das KZ Neuengamme gebracht, dass vor den näherrückenden britischen Truppen „evakuiert“ wurde. Um den 19. April 1945 begann der Transport der Häftlinge. Mit Güterzügen wurde ein Großteil von ihnen auf in der Lübecker Bucht liegende Schiffe verladen. Die „schwimmenden KZs“ waren total überfüllt, es gab weder Trinkwasser noch Lebensmittel. Die Leichen wurden an Deck gestapelt.

Am 3. Mai 1945 griffen britische Kampfflugzeuge die Schiffe als vermeintliche Truppentransporter an. Die „Cap Arcona“ erhielt mehrer Bombentreffer, geriet in Brand und kenterte. Wer sich von den geschwächten KZ-Häftlingen zu retten versuchte, wurde von den SS-Wachmannschaften an Bord und an Land ermordet. Von den etwa 7.000 KZ-Häftlingen auf der „Cap Arcona“ und der „Thielbeck“ überlebten nur 600. Johann Eichenauer gehörte nicht zu den Überlebenden. Er starb auf der „Cap Arcona“ und wurde 1947 für tot erklärt.

An Johann Eichenauer wird seit 1947/48 auf dem von der VVN errichteten Mahnmal für den antifaschistischen Widerstand auf dem Horster Südfriedhof erinnert. Seit heute Gedenken wir auch an ihn an dem Ort, an dem er gelebt hatte."


Aufruf zum Antikriegstag 2016

Antikriegstag 2016 in Gelsenkirchen. Klassisches DGB-Motiv zum Antikriegstag seit 1957: eine zerbrochene Rakete mit der daraus wachsenden Nelke.

Das Gelsenkirchener Bündnis gegen Krieg und Faschismus als Teil der weltweiten Friedensbewegung lädt Sie herzlich ein, am Antikriegstag, den 1. September 2016, gemeinsam mit uns zu diskutieren und zu demonstrieren.

Sie finden uns am diesjährigen Antikriegstag in Gelsenkirchen

ab 17 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz,
ab 17.45 Uhr auf dem Preuteplatz
und ab 18.30 Uhr schließen wir uns gemeinsam der Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) an der Synagoge an.

Mehr erfahren: Aufruf zum Antikriegstag 2016


Lange Zeit vedrängt und fast vergessen: Opfer der NS-Zwangsarbeit

Foto: Klaus Brandt legte Blumen auf dem Rotthauser Friedhof nieder

Bei einem Grubenunglück auf der Zeche Dahlbusch in Gelsenkirchen-Rotthausen am 23. August 1943 starben auch 18 zur Ableistung von Zwangsarbeit nach Gelsenkirchen verschleppte Männer. Siebzehn der Männer stammten aus der Ukraine, einer aus Polen. Ihnen wurde seinerzeit ein würdiges Begräbnis verweigert, galten sie doch nach der Herrenmenschenideologie der Nazis als "Untermenschen". Auch nach 1945 zählten die Zwangsarbeiter zu den "vergessenen" NS-Opfern.

Ein Blumengebinde für die 17 ukrainischen und einen Kranz für den polnischen Zwangs-arbeiter legte Klaus Brandt am Jahrestag des Unglücks auf der Grabstelle mit der unbe- schriftet gebliebenen Grabplatte nieder. Brandt erneuert damit auch seine Kritik, dass die Gestaltung des Denkmals zur Erinnerung an das Grubenunglück vom 23. August 1943 die Zwangsarbeiter unterschlägt. "Die Blumen auf dem leeren Kissenstein sollen ein Zeichen sein: Auch Ihr habt dazugehört, wart nicht die "Untermenschen", als die Ihr zu Nazizeiten betrachtet und behandelt wurdet. Mein Blumengebinde ist mit Schleifen versehen, welche den Namenlosen, den Vergessenen, ihre Namen, ihre Würde zurückgeben wollen." sagte Klaus Brandt in seiner Ansprache.


Gedenken auf dem Fritz-Rahkob-Platz

Foto: Gedenkveranstaltung

Am 24. August 2016 erinnert die VVN-BdA Gelsenkirchen ab 18 Uhr an den mutigen Widerstandskämpfer Fritz Rahkob. Fritz Rahkob wurde am 24. August 1944 durch die Terrorjustiz des Naziregimes hingerichtet.

Der Fritz-Rahkob-Platz zwischen Hans-Sachs- Haus und Bildungszentrum erinnert seit 1987 an den kommunistischen Widerstandskämpfer. Insgesamt vier innerstädtische Plätze wurden zwischen 1986 und 1988 nach Opfern und Gegnern des NS-Regimes benannt, neben dem Fritz-Rahkob-Platz sind dies noch der Margarethe-Zingler-Platz, der Heinrich-König-Platz und der Leopold-Neuwald-Platz. Die vier Plätze stehen stellver-tretend für den kommunistischen, den sozialdemokratischen und den christlichen Widerstand sowie für die Verfolgung der jüdischen Gelsenkirchener. Im Rahmen der Gedenkveranstaltung unterstützt die VVN-BdA auch den von Andreas Jordan gestellten Antrag, einen fünften innerstädtischen Platz nach dem am 13. August 1943 im KZ Auschwitz ermordeten Gelsenkirchener Sintikind Rosa Böhmer, in Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma, zu benennen.


Deckname "Barbarossa": Vor 75 Jahren überfiel Nazi-Deutschland die Sowjetunion

Foto: Gedenkveranstaltung anläßlich des 70. Jahrestages des Überfalls auf die Sowjetunion in Gelsenkirchen

Am 22. Juni 2016 jährt sich der deutsche Überfall auf die Sowjetunion zum 75. Mal. Dieser Krieg war von Beginn an ein ideologischer Vernichtungskrieg, dem in der Summe annähernd 28 Millionen Menschen aus der Sowjetunion zum Opfer fielen, darunter 14 Millionen Zivilisten. Millionen Menschen mussten in den besetzten Gebieten der Sowjet- union und auf dem Gebiet des "Dritten Reichs" Zwangsarbeit zur Unterstützung der deutschen Kriegsführung leisten.

Die deutschen Besatzer verschleppten aus der Sowjetunion zwischen 1941 und 1945 fast fünf Millionen Männer, Frauen und Kinder zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich. Zu den sowjetischen Zwangsarbeitern im Deutschen Reich zählten nicht nur zivile soge- nannte "Ostarbeiter", sondern auch fast zwei Millionen Kriegsgefangene und mehrere Hunderttausend KZ-Häftlinge, die in Rüstungsbetrieben, in öffentlichen Einrichtungen, in der Landwirtschaft, im Handwerk, auf Baustellen und auch in Privathaushalten Zwangsarbeit leisten mussten. In der NS-Rassenhiera- rchie standen die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion am unteren Ende und wurden von ihren deutschen "Arbeitgebern" entsprechend schlecht behandelt. Die Zwangsarbeit im Dritten Reich war kein Geheimnis, sie war ein allgemein bekanntes, öffentliches Verbrechen.

Nur einige hundert Meter Luftlinie von dem Gedenkstein auf dem Gräberfeld (Friedhof Horst-Süd, siehe Foto) entfernt befand sich der größte Lagerkomplex in Gelsenkirchen, in dem sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter zwischen 1941-1945 unter unmensch- lichen Lebensbedingungen untergebracht waren. Durch harte Arbeit, Unterernährung, Krankheit und Erschöpfung, durch Schikane, Folter und Mord starben viele der Zwangsarbeiter. Auch das Verbot, bei Bombenangriffen in Bunkern und Luftschutzkellern Schutz zu suchen, setzte viele von ihnen dem sicheren Tod aus.


Wer war Fritz Rahkob - Straßennamenschild erhält Ergänzung

Werner Cichowski starb am 18. März 2016 im Alter von 84 Jahren

Das Straßennamenschild "Fritz-Rahkob-Platz" in Gelsenkirchen hat ein erklärendes Zusatzschild bekommen - initiiert von der VVN-BdA Kreisvereinigung Gelsenkirchen. Am 30. Januar 1987 wurde ein Platz in der Gelsenkirchener Innenstadt nach dem im Wider- stand gegen den deutschen Faschismus ermordeten Fritz Rahkob benannt und eine Gedenktafel installiert. Jetzt wurde das Zusatzschild mit folgendem Text angebracht: Fritz Rahkob 1885-1944 Kommunistischer Widerstandskämpfer 1944 von nationalsozia-listischer Terrorjustiz hingerichtet.


Gelsenkirchener VVN-BdA trauert um Werner Cichowski

Werner Cichowski starb am 18. März 2016 im Alter von 84 Jahren

Die Gelsenkirchener VVN-BdA trauert um eines ihrer ältesten Mitglieder. Werner Cichowski ist am Freitag, 18. März 2016 im Alter von 84 Jahren verstorben.

Werner war Kommunist und lebenslanger Kämpfer für eine gerechte und friedliche Gesellschaft. Er ist unerwartet von uns gegangen. Sein Rat und seine tätige Hilfe werden uns fehlen. Wir werden ihn sehr vermissen, doch in seinem Sinne weiterkämpfen.

Antifaschistisches Gelsenkirchen: Werner ist tot – ein Nachruf


Gelsenkirchen: Kein Zuspruch für "Pro NRW" - AfD lässt angekündigte "Infoveranstaltung" ausfallen

Letzte Station der rassistischen "Mahnwachenserie" von Pro Nrw war am Samstag Gelsenkirchen. Andreas Jordan schreibt dazu auf Gelsenblog:

Brauner Spuk im kleinen Kreis

Gelsenkirchen: “Pro NRW” im Abseits. An der “Halloween-Party” der rechtsextremen Kleinstpartei “Pro NRW” nahmen in Gelsenkirchen ganze 4 Personen teil – es war das Aufbauteam der selbsternannten Abendlandretter. “Gäste” waren nicht zu verzeichnen, so ‘bespaßten’ sich die angereisten rassistischen Hetzer im kleinen Kreis halt selbst. Angekündigt als “Mahnwache”, fand der “Infostand” der rechten Kleinpartei an diesem Tag wie bereits zuvor in Bochum und Bottrop auch in Gelsenkirchen keinen Zuspruch.

Das von den geistigen Brandstiftern angepeilte Gelsenkirchener Publikum nahm den braunen Spuk praktisch nicht wahr. Und das war sicher nicht nur der organisatorischen Fehlleistung der “Pro NRW” geschuldet, die ihren Stand im Abseits des Bahnhofcenters aufbauen musste. Unter den Rufen “Nazis raus” und “Haut ab” der rund 50 Gegendemonstranten zog das nun völlig frustrierte braune Häuflein nach kurzer Zeit unverrichteter Dinge wieder von dannen. Wie heißt es so schön? Nazis verpisst euch – Keiner vermisst euch!

Pro Nrw blieb in Gelsenkirchen unter sich

Halte Deine Stadt sauber - Nicht verteiltes Hetzmaterial der rechtsextremen


 

Knut Maßmann schreibt dazu auf Antifaschistisches Gelsenkirchen:

Antifaschistischer Protest erfolgreich!

Für den heutigen Halloween-Samstag hatten sich als rechtes Doppelpack AfD Gelsenkirchen und ProNRW angekündigt. Die AfD hatte im Rahmen ihrer “Herbstoffensive” einen Infostand im Stadtteil Resse geplant, der aber nicht stattfand. ProNRW zog mit 4 Demonstranten von Bochum über Bottrop nach Gelsenkirchen und wurde hier von rund 50 Gegendemonstranten empfangen, die ihnen “Nazis raus!” und “Haut ab!” entgegenriefen.

Nach ihren erfolglosen Aktionen im Stadtteil Rotthausen ließ die sogenannte “Alternative für Deutschland” ihren für 10 Uhr angekündigten Infostand auf der Ewaldstraße in Gelsenkirchen-Resse wohl ersatzlos ausfallen. Da sie keinen Infostand vorfanden, konnten die engagierten Antifaschistinnen und Antifaschisten ein zweites Frühstück einnehmen und damit auch die heimische Wirtschaft unterstützen.

ProNRW zog dagegen ihre für diesen Halloween-Samstag angekündigte “Mahnwache gegen Asylmissbrauch” in Bochum, Bottrop und Gelsenkirchen durch. Der Autokorso bestand jedoch aus lediglich einem Wagen, der von zwei PKWs des Staatsschutzes begleitet wurde. In Bochum standen ihnen Berichten zufolge über hundert Demonstranten gegenüber und in Bottrop vierhundert einschließlich des Oberbürgermeisters Bernd Tischler (SPD). Gelsenkirchen konnte rund fünfzig Antifaschistinnen und Antifaschisten mobilisieren. Übrigens trat auch in Bottrop die AfD mit ihrem angekündigten Infostand nicht in Erscheinung. Weiterlesen: Antifaschistischer Protest erfolgreich!


VVN-BdA fordert: Erinnerung an Pogromnacht soll nicht am Nazi-Schwert stattfinden

Offener Brief der VVN-BdA Gelsenkirchen zur geplanten Kundgebung der „Demokratischen Initiative“ am 9. November 2015 am sogenannten „Kriegerdenkmal Schalker Verein“

Mit einem offenen Brief wendet sich die VVN-BdA Kreisvereinigung Gelsenkirchen an Oberbürgermeister Baranowski, Schirmherr der "Demokratischen Initiative". Hintergrund ist eine von der "Demokratischen Initiative" geplante Veranstaltung in Gedenken an die Pogrome vom 9. November 1938. Die Veranstaltung soll an einem bis dato fast vergessenen NS-Täterdenkmal in Bulmke stattfinden, das vom Werksgelände des ehemaligen Schalker Vereins in diesen Tagen in den öffentlichen Raum transloziert, sprich umgesetzt wird. Die Sprecher der VVN-BdA Gelsenkirchen fordern in dem offenen Brief nicht nur "die Kundgebung der „Demokratischen Initiative“ am 9. November 2015 an einen anderen Ort zu verlegen, sondern auch, sich dafür einzusetzen, dass "aus dem Nazi-Schwert durch eine wirklich radikale Verfremdung ein antifaschistisches Gesamtkunstwerk wird".

Offener Brief zur geplanten Kundgebung der „Demokratischen Initiative“ am 9. November 2015 am sogenannten „Kriegerdenkmal Schalker Verein“

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Baranowski,

die Kreisvereinigung Gelsenkirchen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) möchte mit diesem Schreiben ihr Unverständnis über die geplante Kundgebung der „Demokratischen Initiative“ (DI) am 9. November 2015 am sogenannten „Kriegerdenkmal Schalker Verein“ ausdrücken und Sie zugleich als Schirmherr der DI auffordern, den geplanten Kundgebungsort zu verlegen.

Am 9. November 2015 wird an den 9. November 1938 erinnert. Es handelt sich bei diesem Tag um einen frühen Höhepunkt der Judenverfolgung in Nazi-Deutschland, in dessen Verlauf nicht nur Synagogen zerstört und jüdische Geschäfte geplündert wurden, sondern jüdische Deutsche verhaftet und in Konzentrationslager gesperrt, ermordet, vergewaltigt, gedemütigt oder in den Tod getrieben wurden. Seit ihrer Machtübertragung 1933 war es Politik der Nazis, von ihnen als jüdisch definierte Menschen aus der sogenannten „Volksgemeinschaft“ auszuschließen. Diese Politik mündete in der Ermordung von 6 Millionen Juden in Europa, Männer, Frauen und Kinder. Ein Gedenktag, der an diese Ereignisse erinnert, sollte unseres Erachtens würdevoll begangen werden. Dies ist jedoch am geplanten Ort nicht möglich. Ein Denkmal für die gefallenen Soldaten eines Krieges kann niemals ein adäquates Denkmal für jüdische Opfer der Nazis sein.

Denkmal und Gedenkveranstaltung passen thematisch überhaupt nicht zueinander. Bei dem sogenannten „Kriegerdenkmal Schalker Verein“ handelt es sich um ein - übrigens künstlerisch anspruchsloses - 5 Meter hohes Schwert aus Gussstahl, welches an einer 6 Meter hohen Stele angebracht ist. Eingeweiht wurde es von den Nazis am 1. Mai 1937, dem von der internationalen Arbeiterbewegung gestoh- lenen und zum „Tag der nationalen Arbeit“ umgedeuteten Feiertag. Das Schwertmotiv erinnert an die im Ersten Weltkrieg in zahlreichen Städten, auch in Gelsenkirchen, aufgestellten monumentalen Holzschwerter, die für die Fortführung des Krieges warben. Zugleich nahmen die Nazis die Erinnerung an die rund 400 „gefallenen Arbeitskameraden“ (Inschrift) des Ersten Weltkriegs in den Dienst ihrer eigenen faschistischen Kriegspolitik und ließen eine Seite der Stele mit dem berüchtigten Satz „Sie starben für Deutschland“ beschriften.

An diesem Täterdenkmal eine Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die verfolgten und ermordeten Juden des 9. November 1938 abzuhalten, können wir entweder nur als gedankenlos oder als naiv bezeichnen. Darum wiederholen wir unsere Forderung noch einmal: Wählen Sie einen anderen und geeigneten Ort für die Kundgebung der „Demokratischen Initiative“ am 9. November 2015 aus.

Denkmal strahlt weiterhin eine militaristische Botschaft aus

Dass das Denkmal nach dem Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit geraten ist, spricht gegen seine Bedeutung. Nach Aussagen eines früheren Betriebsrats des Schalker Vereins spielte es spätestens seit den 1960er Jahren im Bewusstsein der Belegschaft keine Rolle (mehr). Vielen war es gar nicht bekannt, auch wuchs es auf dem Werksgelände hinter den Torhäusern verborgen weitgehend zu. Es war nicht einmal mehr ein Ort der stillen Trauer, wie eine Vorlage der Stadtverwaltung den Ausschüssen weismachen will, sondern es stand schlicht und einfach vergessen in einer Ecke des Werksgeländes herum.

Mit der geplanten Verlagerung in den öffentlichen Raum verschafft die Stadt Gelsenkirchen diesem Denkmal neue Aufmerksamkeit. Die geplante Erinnerungstafel und die einfallslose „künstlerische Ergänzung“ in Form einer Stahlplatte mit der Inschrift „Die Opfer der Kriege mahnen zum Frieden“ reichen unseres Erachtens überhaupt nicht aus, um die ursprüngliche Intention des Denkmals zu brechen. Weithin sichtbar wird die 6 Meter hohe, hässliche Stele aus Granitquadern mit dem 5 Meter hohen, aufgereckten lorbeerumkränzten Nazi-Schwert aus Gussstahl sein. Die kümmerliche „Ergänzung“ wird daneben verblassen, der in den Vorlagen der Verwaltung behauptete „Bedeutungswandel“ wird nicht sichtbar sein.

Vielmehr wird es Rechtsextremisten und Neofaschisten als willkommene Einladung für „Nationale Mai-Feiern“ oder „Nationale Antikriegstage“ dienen. Unpolitische Bürger, die es von weitem sehen, werden nur seinen heroischen Sinn erkennen. Wollen Sie der Stadt und vor allem unseren Kindern wirklich dieses gigantische Phallussymbol antun?

Daher fordern wir Sie nicht nur erneut auf, die Kundgebung der „Demokratischen Initiative“ am 9. November 2015 an einen anderen Ort zu verlegen, sondern auch, sich dafür einzusetzen, dass aus dem Nazi-Schwert durch eine wirklich radikale Verfremdung ein antifaschistisches Gesamtkunstwerk wird. Hierzu bedarf es einer Aufforderung an die Künstler und Bürger der Stadt, um das wertlose Schandmal durch ganz unterschiedliche Installationen phantasievoll und kreativ einzurahmen und zu kommentieren. Dies mindert nicht den Denkmalwert, schafft aber eine klare Aussage aus der Gegenwart zum Objekt der Nazi-Barbarei. Der Materialwert dieser Installationen dürfte weitaus geringer sein, als die Kosten der jetzigen Verlagerung für die Stadt betragen.

Mit freundlichen Grüßen
für die VVN-BdA Gelsenkirchen

Andreas Jordan

Knut Maßmann

Weitere Infos zum Thema auch hier: „Demokratische Initiative“ will Gedenktag an die Reichspogromnacht am Nazi-Schwert feiern


Gelsenkirchener Antifaschistinnen und Antifaschisten tagen

Presse- und Medienmitteilung der VVN-BdA Gelsenkirchen

Am 21.09.2015 fand turnusmäßig die Jahreshauptversammlung der Gelsenkirchener VVN-BdA, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, im Alfred-Zingler-Haus statt. Die Formalitäten waren schnell erledigt. Als gleichberechtigte Sprecher wurden Andreas Jordan und Knut Maßmann wiedergewählt.

Zu Gast war Jochen Vogler aus dem Vorstand der Landesvereinigung NRW der VVN-BdA anwesend, der über die Vorhaben für das 2016 berichtete. 2016 jährt sich zum 70. Mal die Gründung der Landesvereinigung NRW der VVN 1946. Diesen Geburtstag wird die VVN-BdA im Oktober 2016 in Düsseldorf feiern. Für Mai 2016 ist ferner eine bundesweite Geschichtskonferenz der VVN-BdA in Nordrhein-Westfalen geplant. Zudem findet am 30. Januar 2016 in Solingen die 31. Konferenz der antifaschistischen Initiativen und Gruppen statt. Des weiteren konkretisierte die Kreisvereinigung Gelsenkirchen ihren Beschluss, die Patenschaft für einen Stolperstein für ein Mitglied der Franz-Zielasko-Gruppe, einer antifa-schistischen Widerstandsgruppe im „Dritten Reich“ zu übernehmen. Sie wird die Patenschaft für den Stolperstein, der Johann Eichenauer gewidmet sein wird, übernehmen. Die Verlegung ist für Oktober 2016 in Horst geplant.

Presse- und Medienmitteilung der VVN-BdA Gelsenkirchen

Unter anderem berichtete Andreas Jordan über zwei Bürgeranträge, die der umtriebige Klaus Brandt gestellt und die in der Sitzung des Kulturausschusses behandelt worden waren. Der Antrag, der eine Erinnerungsortetafel am Volkshaus Rotthausen fordert, die auf dessen Geschichte als SS-Führerschule hinweist, war angenommen worden.

Abgelehnt dagegen wurde sein zweiter Antrag, das Nazi-Schwert vom Schalker Verein aus der Denkmalliste zu streichen und die 17.300 Euro, die die Verlagerung des Denkmals allein der Stadt kostet, sinnvoller einzusetzen. Über den Bürgerantrag, den Andreas Jordan im Namen der VVN-BdA stellte, und der eine Ergänzung des Straßenschildes zum Fritz-Rahkob-Platz analog zu anderen Plätzen anregt, gab es noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung.


Aufruf zum Antikriegstag 2015

Presse- und Medienmitteilung der VVN-BdA Gelsenkirchen

Gegen Krieg, Flucht und Vertreibung!
Für die menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen!

Liebe Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener!

Seit 1957 erinnern Gewerkschafter und Friedensgruppen am 1. September an den Tag, an dem die faschistische Wehrmacht mit dem Überfall auf Polen den 2. Weltkrieg entfesselte. Er kostete über 50 Millionen Menschen durch Krieg und rassistischem Mord das Leben und führte zu millionenfacher Flucht und Vertreibung. Mehr als 20.000 Menschen aus unserer Stadt bezahlten Verfolgung und Krieg mit ihrem Leben, manche konnten ihr nacktes Leben im Ausland retten. Die Überlebenden zogen damals die Schlussfolgerung:

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

70 Jahre danach sind militärische Aufrüstung und weltweite bewaffnete Einsätze der Bundeswehr wieder ein normales Mittel der Politik unserer Regierung. Fast 3000 Soldatinnen und Soldaten sind in derzeit 12 Missionen rund um den Globus unterwegs. Hinzu kommen Rüstungsexporte und Überlassung von militärischem Material an „befreun- dete Länder“, die Entwicklung von Drohnen und die Unterstützung der militärischen Einsätze der NATO-Partner von Stützpunkten aus unserem Land.

An der Politik des NATO-Bündnispartners Türkei kann man sehr gut erkennen, wie innenpolitische Auseinandersetzungen zwischen der AKP Erdogans und der prokurdischen HDP den Anlass für militärische Auslandseinsätze gegen kurdische Organisationen geben. Von militärischen Konflikten ist Deutschland als NATO-Mitglied und durch die Stationierung von Bundeswehrtruppen direkt betroffen.

Auch in der Ukraine-Krise wird die Bundeswehr in Stellung gebracht:
die Marine übernahm das Kommando über einen Flottenverband in der Ostsee,
die Luftwaffe verstärkt ihre Beteiligung an den Überwachungsflügen im Baltikum,
die Bundeswehr übernimmt die Führung beim Aufbau einer ultraschnellen NATO-Eingreiftruppe.

Die Kriegsgefahr in Europa und der Welt steigt.

Die Militarisierung macht selbst vor Schulen und Berufsberatungen nicht halt. Die Werbung Minderjähriger für den Soldatenberuf als Karriereoption scheint inzwischen normal zu sein, obwohl die UN-Kinderrechtskonvention die Rekrutierung von Kindersoldaten ächtet.

Doch trotz medialen Dauerfeuers ist eine Mehrheit in Deutschland noch immer gegen den weltweiten Einsatz der Bundeswehr.

Die Erfahrungen mit Kriegen aktuell und in jüngster Vergangenheit zeigen: Sie führen in der Ukraine, in Syrien, im Irak, in Afghanistan zu Zerstörung, Leid und Tod und bewirken das Gegenteil von dem, was Regierungen und Militärs vor jedem Krieg versprachen.

Aufgrund von Kriegen, Verfolgung oder Diskriminierung sind derzeit schätzungsweise 50 Millionen Menschen auf der Flucht. So viele wie in den sechs Jahren des 2. Weltkrieges ihr Leben verloren. Die meisten suchen und finden Aufnahme in ihren unmittelbaren Nachbarländern, die die Hauptlast tragen. Nur die wenigsten Flüchtlinge erreichen Europa und Deutschland. Die medial dargestellte „Flüchtlingsflut“ ist im weltweiten Maßstab nur ein klitzekleines Rinnsal flüchtiger Menschen. Das Mittelmeer ist zum Massengrab für Flüchtlinge geworden, während sich die Nationalstaaten der EU nicht über Flüchtlingsquoten einigen können.

Aus der Erfahrung der Nazizeit sichert das Grundgesetz politisch verfolgten Asyl zu. Flüchtlinge haben in unserem reichen Land eine freundliche Aufnahme und unseren Schutz verdient. Die Hilfsbereitschaft der meisten Bürgerinnen und Bürger ist groß. Gegen die Minderheit, die fremdenfeindliche Angriffe auf Flüchtlingswohnheime unternimmt, müssen sich Staat und Zivilgesellschaft zur Wehr setzen.

Wir sind gegen Kriege und die Militarisierung der Außenpolitik und fordern
keine Auslandseinsätze der Bundeswehr
Umwandlung der Rüstungsindustrie in friedliche Produktionsstätten (Rüstungskonversion)
keine Drohnen für die Bundeswehr
Bundeswehr raus aus den Schulen und Berufsberatungen

Wir sind für die menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen und fordern
schnellstmögliche dezentrale Unterbringung in Wohnungen
Schulbildung und Ausbildung für junge Flüchtlinge
Erlaubnis zu arbeiten
zügiges Asylverfahren

Wir sind gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus und fordern
das Verbot der NPD und aller faschistischen Organisationen

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Kreisvereinigung Gelsenkirchen ruft zur Teilnahme an der gemeinsamen Veranstaltung im Bündnis gegen Krieg und Faschismus auf.
Als Teil der weltweiten Friedensbewegung laden wir Sie herzlich ein, am Antikriegstag, den 1. September 2015, gemeinsam mit uns zu diskutieren und zu demonstrieren:

17.30 Uhr Information und Kundgebung auf dem Preuteplatz

18.30 Uhr Demonstration durch die Gelsenkirchener Innenstadt mit kurzen Zwischenkundgebungen an Stolpersteinen in der Von-der-Recke-Straße 10 (Familie Krämer), Am Rundhöfchen/Ecke Heinrich-König-Platz (Erich Lange) und Ebertstraße 1/Ecke Robert-Koch-Straße (Familie Back)

19.00 Uhr Abschlusskundgebung am Hans-Sachs-Haus, Ebertstraße

Für die VVN-BdA Gelsenkirchen

Andreas Jordan
Sprecher

Knut Maßmann
Sprecher

Download: Aufruf zum Antikriegstag 2015 als PDF-Datei


Fritz Rahkob - Gedenken an den 71. Jahrestag seiner Ermordung

Fritz Rahkob - Gedenken an den 71. Jahrestag seiner Ermordung

Am 24. August 2015 wird ab 18 Uhr auf dem Fritz-Rahkob-Platz in Gelsenkirchen im Rahmen einer kleinen Gedenkveranstaltung an den mutigen Kämpfer gegen Krieg und Faschismus erinnert. Veranstalter ist wie in den Jahren zuvor die VVN-BdA Gelsenkirchen.

Bereits 1920 war Rahkob in die KPD eingetreten, ließ nach der Machtübergabe an die Nazis seine Verhaftung nicht lange auf sich warten. Der aktive und in der Bevölkerung anerkannte Kommunist Fritz Rahkob verbrachte die Jahre von 1933 bis 1938 in soge- nannter "Schutzhaft". Seine Ehefrau Emma Rahkob, beteiligte sich während der Haft ihres Mannes aktiv am Widerstand gegen die braunen Machthaber. Dafür wurde sie am 20. November 1934 zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Entlassung lernte Fritz Rahkob den Widerstands-kämpfer Franz Zielasko kennen. In der festen Überzeugung, man müsse den Krieg und den Faschismus aktiv bekämpfen, schloß er sich der Widerstandsgruppe um Franz Zielasko an, die in Gladbeck, Oberhausen, Essen und Gelsenkirchen aktiv war.

Die Gruppe um Franz Zielasko wurde verraten. Im August 1943 verhaftete die Gestapo fast 50 Antifaschisten, darunter auch Fritz Rahkob. Franz Zielasko wurde bei den anschließenden Verhören zu Tode gefoltert. Fritz Rahkob und andere Kameraden wurden wegen "Vorbe-reitung zum Hochverrat" vom so genannten "Volksgerichtshof" zum Tode verurteilt. Am 24. August 1944 wurde Fritz Rahkob durch Ent- hauptung in Stuttgart von Schergen der NS-Unrechtsjustiz ermordet. Nach ihm ist seit 1987 ein Platz in der Gelsenkirchener Altstadt benannt, auch eine Gedenktafel wurde dort errichtet. Seit 2011 erinnert am letzten Wohnort an der Liebfrauenstr. 38 im Ortsteil Schalke ein Stolperstein an den antifaschistischen Widerstandskämpfer Fritz Rahkob.


Rock gegen Rechts Düsseldorf 2015

Rock gegen Rechts 2015

Bereits zum dritten Mal gibt es 'Rock gegen Rechts' im Düsseldorfer Volksgarten auf der Ballonwiese. Am 1. August ab 15 Uhr setzen soziale und antifaschistische/ antirassis-tische Initiativen und Menschengruppen mit einem Umsonst-und-Draußen OpenAir-Festival ein Zeichen gegen Neofaschisten und rassistische Hetze. Die Bands 2015: COYNO, KAPUTKRAUTS, 100blumen, THE PORTERS

Gemeinsam mit der Düsseldorfer VVN-Kreisvereinigung unterstützt auch unsere Landes-vereinigung Rock gegen Rechts. Wir werden auf dem Festival in einem Zelt, das uns die Falken freundlicherweise zur Verfügung stellen, unsere Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ präsentieren.

Lautstark gegen Rassismus: „Nazis wegrocken!“

„Das Konzert vermittelt eine politische Botschaft“, sagte Organisator Andreas Dittmar gegenüber der NRZ Düsseldorf, und weiter: „Mit unserer Musik wollen wir junge Menschen auf das Problem Rassismus aufmerksam machen.“ Außerdem sei „Rock gegen Rechts“ auch eine „Belohnung für alle, die regelmäßig für die linke Szene auf die Straße gehen.“ So ist das Festival auch als besondere Feier gedacht: „Wir haben Pegida endlich aus Düsseldorf vertrieben, auch wenn sie noch schlummern.“


Demokratie braucht Demokraten - oder doch nicht?

Presse- und Medienmitteilung der VVN-BdA Gelsenkirchen

Wie stellt sich eine "Demokratische Initiative - gegen Diskriminierung und Gewalt, für Menschenrechte und Demokratie - Gelsenkirchen" unter Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters eigentlich einen Konsens gegen Ausgrenzung, Hass und Gewalt vor, wenn sie zivilgesellschaftliche Gruppierungen wie die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschist*innen - kurz VVN-BdA - dabei ausschließt? Diese Frage muss man sich stellen, wenn man weiß, das die "Demokratische Initiative" jüngst den Aufnahmeantrag der Gelsenkirchener VVN-BdA abschlägig beschieden hat.

Mehrheitlich von der SPD dominiert, hatte die "Demokratische Initiative" sich auf ihrer Sitzung im Mai gegen die Aufnahme der VVN-BdA ausgesprochen. Im Ablehnungsschreiben heißt es lapidar, für den "Antrag habe sich nicht die für eine Aufnahme erforderliche Einstimmigkeit" gefunden. Hört sich irgendwie seltsam an, war doch die VVN eine der Organistionen, die sich, gestützt auf die demokratischen Grundrechte, bereits seit vielen Jahrzehnten grade auch in Gelsenkirchen im Kampf gegen Ausgrenzung, Hass und Gewalt engagiert und diesen auch konsequent fortgesetzt hat. Eine Spaltung der Gelsenkirchener Zivilgesellschaft in "gute und nicht so gute" Demokraten ist dem gemeinsamen Anliegen, sich allen Ansätzen von pauschalen Diffamierungen und rassistischen Tendenzen in aller Entschlossenheit entgegen stellen, sicherlich nicht dienlich. Demokratische Gleichheit sieht anders aus, das sollte man eigentlich auch in Gelsenkirchen inzwischen verstanden haben.

(Presse- und Medienmitteilung der VVN-BdA Gelsenkirchen vom 25. Juni 2015)

Ausführlicher Artikel, der Hintergründe und Zusammenhänge anreisst und beleuchtet im Blog “Antifaschistisches Gelsenkirchen” : “Demokratische Initiative” lehnt Aufnahmeantrag von engagierten Antifaschistinnen und Antifaschisten ab!

Nachtrag: Martin Gatzemeier, Fraktionsvorsitzender der LINKEn im Rat Gelsenkirchen, hat sich unter der Überschrift “Unglaublich aber wahr!” zu dem Vorgang geäußert und schreibt dazu: “Die Ablehnung, den VVN/BdA als Mitglied in die Demokratische Initiative Gelsenkirchen aufzunehmen, lässt weit blicken und zeigt ihren wahren Geist! Wer unbequem ist und möglicherweise neuen Wind in die Initiative einbringen könnte, wird einfach außen vor gelassen und nicht aufgenommen. Auch DIE LINKE beabsichtigt, sich für eine Aufnahme zu bewerben. Wir sind auf die Antwort gespannt.”


Bürgeranregung: Erinnerungsorte-Tafel soll wieder abgebaut werden

So genanntes

Am 9. November 2014 wurde die von der so genannten "Demokratische Initiative gegen Diskriminierung und Gewalt, für Menschenrechte und Demokratie - Gelsenkirchen" initiierte Tafel, die auf dem Horster Südfriedhof am so genannten "Kapp-Putsch"-Mahnmal zeithisto-rische Bezüge erläutern soll, der Öffentlichkeit präsentiert. Der Gelsenkirchener Klaus Brandt hat nun angeregt, die Tafel in ihrer jetzigen Form wieder zu entfernen.

In der Anregung nach § 24 der Gemeindeordnung NRW schreibt Brandt, Zitat:

"Aufständische Arbeiter, auch die auf dem Mahnmal verewigten, wurden nicht von Freikorps-verbänden unter Führung des Generals von Lüttwitz getötet. Der war am 17. März 1920 zurückgetreten, danach in Deutschland untergetaucht und anschließend nach Ungarn geflohen. Später nach Deutschland zurückgekehrt, wurde er in Gnaden und Ehren aufge-nommen und erhielt (so Wehler) „das selbst einem Putschisten allerheiligste aller Menschen-rechte, das Recht auf seine volle Beamtenpension ausdrücklich zugesichert“. Freikorps (Vorläufer der SA) sowie Reichswehrtruppen und Einheiten der kasernierten Sicherheitspolizei (der berüchtigten Sipo) wurden von der SPD-geführten Reichsregierung unter der Zuständig- keit ihres Reichswehrministers Noske gegen die Arbeiter eingesetzt."

Mit einer Entscheidung der zuständigen Gremien über die Bürgeranregung ist nicht vor Ende der kommunalpolitischen Sommerpause zu rechnen.

Die Tafel mit dem Text, auf den sich die Bürgeranregung von Klaus Brandt bezieht:

Erinnerungsorte-Tafel auf dem Horster Friedhof


An die WAZ Lokalredaktion Gelsenkirchen: Leserbrief - Ihre Berichterstattung über die Gegenproteste zur Rechts-Demonstration am 1. Mai 2015

1. Mai 2015 - Sitzblockade

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Berichterstattung über den - schließlich bereits in Essen wieder abgebrochenen - Aufmarsch der Partei „Die Rechte“ am 1. Mai 2015 von Essen-Kray nach Gelsenkirchen-Rotthausen, und insbesondere die ausführliche Berichterstattung über die demokratischen Gegenproteste in beiden Städten hat mich sehr gefreut. Auch die Hinweise auf die Gefahren, die dadurch entstünden, dass die rechtsextremen Demonstranten der „Die Rechte“ unmittelbar, „nur durch eine Bordsteinkante getrennt“ am Ernst-Käsemann-Platz vorbeimarschierten, auf dem ein großes Freundschaftsfest stattfand, fanden Platz in ihrer Zeitung, ebenso wie die Versicherung der Polizei, die jedem Demonstranten Zugang zum Demonstrationsort zusagte.

Leider befindet sich eine deutliche Lücke in Ihrer Berichterstattung. Über die Ereignisse, die dazu führten, dass die Rechtsextremisten mit ihren schwarzweißroten Fahnen des undemokratischen Kaiserreiches Gelsenkirchener Stadtgebiet gar nicht erst erreichten und die Polizei die Demonstranten auf dem Ernst-Käsemann-Platz in Rotthausen nicht vor ihnen schützen musste, wurde im Gelsenkirchener Lokalteil überhaupt nicht berichtet.

Von Ihrer Berichterstattung unbemerkt fanden, organisiert von einem Bündnis junger Antifaschisten, zwei Sitzblockaden statt. Die erste an einer Radfahrerbrücke über dem geplanten Aufmarschgelände der „Die Rechte“. Die zweite, etwa 50 Meter von der Gelsenkirchener Stadtgrenze entfernt, ebenfalls auf der geplanten Strecke der Rechtsextremisten. Diese zweite wurde schließlich von zahlreichen Bürgern der Stadt, die eine Kundgebung in der Nähe durchgeführt hatten, spontan unterstützt. Zunächst von der Polizei eingekesselt, wurde sie schließlich nur nach Essen hin abgesichert. Wie mir berichtet wurde, hatte sich sogar Oberbürgermeister Baranowski auf den Weg zur Stadtgrenze gemacht, kam aber nicht durch. Im Laufe des Abends trafen – wie ich selbst - noch weitere Demonstrationsteilnehmer aus Essen ein, die sich ebenfalls den Rechtsextremisten in den Weg stellten.

Die Polizei hat diese spontane Kundgebung trotz mehrfacher Aufrufe, die Demonstration aufzulösen, nicht geräumt. Die aus Dortmund und anderen Orten stammenden rechtsextremen Demotouristen wurden stattdessen aufgefordert, wieder zum Bahnhof Kray-Nord zurückzumarschieren, da sie ihren geplanten Kundgebungsort nicht mehr bis 22 Uhr würden erreichen können.

Erfreut über diesen Erfolg, zogen wir zum Ernst-Käsemann-Platz und informierten auf dem Weg dorthin die Anwohner, dass wir nicht die Rechten sind, sondern die, die sie aufgehalten haben. Das Freundschaftsfest auf dem Ernst-Käsemann-Platz war zwar schon beendet, doch für eine kurze Zeit belebten wir den Platz erneut.

So wichtig Freundschafts-, Kultur- und Friedensfeste sind, Nazis hält man nur dadurch auf, dass man sich ihnen in Weg stellt, bevor sie so stark wie 1933 geworden sind. Das sollten alle Demokraten aus unserer Geschichte gelernt haben.

Ich finde es schade, dass Ihre Zeitung darüber nicht mehr berichtet hat und wünsche mir, dass Sie das der Vollständigkeit halber mit der Veröffentlichung dieses Leserbriefes nachholen.

Mit antifaschistischen Grüßen

Knut Maßmann, Sprecher der VVN-BdA Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Kreisvereinigung Gelsenkirchen


Impressionen vom 1. Mai 2015

Kein Fuß auf Gelsenkirchener Stadtgebiet: Die Nazi-Demo musste abgebrochen und zurückgeleitet werden - Bürger*innen blockierten den Marsch der Rechten

Sitzblockade  kurz vor der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen auf der Rotthauser Strasse

Blockade, die Erste. No Pasaran!

Sitzblockade Rotthauser Strasse, Höhe Wendtwiese

Blockade, die Zweite. No Pasaran!

No Pasaran 1. Mai 2015


70 Jahre nach der Befreiung - Renaissance des Faschismus in Europa heute?

70 Jahre nach der Befreiung - Renaissance des Faschismus in Europa heute?

Freitag, 08. Mai 2015, 18.30 Uhr
Werner Goldschmidt-Salon, Wildenbruchstr. 15-17, 45888 Gelsenkirchen

70 Jahre nach der Befreiung Europas vom Faschismus am 08. Mai 1945 scheinen rechtsextreme, teilweise sogar offen faschistische Positionen in Europa wieder "politikfähig" zu werden. Ob der Front National in Frankreich, die Goldene Morgenröte in Griechenland, UKIP in England oder die noch vergleichsweise zurückhaltend agierende AfD in Deutschland, in fast allen europäischen Ländern fahren Parteien mit rassistischen oder gar faschistischen Parolen Wahlerfolge ein. In Deutschland reklamieren NPD und "Rechte", Pegida und HogeSa die Straße für sich und versuchen ein Klima der Angst und des Rassismus zu erzeugen. In Lettland werden ehemalige SS-Angehörige zu Nationalhelden stilisiert und in der Ukraine unterstützen Bundesregierung und Europäische Union eine rechtsnationale antirussische Politik, die wesentlich von faschistischen Kräften getragen wird und erstmals nach 1945 wieder die reale Gefahr eines Krieges mit Russland heraufbeschwört. Gleichzeitig verweigert die Bundeskanzlerin dem Russischen Präsidenten eine gemeinsame Feier zum Tag der Befreiung.

Was haben diese Entwicklungen miteinander zu tun? Welche gesellschaftlichen Entwicklungen haben dazu geführt, dass die Lehren von 1945: "Nie wieder Faschismus - nie wieder Krieg" scheinbar in Vergessenheit geraten sind? Welche politischen Kräfte haben ein Interesse an einer Politik der Ausgrenzung, der Spannung und des Krieges? Ist der Faschismus für Teile des Bürgertums und der Industrie heute wieder eine politische Option?

Klaus Wagener ist Redakteur der "Marxistischen Blätter“ und verfolgt diese besorgniserregende Entwicklung seit Jahren. Gemeinsam mit ihm wollen wir diskutieren, welche Lehren wir aus dem Kampf gegen den Deutschen Faschismus für heute ziehen müssen und wie die demokratischen Kräfte den Vormarsch der Rechten in den Parlamenten und auf der Straße erfolgreich stoppen können.

Veranstalter: DIE LINKE.Gelsenkirchen; DKP Gelsenkirchen; Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Gelsenkirchen

Nazi-Demo abgebrochen - Marsch der Rechten erfolgreich blockiert

Die Anhänger der neonazistischen Kleinpartei "Die Rechte" setzten am 1. Mai keinen Fuß auf Gelsenkirchener Stadtgebiet. Nicht zuletzt war das einer spontanen Kundgebung auf der Rotthauser Straße gegen "Die Rechte" auf der Rotthauser Straße an der Stadtgrenze Essen/Gelsenkirchen geschuldet.

Marsch der Rechten erfolgreich blockiert

Die Demonstration des Landesverbandes der Partei "Die Rechte" konnte am Freitagabend nicht wie von den Veranstaltern geplant durchgeführt werden: Statt vom Krayer Markt in Essen bis nach Gelsenkirchen-Rotthausen zu marschieren, mussten die schätzungs- weise 200 Teilnehmer frühzeitig umkehren. Die Neo-Nazis setzten keinen Fuß auf Gelsenkirchener Stadtgebiet: Gegen 21.30 Uhr mussten sie im Bereich der Bushaltestelle Imhoffweg in Richtung Bahnhof Kray-Nord umkehren. Der Marsch der Rechten hatte sich zuvor immer wieder verzögert, auch weil Gegendemonstranten aus dem linken und dem bürgerlichen Spektrum die Strecke wiederholt blockierten. Die Polizei wollte nach eigenen Angaben nicht gewaltsam gegen die Gegendemonstranten vorgehen, auch wenn deren Verhalten in den Augen der Polizei rechtswidrig war.

Siehe auch: Eindrücke von den Gegenprotesten zum versuchten Aufmarsch der „Die Rechte“ am 1. Mai 2015 in Essen und Gelsenkirchen"


Egal wo die Neo-Nazis von „Die Rechte“ auftauchen: Am 1. MAI NAZIFREI!

Neuer Treffpunkt für die Gegenaktionen in Essen: 17:30 Uhr auf dem Krayer Markt

Das Kooperationsgespräch der Anmelder der Gegenaktionen gegen den geplanten Aufmarsch der Partei "Die Rechte" am 1. Mai 2015 in Essen-Kray brachte neue Erkenntnisse. Die Polizei teilte den Vertreter/innen von "Essen stellt sich quer", "Kray ist bunt" und der Gelsenkirchener Emmaus-Kirchengemeinde mit, dass der Aufmarsch nicht am Bahnhof Essen-Steele, sondern mit einer Kundgebung auf dem Krayer Markt starten wird. Die Kundgebung der Neo-Nazis soll um 18.00 Uhr beginnen und eine Stunde dauern. Danach (19:00 Uhr) soll der Aufmarsch durch die Hubertstraße zur Krayer Straße gehen, der Krayer Straße nach Norden folgen, an den Stolpersteinen vor der kath. Kirche St. Barbara vorbei, bis zur Unterführung in die Rotthauser Straße.

Am 1. MAI NAZIFREI!

Der Rest des Weges wird wie geplant verlaufen (Rotthauser Straße, Steeler Straße, Rotthauser Markt). Am Rotthauser Markt soll "Die Rechte" allerdings nicht in die Straße „Am Dahlbusch“ abbiegen, sondern bereits vorher in die Karl-Mayer-Straße, am Ernst-Käsemann-Platz vorbei in den Wendehammer. Von dort führt ein Fußweg zum S-Bahnhof GE- Rotthausen. Desweiteren geht die Polizei davon aus, dass die meisten Teilnehmer von „Die Rechte“ am Bahnhof Kray-Nord ankommen werden und die wenigen hundert Meter zum Krayer Markt zu Fuß laufen werden. "Essen stellt sich quer" und die anderen Partner im Bündnis für die antifaschistischen Gegenaktionen haben daraufhin die geplanten Kundgebungen am Steeler Bahnhof und auf dem Kiwittplatz abgesagt und stattdessen weitere Kundgebungen/Mahnwachen an der von den Neo-Nazis vorgesehenen Route angemeldet.

"Essen stellt sich quer" und unsere Bündnispartner rufen alle auf, sich beim Start der Gegenaktionen um 17:30 Uhr auf dem Krayer Markt einzufinden. Je mehr wir sind, desto deutlicher können wir unserem Protest gegen Rassismus, Antisemitismus und Faschismus Raum schaffen!

Angemeldet sind nun folgende Gegenaktionen:
Krayer Markt, 17:30 Uhr
Mahnwache vor der Moschee im Bahnhof Kray-Nord, 17:30 Uhr; die Moschee wird hier Tee ausschenken
Mahnwache vor der Kirche St. Barbara, 18:00 Uhr;
Kundgebung an der Kreuzung Kellinghausstraße/Krayer Straße, westliche Seite, 17:30 Uhr
Kundgebung an der Kreuzung Bonifaciusstraße/Krayer Straße, westliche Seite, 17:30 Uhr

Ab hier geht es in Gelsenkirchen weiter:
Kundgebung Rotthauser Str./Ecke Plaßhofsbankstr. 19:00 Uhr (Bündnis gegen Faschismus und Krieg – Gelsenkirchen)
Kundgebung am Rotthauser Markt/Ernst-Käsemann-Platz ab 19:00 Uhr

Zusätzlich organisiert die Moschee an der Steeler Strasse in Gelsenkirchen, die ebenfalls an der Demonstrationsroute der Neo-Nazis liegt, auf ihrem Hof eine Veranstaltung.

Alle Kundgebungen und Mahnwachen werden von der Polizei geschützt. Auf die Anmeldung einer eigenen Demonstration zwischen den von uns angemeldeten Kundgebungen und Mahnwachen haben wir nach intensiver Diskussion verzichtet. Die Polizei hat uns aber zugesichert, dass man sich zwischen den "Stationen" individuell bewegen kann.

Die Kundgebungen auf dem Krayer Markt und auf dem Ernst-Käsemann-Platz werden auf jeden Fall pünktlich beginnen. Bei allen anderen Orten können sich die Uhrzeiten verändern. Achtet auf unsere Ansagen in Kray und Rotthausen! Wir werden auf die Bewegungen der Neo-Nazis flexibel reagieren!

Die sieben Erstunterzeichner und Trägerorganisationen:
Essen stellt sich quer – Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus
Kray ist bunt! – Bürgerinitiative für ein buntes, vielfältiges Essen-Kray
Evangelische Emmaus-Kirchengemeinde Gelsenkirchen
Interkultureller Arbeitskreis - Gelsenkirchen
Interkultureller Stammtisch – Gelsenkirchen-Rotthausen
Yeni CQMII Merkez Moschee – Gelsenkirchen-Rotthausen
Bündnis gegen Faschismus und Krieg – Gelsenkirchen

27. Januar 2015 - 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee

27. Januar 2015 - 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee

Wer die Vergangenheit nicht kennt, ist gezwungen, sie zu wiederholen! Dieser Satz des amerikanischen Philosophen George Santayana (1905), kann ein Schlüssel sein, um sich bedeutenden Gedenktagen zu nähern. So auch dem 27. Januar 2015, dem siebzigsten Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee.

Auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog wird er seit 1996 offiziell als deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus gefeiert. Die VVN-BdA fordert aber auch, dass dieser 27. Januar kein Feiertag im üblichen Sinn sein darf, vielmehr ein "Nach-Denk-Tag" im Gedenken an die Vergangenheit, um diese nicht wiederholen zu müssen. Seit jeher steht Auschwitz als Symbol für die Vernichtung von Menschenleben, Ausdruck unvergleichlicher Barbarei im deutschen Faschismus. Eineinhalb Millionen Menschen – darunter fast 1,3 Millionen Juden, Roma und Sinti, sowjetische Kriegsgefangene und antifaschistische Widerstandskämpfer wurden hier ermordet. Als die Rote Armee Auschwitz befreite, fand sie nur mehr 7500 überlebende Häftlinge vor. Doch wer des 27. Januar 1945 gedenkt, muss auch den 30. Januar 1933 mitdenken. Wer die Geschichte nicht wiederholen will, darf nicht nur der Opfer sehen, sondern auch die Täter. Wer waren die Schuldigen, was waren die Ursachen des Faschismus in Deutschland und an der Entfesselung des Krieges.

Dies ist weniger ein geschichtliches Problem, denn ein politisches. Gerade heute sehen wir uns verstärkt in einer Situation, in der Deutschland zum Beispiel eine Regierung in der Ukraine unterstützt, die offen auf die Zusammenarbeit mit faschistischen Kräften setzt, die offiziell die Befreiung Deutschlands vom Faschismus durch die Rote Armee als feindlichen Einmarsch darstellen, wo wir scheinbar keine Lehren aus den beiden Weltkriegen gezogen haben, sondern uns aktiv an einer Kriegsrhetorik gegen Russland beteiligen und ökonomische Maßnahmen durchsetzen, die zur Instabilität Europas beitragen, wo sich im eigenen Land die sozialen Fragen so zuspitzen, dass eine Vielzahl von Bürgern willig den rassistischen und menschenfeindlichen Parolen einer PEGIDA zustimmen, wo es täglich neue Opfer rechter Gewalt gibt.

Die VVN-BdA begreift den 27. Januar als Herausforderung an uns alle für ein politisches Handeln in der Auseinandersetzung mit einem erstarkten Neofaschismus und gegen die aktuelle Gefährdung des friedlichen Miteinanders der Völker.

Daher verpflichtet uns die Geschichte, heute gegen Rassismus, Nationalismus, Antisemitismus und Krieg zu kämpfen und für demokratische Rechte einzutreten.

Quelle: Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, VVN-BdA Hamm


Nein zu HoGeSa in Essen!

Nein zu HoGeSa in Essen! Gemeinsam gegen Rassismus und für Vielfalt!

Die VVN-BdA Gelsenkirchen unterstützt den Aufruf des Bündnis "Essen stellt sich quer". Gemeinsam gegen Rassismus und für Vielfalt in Essen!

Im Aufruf heißt es u.a.: Scheinbar wenden sich „HoGeSa“ gegen Salafismus - in Wirklichkeit verbreiten sie Ausländerhass und Rassismus. Wie in Köln und Hannover will diese Vereinigung von kriminellen Schlägern, Hooligans und Rechtsradikalen Angst erzeugen: bedroht werden unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger anderer Herkunft sowie alle Andersdenkenden.

Bereits am 21. September marschierten rund 80 gewaltbereite Hooligans in Essen auf. Die Gruppe hat regionale Verbindungen zu Funktionären von Pro NRW und zur Dortmunder Partei „Die Rechte“. Von Polizei und Justiz fordern wir ein Verbot der angekündigten rassistischen, volksverhetzenden und damit grundgesetzwidrigen Kundgebung.

Selbst wenn es zu einem Verbot des "HoGeSa"-Aufmarsches in Essen kommen sollte: Wir rufen zu gemeinsamen friedlichen Gegenaktionen auf! In Essen ist kein Platz für rechtsradikales oder rassistisches Gedankengut und Gewalt. Wir im Ruhrgebiet haben eine lange Einwanderungstradition und werden weiterhin am solidarischen Umgang miteinander festhalten!

Wir bitten alle demokratischen Kräfte, Bürgerinnen und Bürger von Essen, Organisationen, Verbände und Vereine, insbesondere aus Sport, religiösen Gemeinschaften, Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte, Firmen, Jugendorganisationen und -gruppen, Flüchtlingsunterstützer, Künstler die Studierenden und politische Parteien und Vereinigungen in Essen und NRW uns dabei zu unterstützen.

Treffpunkt und Start: Sonntag, den 18. Januar um 11:30 Uhr im Bereich Markt / Marktkirche / Porschekanzel; (U-Bahn-Station "Rathaus")

 

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